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Kleinkind Mama Stillen

Abstillen mit 22 Monaten

Das Ende des Langzeitstillens

25. April 2018
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Wir haben abgestillt. Vor knapp drei Wochen haben wir das letzte Mal zum Einschlafen gestillt, nachts wurde nur gekuschelt und am Morgen wollte der Sohn lieber einen Toast. Nach fast 22 Monaten hat unsere Stillbeziehung ein Ende gefunden.

Eigentlich muss ich mich gleich selbst korrigieren. Ich habe abgestillt. Diese Entscheidung habe ich alleine getroffen, obwohl ich Anfang des Jahres noch sicher war, diesen Schritt meinem Kind zu überlassen.

Unsere Stillbeziehung hatte, wie sicher viele andere, Höhen und Tiefen. Es gab Phasen in denen wir fast stündlich stillten und welche, in denen die Brust nur Nachts und dann wirklich wenig gebraucht wurde. Wir haben zuhause im Bett, auf dem Sofa und auf dem Küchenfußboden gestillt. Unterwegs im Park und Restaurant, im Tragetuch und Babytrage und das sogar schon im Supermarkt, so dezent, dass es selbst mein Mann nicht bemerkte. Wir haben im liegen, sitzen, stehen und gehen gestillt. Stundenlang in Ruhe und manchmal nur wenige Augenblicke und mitten beim Herumturnen, weil alles so schrecklich aufregend war. Wir haben zum Einschlafen, Aufstehen und Entspannen gestillt, gegen den Hunger und zum schnell wieder gesund werden. Es war eine schöne und innige Stillbeziehung und ich bin froh diese Zeit, diese Erfahrung mit meinem Kind gemacht haben zu dürfen. Aber ich bin auch froh darüber, dass ich die Entscheidung getroffen habe, abzustillen. Denn sie war für mich, und dadurch auch für uns, der gerade beste Weg.

Warum ich abgestillt habe

Ich glaube, ich bin nicht die einzige Mutter, die irgendwann Nachts vollkommen entnervt im Bett liegt und nach „Abstillen SOFORT!“ googelt. Morgens ist der Grund meist schon wieder vergessen und beim morgendlichen Stillen ist die Welt wieder in ordnung, die Nerven sind wieder Drahtseile und man lächelt Baby oder Kleinkind an der Brust seelig an.

Aber irgendwann war ich an dem Punkt angekommen, an dem ich auch am Morgen nach der beschissenen Nacht googelte, meine Nerven den Tag über blank lagen und ich am Abend einfach keine Lust mehr hatte.

Bei uns trafen einige Faktoren zusammen. Seit der KiTa-Eingewöhnung im September haben uns die Bazillen von dort heimgesucht. Wir haben so gut wie jede Erkältung mitgenommen und ich war mir bis vor kurzem noch sicher, dass ich nie wieder etwas riechen oder schmecken werde und ganz bestimmt für den Rest meines Lebens durch meinen Mund atmen müsste. Während irgendwann der Sohn die Erkältungen schnell wieder weg steckte, rutschte ich von der einen in die nächste. Für mich ging es aus einer Mandelentzündung zu einer Nasennebenhöhlenentzüng und wieder zurück. Immer wieder! Meine Kraftreserven hatten keine Chance sich wieder aufzufüllen. Ich war am Ende.

Dazu kam eine Phase des Sohnes mit einem beschissenen Schlafrhythmus. Gegen drei Uhr nachts hing er, halb wach, halb schlafend, an mir und meiner Brust, wühlte sich im 10-Minuten-Takt durch das Bett, von einer Brust zur anderen, über mich drüber, um mich herum und, wäre es ihm möglich gewesen, sicher auch durch mich hindurch. Das ging so bis 6 Uhr morgens und das Kind gut gelaunt richtig aufwachte und in den Tag startete. Ich war nicht wach und alles andere als gut gelaunt. Und natürlich wollte der Sohn auch Tagsüber wieder durchgehend stillen.

Und das ich schwanger bin und zu der Zeit einfach ständig müde war, hat sein übriges getan. Nein, meine Milch schien noch immer hervorragend zu schmecken und floss in regen Strömen. Sicher mag die Schwangerschaft mit ein Grund sein, warum unser Kind wieder öfter und mehr stillen wollte, schließlich spüren Kinder schon kleine Veränderungen schnell. Aber ich war einfach nur noch müde, krank, entnervt und kraftlos.

