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Baby Mommy

Hilfe, hilfe, ich bin so müde, aber schlafen will ich nicht

Wenn alle schlafen wollen, nur das Baby nicht

9. Mai 2017
Hilfe, hilfe, ich bin so müde, aber schlafen will ich nicht | Wenn alle schlafen wollen, nur das Baby nicht | 46-Wochen-Schub

Vor knapp vier Wochen krabbelte der Sohn plötzlich rückwärts vom Bett. Und vom Sofa. Von einem Tag auf dem anderen hat er verstanden, dass man nicht mit dem Kopf voran von Sachen herunter klettert, sondern mit den Füßen zuerst. Seitdem kann er nicht nur selbst in unser Bett steigen, sondern auch wieder heraus. Das trägt ungemein dazu bei, dass wir alle entspannter sind. Man muss nicht mehr darauf achten, dass er der Bettkante zu nahe kommt. Jetzt kann man das Schlafzimmer verlassen und darauf warten, dass er einem glücklich hinterherkrabbelt. Rückwärts von Dingen herunter klettern, bedeutet auch rückwärts krabbeln können, das kann er jetzt also auch. Er gehörte nämlich zu den Kindern, die von anfang an vorwärts robbten und krabbelten. Also lernte er jetzt zwei Dinge auf einmal.

Keine Woche später stand das Baby plötzlich. Nicht an irgendetwas dran, dass kann er schon eine ganze Weile, sondern einfach so, mitten im Raum. Erst geht er in die Hocke, dann steht er. Zu Beginn hielt er sich kaum eine Sekunde auf den Beinen, jetzt bleibt er schon viel länger stabil stehen. Er lässt auch immer öfter die Dinge los, an denen er sich hochgezogen hat. Man sieht ihm an, dass das noch nicht genug für ihn ist. Er will weiter. Der Babysohn will gehen. Und das nicht an irgendetwas entlang. Frei gehen ist sein Ziel. Aber das klappt einfach noch nicht so, wie er es gerne möchte. Also übt er. Immer. Auch dann, wenn er schläft. Wenn er denn schläft.

Unser Baby ist immer in Action. Das kennen wir schon. Kurz mal still sitzen und etwas länger angucken oder sich mal an Mama und Papa lehnen um etwas auszuruhen ist nicht sein Ding. Das war okay, schließlich gab es ja Frühstücks- Mittags- und Nachmittagsnickerchen. Kurz andocken, einschlafen und wieder mit neuer Energie weiter machen.

Aber jetzt hat der Sohn Hummeln im Po. In kurzer Zeit hat er so viel neues gelernt und das will er perfektionieren und gleich noch etwas hinterher legen. Schlaf nimmt ihm wertvolle Zeit, in der eher vielleicht etwas verpassen könnte. Und jetzt wo Arme und Beine etwas können, wollen die Muskeln es so oft wie möglich wiederholen. Das geht natürlich nicht wenn man entspannt und still in Mamas Armen liegen soll. Also wird gezappelt und gedreht und gewendet, heruntergerutscht und wieder hochgekrabbelt, aufgestanden und hingeplumst. Und dabei gejammert. Denn nach zwei Stunden Ausdauersport, anders kann man die Aktivitäten des Sohnes nicht beschreiben, ist der Körper müde und auch der Geist braucht eine kleine Pause um alles verarbeiten zu können.

