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Alltag Baby Mommy

Hallo Selbstzweifel

Das Baby im Alltagstrubel

23. Mai 2017
Hallo Selbstzweifel | Bin ich eine Rabenmutter? | Das Baby im Alltagstrubel

In den letzten Wochen war ich mit der kleinen Avocado auf ein paar Veranstaltungen. Hier einen neuen Kinderwagen auf dem Markt angucken, da andere Mamablogger kennenlernen und Workshops besuchen und dort die neuen Räumlichkeiten einer Agentur einweihen. Mal Tagsüber und sogar einmal Abends. Mal mit mehr, mal mit weniger anderen Leuten. Wir machen das eigentlich ganz gut. Auf den Wegen von einer zur anderen Veranstaltung schläft der Sohn meistens in der Trage, die Gastgeber sind in der Regel auf Kinder eingestellt und es wuselt nicht nur ein Kind zwischen den Beinen umher und wenn sich eine Mama mal etwas genauer angucken möchte trägt auch gerne jemand anders ein fremdes Baby. Und ziemlich oft ist die liebe Anna Julia von LUYA Kids am Start und betreut die Kleinen mit ganz viel Liebe und Seifenblasen. Es ist also nicht so als würde ich mit dem Wuselkind in eine kinderunfreundlichen Erwachsenenwelt hereinbrechen. Und trotzdem komme ich mir manchmal dabei vor wie eine schreckliche Rabenmutter.

Der Babysohn ist sehr aktiv. Er sitzt nie still da und guckt sich alles an, er will alles anfassen, entdecken und erobern. Auch wenn er ausgeschlafen ankommt, dauert es keine Stunde bis er wieder müde wird. Natürlich wird dann nicht geschlafen. Auch zuhause nicht, egal wie ruhig die Umgebung ist und wie gemütlich es in Mamas Armen beim Stillen sein kann. Er fängt also an zu quengeln. Nicht durchgehend, aber immer dann, wenn er gerade mal wieder merkt, dass etwas nicht mehr so gut klappt. Müde geht eben alles nicht mehr so leicht und manchmal sogar gar nicht. Und er hängt sehr an mir. Mal ist es auf dem Arm einer anderen Frau länger schön, mal nur ganz kurz und irgendwann sind auch die Seifenblasen nicht mehr so spannend und dann muss man ganz ganz schnell zurück in Mamas Arme. Das sagt man natürlich am besten mit den dicksten Krokodilstränen. Er ist 11 Monate alt und Entdecken geht am besten wenn Mama ganz nah ist. Das ist normal, ich weiß.

Aber wenn ich dann so dastehe, umgeben von glücklichen Kindern und entspannten Frauen und mein Kind weder auf meinem Arm (zu langweilig) noch auf dem Boden (zu weit weg von Mama) sein will und meckert, dann zweifle ich daran ob es wirklich so eine gute Idee war mit ihm das Haus zu verlassen. Nicht, dass es bei uns daheim anders gelaufen wäre, aber trotzdem denke ich dann, dass es vielleicht eben doch anders gelaufen wäre. Wie das halt so ist. Ich zweifle an mir und meinen Entscheidungen. Ich zweifle an mir als Mama.

Ich schwanke zwischen der Angst dem Kind zu viel zugemutet zu haben und dem Glauben daran das Richtige zu tun ihn an meinem Alltag, unseren Alltag aktiv teilnehmen zu lassen. Oder ist das purer Egoismus, weil ich einfach mit meinem Leben weiter machen möchte? Hallo Selbstzweifel, da seid ihr ja wieder.

Es ist ja nicht so, dass ich ihn dann einfach weinen lasse, oder deshalb sogar wütend werde. So ein Quatsch. Ich nehme ihn in den Arm, tröste und bespaße. Und wenn ich merke das es gar nicht mehr geht, dann gehen wir. Aber ich gehe eben nicht schon gleich beim ersten Meckern oder der ersten Runde auf Mamas Arm um die Tränchen zu trocknen.