Und weil so die letzten Wochen vor dem Abstillen weder für mich, noch für unser Kind und auch nicht für meinen Mann entspannt, schön oder angenehm waren, wenn ich einfach schrecklich gereizt versuchte Tagsüber krampfhaft nicht mehr zu nahe neben unserem Sohn zu sitzen, weil er dann sofort stillen wollte, ich immer wieder irgendwelche Ablenkungen für ihn suchte und Abends und Nachts manchmal weinend einfach das Schlafzimmer verlassen habe, traf ich die Entscheidung einen Schlussstrich zu ziehen.

Damit ich wieder eine entspannte Mutter bin, die ihr Kind in den Arm nehmen kann, ohne direkt wieder entnervt flüchten zu wollen, weil das einzig interessante an mir meine Brüste sind. Eine Mutter, die Abends wieder geduldig und liebevoll in den Schlaf begleitet und morgens wieder einigermaßen ausgeruht und gut gelaunt dem Kind einen guten Morgen wünschen kann. Und damit unser Sohn, die letzten Monate bevor er sich unsere Aufmerksamkeit mit einem kleinen Geschwisterchen teilen muss, so viel Liebe und gemeinsame, schöne Zeit bekommt, wie sie ihm nur eine ausgeglichene Mutter geben kann.

Wie stillt man eigentlich ein Kleinkind ab?

Eigentlich wollte ich gar nicht komplett abstillen, sondern das nächtliche Stillen reduzieren, bzw. es auf das initiale Einschlafstillen einschränken. Dafür habe ich mir die Methode des
nächtlichen Abstillens nach Gordon herausgesucht, bei der ich mein Kind während der ganzen Zeit begleite und Schritt für Schritt mit viel Kommunikation und Kuscheln auf knapp 7 Stunden in der Nacht komme, in der nicht gestillt wird. Wer sich das „Programm“ genau durchlesen möchte, findet bei Stillkinder.de einen ausführlichen Bericht.

Mit 22 Monaten versteht unser Kind schon viel und lässt immer öfter mit sich reden. Abends war es auch überhaupt kein Problem ihm zu erklären, dass wir ab dem Zeitpunkt, zu dem wir Eltern mit ins Familienbett kommen, nicht mehr stillen, sondern kuscheln, wenn er aufwacht. Fand er okay, er sagte begeistert ja und stillte sich in den Schlaf. Natürlich fand er es dann Nachts, als er aufwachte, nicht mehr okay. Also haben wir gekuschelt, aber er schlug um sich, wir haben gesungen, aber er schrie laut „NEIN!“ und haben getragen, aber er weinte und schrie und ich habe irgendwann weiter gestillt. Unser Kind hat ein starkes Temperament und ging auf keine unser Beruhigungsversuche ein. Nach mehreren Nächten habe ich aufgegeben, denn statt einer minimalen Besserung, stellte sich eine krasse Verschlechterung ein.

Ich kann mein Kind vollkommen verstehen. Fast zwei Jahre wurde er zum Einschlafen und beruhigen in der Nacht gestillt. Dass ich ihm das plötzlich nicht mehr geben wollte fand er unverständlich und richtig doof. Ich würde auch richtig wütend werden.

Aber ich konnte einfach nicht mehr. Also habe ich meinen Mann ins Rennen geschickt und das versucht, was ich eigentlich niemals versuchen wollte. Ich ging ins Nebenzimmer und mein Mann sollte unser Kind ins Bett bringen. Ich hörte ihn summen und singen, beruhigende Worte sprechen und unseren Sohn weinen und schreien. Und ich weinte. Weil es nicht klappte, weil ich es mir so gewünscht habe, weil mir mein Kind so Leid tat und mein Mann und weil ich so müde war. Es ist bei diesem einen Versuch geblieben.

Ich habe das Vorhaben auf Eis gelegt. Ich war erschöpfter als vor den Versuchen, die ja eigentlich alles besser machen sollten. Ein paar Tage bei meinen Schwiegereltern haben die Situation wieder etwas aufgelockert. Ich hatte Zeit zu verschnaufen, wieder etwas zu Kräften zu kommen und entspannter zu werden. Zurück zu hause startete ich einen neuen Versuch. Und es klappte.

