Links zum Style 💁🏻 Zum Rezept 🍳 Zur Anleitung 🔨 Zum Gewinnspiel 🎁
Kolumne

Hej, kannst du mal ein Foto machen?

Die schönsten Momente mit der Familie und Selfies mit Mama

23. Juni 2018
Hej, kannst du mal ein Foto machen? | Die schönsten Momente mit der Familie und Selfies mit Mama

Auf meiner Festplatte tummeln sich tausende von Fotos, mein Handy hat kaum mehr Speicherplatz und ich habe mir mehr Platz in der Cloud gekauft. Ich habe im letzten Jahr fast jeden Moment im Leben unseres Sohnes festgehalten. Wie er schläft, wie er lacht und spielt, rumliegt und guckt, robbt und entdeckt, krabbelt und steht, aus- und einräumt. Ich habe Fotos mit Papa und Oma und Opa und Oma und Opa, mit Großtante und Onkel, mit Freunden und mit ganz viel Sand im Gesicht.

Beim Durchgehen der ganzen konservierten Erinnerung fällt mir auf wie viel ich festgehalten habe und wie wenig andere. „Hej, kannst du mal ein Foto machen?“ ist ein gestelltes Bild mehr von mir und meinem Kind in der Sammlung von Fotos auf denen ich gebeten werde kurz so zu bleiben, mich mittig mit dem Kinderwagen in den Gang zu stellen, oder etwas mehr zu lächeln. Niemand hält den Moment fest, in dem mein Sohn mit meinen Haaren spielt, mir einen Stein an die Lippen hält weil er diese Köstlichkeit mit mir teilen will oder wie wir uns zusammen kringelig lachen, weil ich seine kleinen Füßlein küsse. Natürlich sind auch die gestellten Fotos schön und ich freue mich über jedes Foto mit meinem Kind, aber es sind eben nicht die echten Momente, die ich mit und für andere konserviere.

So schön all die Bilder von den schönsten Momenten auch sind, manchmal machen sie mich etwas traurig, weil ich hinter der Kamera stand um sie für alle festzuhalten und kein sichtbarer Teil von ihnen bin. Fotos helfen sich zu erinnern und ich wäre gerne Teil der Erinnerung. Schließe ich meine Augen spüre ich den Stein an meinem Lippen, sehe die vor Erwartung strahlenden Augen meine Sohnes und sein Grinsen mit den ersten kleinen Zähnchen. Ich habe alle Augenblicke in meinem Herzen abgespeichert, aber ich habe Angst, dass sie irgendwann dort verblassen und ich nichts habe um sie wieder mit Farbe zu füllen. Und ich frage mich ob meinem Kind später auffällt, dass er seine Abenteuer immer mit Papa erlebte, mit ihm badete und spielte und mit Oma und Opa in seinen ersten Urlaub flog, im Pool mit ihnen planschte und an ihren Händen spazierte??

Also mache ich verpixelte Selfies von mir und einem lachendem Kind, die uns durch jedes Alter begleiten werden, Fotos von einem stillenden Kind an meiner Brust und von einem schlafenden in meinen Armen. Ich halte die Momente mit uns fest, die ich festhalten kann, schreibe die Augenblicke auf, die ich immer in bunten Farben in Erinnerung haben möchte und erzähle ihm und mir jeden Abend, was wir alles erlebt haben und werde weiterhin um gestellte Fotos bitten, damit ich mich an die Momente drum herum besser erinnern kann.

Dir könnte ebenfalls gefallen

Keine Kommentare

Kommentar schreiben

E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Kommentaren. Auch möglich: Abonnement ohne Kommentar abschließen.

Achtung: Ich erkläre mich damit einverstanden, dass alle eingegebenen Daten und meine IP-Adresse nur zum Zweck der Spamvermeidung durch das Programm Akismet in den USA überprüft und gespeichert werden.

Weitere Informationen zu den Widerrufsmöglichkeiten sowie Akismet.