Wir sind ja im Team Einschlafstillen. Das klappte bis jetzt auch hervorragend. Die Wunderwaffe um zu entspannen und einzuschlafen. Und unterwegs snoozelte das Baby gerne in der Trage ein. Aber jetzt? Nö. Einfach nur Nö. Im Bett nebeneinander liegen und stillen funktioniert gar nicht mehr. Der Sohn liegt dann für zwei Sekunden an der Brust, dann dreht er sich auf den Bauch, der Po geht in die Höhe, die Füße werden in die Matratze gestemmt und plötzlich steht er, nur noch der Kopf ist unten, schließlich will er die Brust eigentlich nicht loslassen. Und dann prescht er nach vorne um sich an die Wand zu stellen. Oder legt den Rückwärtsgang ein um vom Bett zu steigen. Also stillen wir jetzt wieder im Arm. Läuft aber auch nicht wirklich besser. Manchmal windet er sich wie eine kleine Raupe von mir runter, krabbelt etwas rückwärts und ist dann schlecht gelaunt, weil die Brust nicht mitgekommen ist. Dann fällt er mit offenem Mund auf die Brust, nimmt zwei Züge und macht weiter Action, bis er wieder jammert, weil ihm die Brust fehlt und er müde ist. Festhalten ist keine Option. Mal ganz davon abgesehen, dass er wirklich stark ist, niemand entspannt sich, wenn man ihn festhält und darum geht es ja eigentlich bei der ganzen Sache.

Wenn er denn mal in meinen Armen liegen bleibt, dann machen seine Beine einen Spagat in der Luft, ein Fuß wird immer wieder in mein Gesicht gehalten und wenn seine Füße nackig sind, lacht er sich mit dem Nippel in der Brust kringelig, wenn er den großen Zeh in meinen Mund schiebt.

Bis der Babysohn schläft, können Stunden vergehen. Falls jetzt jemand denkt, dass er vielleicht gar nicht müde ist, doch doch, ist er. Sehr sogar. Die Augen werden gerieben, die Haare gerauft, Lachen wechselt sich mit Quengeln ab. Aber ganz kurz an der Brust sein gibt ihm noch mal einen kleinen Powerschub, den er immer wieder ausnutzt um noch mal Aufzudrehen. Es ist auch vollkommen egal in welchem Stadium der Müdigkeit er mit mir ins Bett geht. Leise erzählen und ein kleines Schlaflied (wirkten sonst immer echt gut) bringen ihn auch nicht mehr runter. Alles was bis jetzt half, hilft nicht mehr. Wir sind auch schon Abends zu einem Spaziergang mit dem Kinderwagen aufgebrochen, weil uns nichts mehr einfiel und er ab und an darin einschläft. Nach einer Stunde kamen wir mit einem vollkommen überdrehten Baby wieder nach hause. Auch in der Trage oder im Tuch kommt er kaum zur Ruhe. Erst werden die Arme oben herausgestreckt, dann hüpft er auf und ab, beugt sich zu beiden Seiten fast komplett heraus und guckt und zappelt.

Und wenn der kleine Sohn endlich schläft, dauert es nicht lange bis er sich plötzlich einfach hinsetzt, meistens noch mit geschlossenen Augen und noch gar nicht richtig wach. Und wenn man nicht schnell genug ist und ihn in den Arm nimmt, krabbelt er einfach los oder stellt sich hin. Dann ist er natürlich so wach, das an ein schnelles wiedereinschlafen nicht mehr zu denken ist.

Ich weiß, das ist alles nur eine Phase, ein Schub und vermutlich ist es von heute auf morgen wieder weg und er schläft wie eine Eins, aber gerade komme ich wirklich an meine Grenzen. Ich bin müde. So müde. Ich nicke teilweise beim Einschlafstillen ein und schrecke von seinem Zeh in meinem Mund wieder auf. Aber die Müdigkeit ist gar nicht das Schlimmste. Ich merke, wie ich an Geduld verliere. Ab und an, nach einer Stunde Zubettbringen, schnell aus dem Zimmer schleichen um mal Pipi zu machen und noch auf der Toilette hören wie das Baby wieder wach ist und meckert, weil es doch eigentlich schlafen will, kratzt an meinen Nerven. Manchmal hilft tief durchatmen gar nicht mehr, da muss ich selbst kurz weinen, bevor ich wieder eine entspannte Einschlafbegleiterin bin. Ich würde ihm so gerne erklären, dass es mit ein bisschen Schlaf viel leichter fällt neue Dinge zu lernen. Ein bisschen neue Energie bewirkt Wunder. Aber ich kann nichts machen als ihn immer wieder in den Arm zu nehmen, leise zu flüstern, dass jetzt Zeit ist um die müden Augen auszuruhen und Armen und Beinen, die so viel leisten, eine Pause zu gönnen.