Wie wir/ich abgestillt habe

Wie immer brachte ich den Sohn ins Bett und erklärte vor dem stillen, dass wir jetzt nur noch zum Einschlafen stillen, danach würden wir, wenn er aufwacht, kuscheln. Er nickte und stillte sich in den Schlaf. Ich ging beim ersten Aufwachen zu ihm, erklärte ihm ruhig, dass ich bei ihm sei und wir jetzt kuscheln und er ganz ruhig wieder einschlafen könne. Und er tat es. Ohne Probleme. Ich war überwältigt.

Das zweite Mal in der Nacht klappte es allerdings nicht. Er weinte, schrie, ließ sich nicht anfassen und beruhigen. Also bin ich mit ihm aufgestanden. Wir sind ins Wohnzimmer gegangen und haben lange den Mond angeschaut, den er so liebt, danach sind wir in sein Kinderzimmer und haben dort ein paar Bücher gelesen. Wir waren in dieser Nacht etwa 1 ½ Stunden wach. Ich fragte ihn immer wieder, ob er jetzt ins Bett gehen möchte, bis er damit einverstanden war. Ich bot ihm an, auf meinem Schoß einzuschlafen und keine 5 Minuten später hielt ich ein schlafendes Kind im Arm.

In der zweiten Nacht lief es ähnlich, aber schon weitaus besser. Das erste Aufwachen verlief gleich, beim zweiten Aufwachen wurde nur kurz gemeckert und geweint, ich durfte aber daneben sitzen und nach wenigen Minuten kletterte er auf meinen Schoß, schmiegte sich an mich und schlief ein.

So ging das noch zwei weitere Nächte. Das häufige aufwachen und unruhige Suchen, Stillen und Wühlen, war bereits ab der ersten Nacht verschwunden und das Stillen nach dem Aufwachen wollte er ebenfalls ab Beginn nicht mehr. Er wollte viel lieber direkt mit seinem Papa aufstehen und frühstücken.

Weil es plötzlich so unerwartet gut lief, war ich überschwänglich und versuchte in der 5 Nacht auch das Einschlafstillen ausfallen zu lassen. Und siehe da, unser Kind kuschelte sich bereitwillig in meinen Schoß, schlief ein und ließ sich nach einer Weile schlafend auf das Bett legen. Nach dieser Nacht wollte er auch Tagsüber nicht mehr stillen. Plötzlich haben wir abgestillt.

Warum hat das Abstillen plötzlich funktioniert?

Ich glaube tatsächlich, dass unser Kind einen kleinen Sprung gemacht hat und sich selbst langsam, gaaanz langsam, dem Punkt näherte, an dem er auf das Stillen verzichten konnte. In den Nächten davor gab es immer wieder Momente, in denen er sich bewusst von der Brust weg drehte und versuchte nach dem Stillen ohne einzuschlafen.

Außerdem war ich wieder etwas gelassener und konnte entspannter an die ganze Sache herangehen. Ich bin mir sicher, dass sich das auch auf unser Kind übertragen hat, aber auch, dass er spürte wie ernst es mir mit dem Abstillen war.

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Wie läuft es so ohne Stillen und vorallem ohne Einschlafstillen?

In der ersten Woche ohne Stillen lief zuhause alle ganz hervorragend. Die Nächte waren ruhig und wurden nur ein bis zwei Mal kurz unterbrochen. Das initiale Einschlafen ging schnell auf meinem Schoß. Dafür lief plötzlich in der KiTa nichts mehr. Beim Abschied wurde wieder bitterlich geweint, es wurde immer wieder nach mir gerufen und auch der Mittagsschlaf war kein Zuckerschlecken mehr, obwohl er vorher dort immer schnell und gut eingeschlafen ist. Es hat etwas über eine Woche gedauert, bis sich auch dort wieder alles eingependelt hat.

Inzwischen sind zwar zuhause die Nächte weiterhin ruhig, aber das Einschlafen dauert laaaaaange. Das Kind möchte nicht mehr auf meinen Schoß einschlafen, sondern lieber alleine auf einem großen Kissen. Dabei müssen Mama und Papa anwesend sein. Es wird noch lange gewühlt, sich immer wieder hingesetzt und erzählt. Manchmal hilft leise Musik um ihn herunterkommen zu lassen, ab und an darf ich meine Hand auf seinen Rücken legen und manchmal rollt er sich auch zu seinem Papa. Wir versuchen ihm vor dem Zubettgehen etwas runter kommen zu lassen, aber Baden kitzelt noch mal die letzte Energie heraus. Bücher lesen findet er gerade doof und Tragen ist auch schrecklich blöd. Wir müssen einfach eine neue Abendroutine für uns finden, aber das bekommen wir schon hin.