Ganz tief in mir weiß ich, was ich meinem Kind zutrauen kann und wann es zu viel wird. Und trotzdem bin ich manchmal unsicher. Weil, ja warum eigentlich? Es ist ja nicht mal so, dass die anderen Leute um uns herum mir böse Blicke zuwerfen, heimlich tuscheln oder mir sagen, ich sei eine schlechte Mutter. Ganz im Gegenteil. Meistens sind um uns herum ganz tolle Frauen und Mamis die das meckernde Kind hochheben, ihm etwas neues, cooles zum spielen geben, versuchen das erste Schluchzen gleich wegzutrösten und mich anlächeln, wenn ich unseren Kleinen in einer ruhigen Ecke versuche zu trösten, oder zu stillen. Und die mir danach wieder anbieten mir nochmal eine Limo zu holen und sie ganz in Ruhe zu trinken, während sich wieder eine liebe Frau um den Sohn kümmert.

Warum zum Teufel habe ich trotzdem weiterhin immer wieder das Gefühl eine ganz böse Rabenmutter zu sein?

Zuhause bleiben ist auch eigentlich gar keine Option, denn dann werde ich irgendwann einfach grummelig und eine grummelige Mama soll der Kleine auch nicht haben. Meine schlechte Stimmung überträgt sich auch auf ihn. Meine Unsicherheit aber auch.

Boah! Ich muss echt mal ganz tief durchatmen.

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6 Kommentare

  • Antworten Patricia 23. Mai 2017 um 10:55

    Liebe Ivy,

    mir geht es oft genauso. Erst gestern wieder nach einem vollgepackten Tag. Aber diese Tage können mal schlechter mal besser laufen. Man weiß es halt im Vorfeld einfach nicht. Und wie du schon sagst – man weiß ja eigentlich was man seinem Kind zumuten kann. Und Rabenmutter? Niemals. Aber ich denke es auch oft. Und fühl mich dann schlecht. Und auch die entspannten Mütter und glücklichen Kinder kennen solche Tage. Ich kenne auch beides. Daran musst du denken. Und dass du toll bist. wie du bist.
    unbekannterweise liebe Grüsse
    Patricia

  • Antworten hummelnimbauch 23. Mai 2017 um 11:52

    Oh liebe Ivy ❤️
    Erstmal vorab, nenn dich selbst bitte nie nie wieder böse Rabenmutter! Das ist so ein grausiger Begriff und sollte in Bezug auf dich, niemals verwendet werden!

    Natürlich ist es schwer, einzuschätzen, wann, wie oft und wie lange, man solche Dinge, ja gar den Alltag allgemein, bewältigen kann, ohne nur zu zweit zu Hause zu verbringen, oder eventuell nicht auf die Bedürfnisse des Kindes einzugehen.

    Ich habe zwei kleine Kinder. Mia ist jetzt 20 Monate alt und Anton grade mal 4.

    Ich habe mir auch so oft genau die selben fragen gestellt und bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich einfach und sicher, auf mein Bauchgefühl hören sollte.

    Als Mama kann man ganz instinktiv Einschätzen, wie weit man gehen kann und auch sollte, ohne das kind und sich selbst zu überfordern.

    Jonah beispielsweise ist gerade in dem Alter, indem sein Kopf weitaus mehr will, als sein Körper vielleicht kann. Das frustriert, das macht müde und am ende auch knatschig.
    Mama bei anderen Menschen zu sehen, sie teilen zu müssen, ist auch vielleicht etwas, was er erst einmal lernen muss. Bei uns war es zumindest so. Begleite ihn weiterhin wie du es jetzt tust.

    Mach dir keine Vorwürfe, oder habe Angst. Das was ich von euch sehe, und wie ich Jonah sehe (bei instagram und auf deinem Blog) zeigt mir, dass ihr ein wundervolles Team seid.
    Alle drei!

    Höre und folge deinem Mama Gefühl. Damit kannst du niemals etwas falsch machen!