Wenn ich anhand der Intensität dieses Schubes auf eine neue Fähigkeit schließen müsste, würde ich übrigens darauf tippen, dass das Baby demnächst an Wänden hochgehen kann.

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7 Kommentare

  • Antworten neele 9. Mai 2017 um 12:12

    Hey. Bei uns sieht es momentan genauso aus. Schlafen ist total abgeschrieben auch wenn man hundemüde ist. Meine Geduld neigt sich auch dem Ende. Was wohl am Schlafmangel liegt. Es tut gut zu lesen dass es auch anderen so geht. Nur wie bringen wir unseren Kleinen nun bei, dass Schlaf git für sie ist?

  • Antworten miri 9. Mai 2017 um 13:23

    Hey liebe Ivy, wir haben hier auch so ein Bewegungsdrang-Kind, das zu (für uns) ganz schlimmen Zeiten sogar mitten in der Nacht aufstand und Party machte. Das einzige was mir in so furchtbar anstrengenden Zeiten wenigstens ein klein bisschen hilft: Ansprüche runterschrauben. Ja, das Kind ist todmüde, ja es müsste jetzt eigentlich schlafen, aber es kann nicht und wird wohl auch nicht. Statt die ganze Zeit im Bett/ in der Trage/ im Kinderwagen zu versuchen, das Kind zum Schlafen zu bringen, gehen wir dann einfach nochmal raus und lassen das Kind sich auspowern und zwar so lange, dass es dann wirklich auch schlafen kann. Das führt zwar dazu, dass momentan zum Beispiel der Mittagsschlaf um 16 oder 17 Uhr beginnt, statt wie bisher eher um 12 und dass das Kind abends erst um zehn schläft statt um sieben, ist aber für mich angenehmer, als den ganzen Abend mit einem auf mich einprügelndem Kind im Bett zu liegen und verzweifelt zu sein, weil ich weiß, wie gut der Schlaf, der nicht kommen mag, doch wäre.
    Ansonsten hilft noch manchmal: Räume vollständig abdunkeln. Lavendelöl. Ein Bad vor dem Schlafen. Misosuppe (oder ne andere sättigende Brühe) zum Abendessen. Und vor allem: Tagsüber viel viel Toben!
    Ich hoff, es ist bald vorbei und Jonah kann bald die Wände hochlaufen!

  • Antworten Cindy 9. Mai 2017 um 13:55

    Ich kann dich nur zu gut verstehen. Emil hätte auch am liebsten eine „Brust-to-Go“ 🙄 Den Spagat in der Luft und die Fußzehen in der Nase, ja das kennen wir 😅
    Manchmal, aber auch wirklich nur Manchmal! Hilft es wenn ich ihm die Füße währenddessen „massiere“. Er mag kein zartes gestreichel, sondern braucht festen Druck um sich zu spüren. Manchmal streiche ich mit meinen Fingern auch kräftig über seinen Rücken neben der Wirbelsäule entlang, oder mit den Daumen fest den Augenbrauen entlang von gesichtmitte bis zu den Schläfen. Das bringt ihn natürlich nicht zum Einschlafen(das schaffen letzten Endes dann doch nur der Milchbusen🙈) Aber ich habe das Gefühl dass er in den paar Sekunden ein wenig runter fährt, kurz genießt und ein Stück verarbeiten kann… leider leider gibt es bei uns seid Längerem auch nur noch 1 Schläfchen am Tag. Dafür bin ich beim abendlichen zu-Bett-bringen aber auch nicht mehr 1-2 Stunden beschäftigt sondern vielleicht nur noch 20-40 min. Achja und wir waren zum wiederholten Male nochmal bei unserer Osteopathin, sie hat ein paar klitzekleine Verspannungen an kopf und Nacken gelöst. Seitdem ist es auch etwas besser und Emil Legt sich auch tagsüber einfach mal so an mich ran und bleibt bestimmt für 1 min liegen! Hey das ist besser als nix… 😃😅 und Emil ist heute 13 Monate alt. So ein schlechter Schläfer , mitunter alle 30
    Min Wach sein und stillen , ist er seid dem er 4 Monate alt ist… aber ich glaub fest Daran dass auch er iiiiergendwann mal mehr als 4 Stunden am Stück schlafen wird . Man steht es irgendwie durch… es kommen wieder bessere Zeiten.