Womit ich allerdings nicht gerechnet habe ist, dass sich das Abstillen so stark auf mich auswirkt. Ich bin öfter unentspannt, weitaus entspannter als in der „Horror“-Phase unsere Stillbeziehung, aber eben auch weitaus unentspannter als in den 20 Monaten davor. Ich bin schneller gereizt und habe weniger Geduld, wenn unser Sohn sich partout nicht Anziehen möchte oder beim Essen ständig der Fuß mit auf dem Tisch kommt.

Stillen war auch für mich immer eine Auszeit. Ich habe es wirklich sehr genossen so innig mit meinem Sohn eine kleine Pause einzulegen. Und die fehlt mir jetzt einfach. Kuscheln ist noch immer nicht sein Ding und Bücher sind leider gerade total langweilig. Ich brauche einfach wieder etwas, das ich gemeinsam mit dem Kind machen kann, was aber nicht Klettern, Toben, Rennen und Fangen ist. Vielleicht muss mein Körper aber auch einfach erstmal auf den veränderten Hormonhaushalt klarkommen.

Der perfekte Weg des Abstillens

Wir sind keinen perfekten Weg des Abstillens gegangen und die zwei Umwege würde ich gerne streichen. Sicher hätten wir es anders machen können und ganz sicher werden mir einige sagen, ich hätte einfach durchhalten sollen und wieder andere, dass ich schon viel früher hätte aufhören sollen. Klar, vielleicht hätte eine Woche später wieder alles gut sein können, aber diese eine Woche hätte ich nicht mehr geschafft und wer hätte schon sagen können, ob es besser wird und nicht noch einen Tick schlechter und schwerer?

Ich habe unsere Stillbeziehung geliebt und hätte gerne noch weiter gestillt, aber eben nicht so, wie es zuletzt bei uns lief. Es war für mich keine Option durchzuhalten und davor gab es keinen Grund für mich abzustillen. Ich sah uns eigentlich dieses langzeitstillen noch lange genießen.

Was zählt ist, dass es uns jetzt, so wie es ist, gut geht. Und ich freue mich auf eine neue Stillbeziehung mit unserem zweiten Kind und bin gespannt, wie lange diese gehen wird. Ganz optimistisch möchte ich natürlich auch in dieser Beziehung dem Kind die Entscheidung überlassen, sie zu beenden, aber ich lasse mir auch die Freiheit, wieder diejenige zu sein, die den Schlussstrich zieht. Diesmal aber ohne Umwege.

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15 Kommentare

  • Antworten Katharina 25. April 2018 um 13:05

    Ach Ivy, ich habe nur 4 Monate gestillt, musste aber Abstillen, weil es mir so schlecht ging. Ich kann also ein wenig Mitfühlen. Mir haben damals ganz viele gesagt, dass das Baby nichts vom Stillen hat, wenn es der Mutter nicht gut geht. Und so war es auch.
    Fühl dich gedrückt!

  • Antworten Leonie 25. April 2018 um 13:41

    Hey Ivy, das klingt doch ziemlich gut! Ich bereue immer noch, dass ich meinen Sohn mit einem Jahr abgestillt habe, weil ich so unbedingt wieder schwanger werden wollte und mit Stillen einfach keinen Zyklus hatte. (Schwangerwerden hat dann noch weitere 2 Jahre gedauert) darum finde ich es toll, dass du ihn so lange gestillt hast! Und vielleicht kannst du ja die kleine „stillpause“ bis zur nächsten Runde richtig genießen! Und ein paar stillunfreindliche Klamotten tragen, hochgeschlossene Kleider oder so… 😉 Gruß, leonie

  • Antworten Jonas 25. April 2018 um 13:56

    Meine Mama hat mich, glaube ich, über zwei Jahre gestillt. Sobald Mama weg war, war ich nur am schreien.
    Ich finde das Bild so super super schön! Wirklich toll, wie du deine Mama-Erfahrungen hier mit uns teilst. Ich bin mir sicher, du bist eine ganz fantastische Mama! <3