    Liebste Grüße
    Denise

  • Antworten Juliane 23. Mai 2017 um 13:23

    Wieder einmal hast Du einen Nerv getroffen –
    hallo Ivy! Beim Lesen deines Artikels hatte ich das Gefühl, Du erzählst, was in meinem Leben und vor allem in meinem Kopf gerade so passiert. 😉 Und vielleicht ergeht es Dir wie mir und Du bist ein Stück Perfektionistin. Damit meine ich nicht, dass Du glaubst, das Leben muss perfekt sein. Wir sind erwachsen, wir wissen, dass die Dinge nicht so sind. Aber trotzdem haben wir den Wunsch und ganz im Inneren den Glauben, wir könnten es für unser Kind perfekt machen. Jeden Tag aufs Neue spannend und zauberhaft – und das bitte ganz ohne „Krokodilstränen“. Bei den anderen Eltern funktioniert es schließlich auch. Aber… die Kirschen in Nachbars Garten schmecken immer süßer. Vielleicht ist es genau diese Annahme, die das Selbstbild der Rabenmutter erschafft. Und erst wenn wir uns mal wieder eingestehen, dass wir auf die Gefühlswelt unserer Kinder nur bedingt Einfluss haben, merken wir, dass nicht unser (gesunder) Alltag Schuld an den Tränen ist. Du bietest Deinem Kind die Aussicht auf einen breiten Horizont und Du besitzt so viel Einfühlungsvermögen oder mütterlichen Instinkt, dass Du merkst, wann es Zeit ist zu gehen, zu trösten oder ganz zu Hause zu bleiben. Der Part, der das nicht merkt, ist der Selbstzweifel, denn der hätte es gern perfekt. <3

  • Antworten anika 23. Mai 2017 um 15:09

    Liebe Ivy,
    Ich bin auch so eine Selbstzweiflerin…
    Ich finde aber die Tatsache, dass du dir so viele Gedanken darüber machst, was für Jonah gut ist, zeigt, dass du eine fantastische Mama bist. Dir wird sicher nicht entgehen, wann es für den Spatz zuviel wird.
    Gruß, Anika

  • Antworten mariasophiag 24. Mai 2017 um 22:51

    Liebe Ivy, ganz ehrlich: das kann ich einfach nicht richtig ernst nehmen. Rabenmutter?? Vielleicht liegt es auch daran dass ich in Frankreich lebe, wo es den Begriff Rabenmutter schlicht nicht gibt (ich glaube den gibt’s auch sonst nirgends) und Mütter es völlig normal finden ihre wenige Monate alte Kinder in Krippen zu geben um wieder arbeiten gehen zu können. Auch ich habe meine Kinder mit etwa elf Monaten in die Ganztageskrippe gegeben, geschadet hat ihnen das sicher nicht. Davon kann man ja halten was man will. Aber – wenn eine Mutter, die ganz offensichtlich alles für ihr Kind tut, es umgarnt und mit elf Monaten immer noch stillt , sich ernsthaft fragt ob sie eine Rabenmutter ist, weil sie ihr fast einjähriges Kind ab und zu auf eine Veranstaltung mitnimmt, auf der andere Kinder sind, auf der es Limo gibt und Seifenblasen …. dann frage ich mich wirklich, was in Deutschland eigentlich in der Beziehung alles schiefläuft.
    Wirklich nicht böse gemeint, aber ich fand das gerade so abwegig dass ich das Gefühl hatte reagieren zu müssen.
    Alles Liebe.

    • Antworten Jana 1. Juni 2017 um 11:18

      Ich kann dich vollkommen verstehen – das gleiche Gefühl hatte ich auch beim Lesen. Aber vlt geht es auch gar nicht um die konkrete Situation, sondern die Selbstzweifel allgemein, egal wann. Und die kenne ich auch nur zu gut – aber sicherlich in ganz anderen Situationen (mein Sohn geht auch seit er 11 Monate ist in die Kita).
      Liebe Grüße

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