    • Antworten Cindy 9. Mai 2017 um 14:01

      Achja, noch 1 was habe ich vergessen. Manchmal wenn wir schon sehr lange im Schlafzimmer probieren dass er schläft aber Nicht zur Ruhe kommt, stehe ich Nochmal kurz mit ihm auf, gehe ins Wohnzimmer oder in die Küche wo es noch hell ist und Emil darf nochmal kurz Quatsch machen mit seinem Papa oder an der Wickelkommode herumklettern. Aber wirklich nur kurz, vielleicht 5 min. Danach wieder ab ins Bett, und schon oft klappte es dann innerhalb weniger Minuten mit dem Schlaf. Hab das Gefühl dass er sich selbst darüber ärgert nicht zur Ruhe zu kommen und das dieser „Cut“ ihm hilft nochmal einen Neuanfang fürs Schlafen zu starten. Sooooo ich hoffe dass vielleicht das ein oder andere bei Jonah auch helfen kann 😊

  • Antworten Jule 9. Mai 2017 um 18:10

    Ich unterhielt mich vor kurzem mit meiner Mama, und sie erzählte, dass mein Bruder ca. mit zehn Monaten anfing zu laufen, aber im Kopf noch nicht bereit dafür war. Er schlief nur noch unruhig und wachte ständig schreiend auf 🙁 nach ein paar Wochen legte sich das wieder, weil der Kopf sozusagen „nachreifte“ (das klingt doof, aber ich denke mal du weißt was ich meine :D)
    ich drücke dir die Daumen, dass Jonahs Phase sich bald legt und du auch mal wieder ein paar Stunden zur Ruhe kommst!

  • Antworten Annika 9. Mai 2017 um 20:17

    Oh je liebe Ivy,
    eben kamen ein paar Tränen, als ich zum Ende deines Artikels kam. Und zwar weil es mir gerade auch so geht. Mathis ist so alt wie Jonah, vielleicht körperlich noch nicht so weit, aber derzeit ist es so so so anstrengend. Ich bin so müde…! Manchmal verliere ich auch fast die Geduld. Ich drücke uns die Daumen, dass es bald vorbei geht. Wie schön, dass du so ehrlich geschrieben hast!!!

    Liebe Grüße aus S-H 😉

  • Antworten Nanni 10. Mai 2017 um 7:13

    Liebe Yvi,
    oh je, ihr Armen. Ich kann das so gut nachvollziehen. Unsere Räubertochter ist auch so ein Energiebündel. Sie ist schon ein kleines bisschen älter als Jonah, aber so Phasen kommen ja immer mal wieder. Es ist aber auch wirklich viel, was die kleinen Köpfe verarbeiten müssen. Bei uns geht es seit Ostern so. Da kam der erste Backenzahn und gefühlt spricht sie jeden Tag ein neues Wort. Letzte Nacht war die erste Nacht, in der wir wieder einigermaßen geschlafen haben. Ich habe schon an meinen Fähigkeiten als Mutter gezweifelt.
    Uns hat es geholfen wieder einen Schritt zurück zu gehen. Ich trage sie wieder täglich, sie darf auch tagsüber mal aus der Flasche trinken, wenn sie müde wird und eine Auszeit braucht und es gibt wieder ein ausgiebigeres Einschlafritual – Quatsch machen, lesen, singen, Kopf streicheln – und nicht mehr die verkürzte Variante davon.
    Sie sind in ihren Bedürfnissen eben doch noch kleiner, als sie sein wollen 😀
    Ich wünsche euch viel Energie, Durchhaltevermögen und Gelassenheit.
    Liebe Grüße
    Nanni

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