  • Antworten Phi 25. April 2018 um 17:37

    Hey Ivy,
    Ein ganz toller, ehrlicher Bericht, der mich total berührt hat. So wie du die Lage schilderst, hätte weiteres Stillen wohl eher eurer Beziehung geschadet. Ich fand in deinem Bericht besonders die Entwicklung, dass du dich von ihm körperlich distanziert hast, um kein Stillbedürfnis hervorzurufen, beunruhigend. So sollte es nicht sein. Das es trotzdem ein schmerzhafter Prozess ist, kann ich gut nachvollziehen. Wieder ein Abschied, den man verarbeiten muss. Wir haben zum Glück sehr entspannt mit ca. 14 Monaten abgestillt. Stück für Stück sind die Stillmahlzeiten einfach weggefallen. Beim nächtlichen Stillen (zu dem Zeitpunkt nurnoch halbherziges Nuckeln) haben wir Eltern mit einem Jahr den Schlussstrich gezogen und nach zwei unruhigen Nächten ist der Kleine problemlos auf dem Arm oder im Bett wieder eingeschlafen. Das Einschlafstillen haben wir ganz zum Schluss weggelassen und das Einschlafritual weiterhin so kuschelig wie möglich gestaltet, mit Vorlesen und in den Schlaf singen bei viel Körperkontakt. Ich hab mich vorher nicht festgelegt, wie lange ich stillen würde und werde es auch beim nächsten Baby nicht tun. Ich glaube, dass man spürt (so wie du), wenn die Zeit zum Abstillen gekommen ist. Alles Gute für euch!

  • Antworten Nicole 25. April 2018 um 19:15

    Ich habe deinen Bericht verschlungen und er bestärkt mich, auf mein Gefühl zu hören und den Zeitpunkt nicht zu planen. Leonard ist erst 12 Monate alt und ich habe noch lange nicht vor abzustillen. Trotzdem wird der Zeitpunkt irgendwann kommen und ich kann mir noch gar nicht vorstellen, wie das verlaufen soll. Deine Abstillgeschichte hört sich meiner Meinung nach nahezu perfekt und einfach authentisch an, denn ich habe bis jetzt keiner Geschichte so recht Glauben schenken können, wo sich das Kind wirklich ganz selbstgeleiter abgestillt hat. Danke für den tollen Einblick und die wunderschönen Fotos dazu! Nicole

  • Antworten Julia 25. April 2018 um 21:16

    Danke für deinen ehrlichen Bericht, der mir die Tränen in die Augen treibt. Ich bin ganz genau an diesem Punkt angekommen wie du vor dem Ende eurer Stillzeit. Unser Kleiner ist nun auch 22 Monate und nachts wird es immer schlimmer, ich kann nicht mehr. Da er einen sehr starken Willen hat, weiß ich schon jetzt, dass es alles andere als einfach wird mit dem Abstillen. Aber so wie jetzt kann es nicht weitergehen. Deine Worte tun mir gut, ich werde deinen Text in den nächsten Tagen bestimmt noch mal lesen.
    Alles Liebe für dich!

  • Antworten Julia 25. April 2018 um 21:55

    Liebe Ivy

    Mein 2. Kind ist nur etwa 2 Wochen älter als Jonah und seit ich deinen Blog/Instagram lese, staune ich soooo oft, wie ähnlich sich unsere Kinder/unsere Lebenssituationen/unsere Ansichten sind. Ich schreibe eigentlich nie Kommentare, aber als ich nun eure Abstillgeschichte gelesen hab, konnte ich nicht anders. Du hast nämlich identisch die Abstillgeschichte von meiner Tochter und mir zum selben Zeitpunkt beschrieben.
    Ich wünsche dir eine wunderschöne 2. Schwangerschaft und viele liebevolle Momente mit deinen Jungs

  • Antworten Kyra 25. April 2018 um 23:32

    Hallo Ivy! Mir hat es richtig gut getan deinen Artikel zu lesen. Auch wenn ich nicht stille, zweifle ich durch mein Umfeld manchmal am Einschlafbegleiten und ob es gut so ist wie ich es mache. Ich denke immer bei anderen und bei euch läuft es reibungslos und alles ist Friede Freude Eierkuchen. So doof es klingt, es beruhigt und bestärkt mich, dass es bei euch auch Abende gibt an denen es länger dauert und du mal genervt bist. Und trotzdem immer bleibst, um für dein Kind da zu sein. Danke, dass du das so ehrlich mit uns teilst!

  • Antworten Olivia 26. April 2018 um 8:16

    Liebe Ivy,

    so ein schöner Text!!! Ich habe unsere 3 jeweils 1 Jahr gestillt und aus ähnlichen Gründen wie du die Stillbeziehung beendet. Irgendwann konnte und wollte ich einfach nicht mehr! Das Ende der Stillbeziehung ist doch so das erste richtige Abschiednehmen – später ist es die Krippe, der Kindergarten, die Grundschule…
    Ganz entzückend sind deine Bilder – die sagen mehr als 1.000 Worte. Werde deinen Text jedenfalls teilen, weil ich ihn so persönlich, authentisch und ungekünstelt finde!

    Liebste Grüße, Olivia

  • Antworten sanwak 26. April 2018 um 22:20

    Ein schöner Beitrag! Ich könnte das Bild so ewig studieren, weil es so viel Liebe zeigt. Wirklich toll! – Und zur Geschichte selbst: Es kommt wie es kommt und es ist in Ordnung Entscheidungen zu treffen. Letztlich hat er ja sogar mitentschieden und akzeptiert. Es ist wie mit so vielen Dingen bei den kleinen Mäusen: Geduld ist der Schlüssel und für Akzeptanz müssen die Kids eben auch verstehen, dass die dann Welt nicht zusammenbricht.
    Ich wollte nie so lange stillen wie du und finde es bemerkenswert, dass du dich schon jetzt für ein zweites Kind entscheidest! Alles Liebe!

  • Antworten Karolin 30. April 2018 um 21:12

    Ein schöner Beitrag und ein so wunderschönes Bild von euch beiden. Es erinnert mich sehr an meine Kinder. Mit dem Kleinen (1,5 J. ) bin ich auch noch voll dabei! Die Große hab ich 28 Monate gestillt und letzten Endes auch die Entscheidung zum Abstillen getroffen. es viel ihr an diesem Abend schwer und sie hat auch geweint, aber sie hatte zum Glück das Alter, dass sie sehr viel schon verstanden hat! Seit dem nimmt sie „ihren Fleck“ (Leberfleck an meinen Bauch) und tippt mit ihren kleinen Finger drauf und hält ihn fest. Mittlerweile ist sie fast 5 🙂
    Genieß die stillfreie Zeit bevor das Baby kommt und alles Gute für euch!

    Viele Grüße, Karolin

  • Antworten Antje Ri 5. Mai 2018 um 16:55

    Hallo Ivy, deine Geschichte könnte meine sein. Larissa ist jetzt auch 22 Monate und sie liebt das stillen. Was sie auch sehr temperamentvoll fordert. Nachdem ich deinen Bericht fertig gelesen hatte überkam mich doch eine gewisse Traurigkeit. Auf der einen Seite fehlt mir die Kraft und auf der andern Seite genieße ich diese gemeinsame Zeit. Ich werde deinen Weg probieren und möchte dir danken für diesen tollen und persönlichen Bericht. Alles Gute!

  • Antworten Lisa Fischer 1. Juni 2018 um 20:08

    Liebe Yvi

    Danke dass du diese intime Erfahrung mit uns teilst. Auch ich stille meinen 15 Monate alten Sohn noch zum Einschlafen und Nachts. Er ist auch seeeehr temperamentvoll und ein Energiebündel 🙂 ich habe vor abzustillen da die Nerven auch in unserem Schlafzimmer blank liegen. Er braucht mindestens eine Stunde um einzuschlafen und wühlt sich nachts ebenfalls durchs Familienbett und wechselt von der einen Brust zur anderen. Deine Worte machen mir Mut und geben mir Hoffnung das es auch uns gelingen wird abzustillen.

    Liebe Grüße
    Lisa

  • Antworten Anni 23. Juni 2018 um 10:44

    Danke für diesen Bericht! Mein Sohn ist 23 Monate und wir sind gerade mit dem Abstillen gestartet. Und Ja. Am Tag geht es gut. Nachts nicht. Irgendwie steht mein Entschluss fest, aber aufgrund seiner heftigen Reaktion ist es nachts so schwer. Und ich schwanke zwischen „hart“ bleiben und „einknicken“. Seit mein Entschluss steht, will ich es einfach gern direkt umsetzen. Und hatte Angst nachts Dinge zu tun -wie zb aufstehen – die ich nicht zur Routine werden lassen will. Aber deine Erfahrung beruhigt mich.
    Meine große Angst ist Einfach unsere innige Beziehung aufzugeben
    Dein Bericht tut gut und ich werde mir und meinem Sohn mehr Zeit geben und es ruhiger angehen lassen.
    Ich will ein möglichst schönes Ende für unsere stillzeit mit wenig Tränen. Ich will aber auch nicht widerwillig stillen und mich dabei unwohl fühlen und genervt sein. Das will ich einfach nicht.
    Heute Nacht war es echt hart. Ich wollte ihn eigentlich sogar noch stillen. Nach 2 sehr intensiven Nuckel-Stunden tat meine Brust aber so weh, dass ich echt nicht mehr konnte.
    Ich und mein Mann haben gekuschelt, gesungen – aber es hat sehr lange gedauert, bis er sich beruhigt hat.
    Solche Nächte will ich nicht mehr. Ich nehme jetzt den Druck raus und gehe es sanfter an.
    Zuviel nach links und rechts schauen, bringt einfach nichts. Mein Sohn und ich sind einfach nicht die abrupten Typen und brauchen ggf länger für unseren Abschied.

  • Antworten Nira 4. Dezember 2018 um 10:07

    Ein sehr schöner Text! Danke!
    Ich habe unsere Tochter fast drei Jahre gestillt. Ich glaube, jede Langzeitstill—Mama kennt das, was du schilderst und es ist gut, dass du es hier so toll beschreibst mit allen Höhrn und Tiefen. Bei uns hat es sich mit der Kita auch so verhalten. Ich ging komplett am Stock. Ein Infekt nach dem nächsten, wo ich mich doch vorher 2 1/2 Jahre so über mein robustes Kind gefreut hatte. Nun nahm sie alles mit und brachte es mir auf dem Silbertablett. Ich glaube, genau da kam auch der Punkt für mich, an dem das Stillen oft Qual war.

    Wie haben wir abgestillt?
    Wir versuchen seit Beginn unser Kind bindungsorientiert zu „erziehen“, deswegen kamen Programme etc. zum Abstillen nie in Frage. Es war schon anstrengend. Klar… keiner freut sich, wenn man ihm etwas Gewohntes entzieht, vor allem, wenn es Liebe und Geborgenheit mit sich trägt. Wichtig waren bei uns wohl dafür:
    — offene Kommunikation, wie es mir damit geht, auch meine Zweifel und mein eigener Konflikt, dass ich gerne würde, aber keine Kraft mehr habe
    — kein „hart bleiben“ oder „Einklicken“, denn wir kennen keine starren Regeln, sondern nur von Situationen zu Situation, von Bedürfnis zu Bedürfnis individuelles Vorgehen und die Frage, wessen Bedürfnis jetzt gerade in genau dieser Situation schwerer wiegt, so dass mal noch gestillt wurde, mal nicht (und Kleinkinder sind keine Roboter, sie verstehen, dass der Kontext jedes Mal ein anderer ist und sie müssen nicht durch Konsequenz programmiert werden, immer gleich zu denken, fühlen, handeln)
    — nachts mit wach bleiben, aufstehen (so wie bei euch Mond gucken), wenn der „Entzug“ das kleine Mädchen frustriert hat und Ruhe zum Schlafen erstmal wiedergefunden werden muss. Als ich klein war, war es teils total verpöhnt, nachts aufzustehen, sich sogar etwas zu Trinken zu holen. Dabei geht die Schlafforschung davon aus, dass es früher die Regel war, dass sich ganze Großfamilien noch mal nachts am Feuer trafen, redeten und dann wieder schlafen gingen.
    — trotzdem in den Schlaf begleiten und ,genau wie bei euch, einfach mal nicht nach Schema F schlafen zu gehen, sondern auf dem Sofa zu kuscheln, einfach den Kopf im Schoß streicheln, etwas vorlesen, noch etwas Essen (Kohlenhydrate wirken sehr ermüdend, wenn man sich nicht den ganzen Tag damit ständig hoch pusht, also tagsüber wenig davon – und wer hat eigentlich verboten, dass man um zwei Uhr nachts nochmal Bratkartoffeln macht…? Das ging mit Mitte 20 auch nach jeder Party – trotz Arbeit)

    So ging es bei uns.
    Nicht ohne Frust. Nicht ohne jede Träne. Nicht ohne Zweifel. Aber ohne richtiges Weinen. Ohne Leiden. Ohne Schema F oder Programm X einzuhalten oder zu verletzen.

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