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Kolumne

Jeder Tag ist ein Neustart

Ängste und Erwartungen loslassen

7. Februar 2017

Manche Tage sind einfach blöd. Nichts läuft, alles geht schief, fällt runter oder läuft aus. Alles bleibt liegen, die Wäsche wäscht in der ersten Runde ohne Waschpulver, nach der zweiten ist sie zwar sauber, aber landet niemals auf dem Wäscheständer. Beim Abwaschen fällt die Tasse herunter, der Wasserkocher kocht drei mal hintereinander das gleiche Wasser auf und der Tee wird am Ende kalt getrunken. Das Baby findet auch mit ganz viel Stillen, Tragen, Schieben und Schunkeln nicht in den Schlaf, dafür könnte ich im Stehen einschlafen. Tränchen lassen sich nicht trocknen und der Boden ist Lava.

Egal wie kräftezehrend der Tag war, am Ende atme ich tief durch und lasse ihn hinter mir. Es bringt nichts von einem Tag auf den anderen zu schließen und mit der Angst ins Bett zu gehen, dass der nächste Tag ebenso kräftezehrend sein könnte, wie der vorangegangene. Ich kann mit Sorgen, Angst und schlechter Laune nicht schlafen und unausgeschlafen wird der nächste Tag sicher nicht besser.

Mit Baby ist jeder Tag neu und anders. Mag das Baby an einem Tag am liebsten nur getragen werden und will die Welt sehen, egal wie müde es ist, will es am nächsten Tag vielleicht am liebsten drei lange Nickerchen machen und alle Fussel auf dem Fußboden genauestens unter die Lupe nehmen. Was es an einem Tag beruhigt hat, funktioniert am nächsten nicht mehr und was es gestern noch überforderte wird heute genauestens untersucht und angegluckst.

Ich sehe inzwischen jeden Tag als kleinen Neustart und begrüße ihn unvoreingenommen. Am Anfang habe ich mich selbst gestresst. Klappte etwas nicht was am Vortag noch funktionierte zweifelte ich an mir selbst und die Angst vor einem weiteren Tag mit einem müden, aber partout nicht schlafen wollenden Baby das dicke Tränen weint, wenn ich mich auch nur hinsetzen wollte hat mir schon vor dem Aufstehen jeglich Kraft und Motivation geraubt. War der Tag dann wieder erwarten gut, konnte ich ihn nicht genießen und war blind für die kleinen Dinge die gut liefen und schön waren.

Um den Tag hinter mir zu lassen und mit einem guten Gefühl ins Bett gehen zu können hilft es mir die letzten Stunden Revue passieren zu lassen. Ganz egal ob ich mit meinem Mann darüber rede, in mich gehe, es mit euch teile oder für mich selbst aufschreibe. Sind Sorgen, Ängste, schlechte Laune, Verzweiflung und manchmal auch Wut erstmal beim Namen genannt und raus aus meinem Herzen, fällt es mir viel leichter den nächsten Tag als neues Abenteuer willkommen zu heißen, ganz egal wie es aussehen mag.

Wie geht ihr mit „guten“ und „schlechten“ Tagen um?

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18 Kommentare

  • Antworten Sindy 7. Februar 2017 um 12:16

    So schwierige Tage kennt wohl jede Mama. Ich versuche aber an jedem Tag etwas Gutes zu finden – ein herzliches Lächeln zwischendurch oder wie schön es ist, dass das Baby so gern getragen und gekuschelt wird. Ich halte mir immer vor Augen, wie sehr das kleine Wesen gewünscht ist und was für ein Glück und Privileg es ist Mama zu sein und (das ist der springende Punkt) auch einen Mann zu haben, der es liebt Vater zu sein und mir, wenn es geht, zusätzliche Stunden Schlaf ermöglicht 😄

    Ich lese deinen Blog übrigens sehr gern, du schreibst sehr sympathisch! Es hilft an manchen Tagen auch zu lesen, dass man nicht allein ist.

    • Antworten Ivy 7. Februar 2017 um 20:58

      Ich bin auch unendlich froh, dass mein Mann mir ein wirklich guter Partner ist und Jonah ein liebevoller Papa. Morgens einfach noch mal eine Runde weiterschlafen während die beiden im Wohnzimmer auf den Sonnengang warten ist an manchen Tagen Gold wert. <3

      Mir hilft es auch immer an „schlechten“ Tagen gutes zu sehen, auch wenn es manchmal erst nach einmal ganz tief Durchatmen klappt.

  • Antworten Mona 7. Februar 2017 um 12:22

    Das hast du ziemlich gut beschrieben. Manchmal ist auch eine ganze Woche einfach scheiße und dann, wenn man gar nicht mehr damit rechnet, kommt über Nacht ein neuer Tag und alles klappt reibungslos. Deswegen sollte man jeden Tag mit einem guten Tag rechnen 🙂

    • Antworten Ivy 7. Februar 2017 um 20:59

      Und nach einer Woche hart an der Grenze ist ein guter Tag ein ganz ganz ganz besonders guter Tag!

  • Antworten Nicole D. 7. Februar 2017 um 12:46

    Ich bespreche die meistens mit meiner besten Freundin. Ihr Sohn ist nur ein paar Monate älter als unserer und ebenso ein Baby das viel abverlangt. Daher weiß sie genau wie ich mich fühle und anders herum. Es tut immer gut zu hören: „Ich kenne das. Du bist nicht allein.“.
    Aber ebenso schön ist es vom anderen zu hören, dass der letzte Tag super verlief, auch wenn man sich noch solche Sorgen und Gedanken gemacht hat!

    • Antworten Ivy 7. Februar 2017 um 21:02

      In meinem Freundeskreis gibt es keine Muttis, aber dafür im erweiterten Freundeskreis „Internet“. Jemanden zu haben der einem so Nahe steht und die gleichen Erfahrungen macht, mit dem man sich austauschen kann und der einen unterstützt ist großartig. Drück deine Freundin ganz fest dafür.

  • Antworten Su 7. Februar 2017 um 15:02

    Das klingt ganz schön deprimierend. Wie hoch ist der Anteil solcher Tage, wenn man Mama ist?

    • Antworten Sindy 7. Februar 2017 um 15:20

      Kommt auf das Kind an 😀
      Also ich habe wesentlich mehr gute Tage und die schwierigen werden schnell vergessen.

      • Antworten Ivy 7. Februar 2017 um 20:48

        So ist es am schönsten. <3

    • Antworten Ivy 7. Februar 2017 um 20:52

      Was Sindy sagt. Es kommt ganz auf das Kind darauf an und auf die Phase, in der das Kind gerade steckt. Bei uns überwiegen die guten Tage, aber ab und an gibt es eben auch welche, die kräftezehrend sind. Mit einem Lächeln vom Baby sind sie aber schnell wieder vergessen.

  • Antworten Lea 7. Februar 2017 um 16:59

    Danke!
    Wie schön zu lesen, dass ich nicht die einzige Mama bin, die manchmal (öfter) solche Tage hat!
    Aber wenn ein guter Tag kommt, dann ist es wundervoll diesen zusammen zu genießen.

    • Antworten Ivy 7. Februar 2017 um 20:48

      Oh ja, zusammen genießt man alles noch mehr. <3

  • Antworten Lara 8. Februar 2017 um 13:42

    Genau, jeder Tag ist anders und meistens ist das auch etwas Gutes. Ich habe mir übrigens angewöhnt einen kleinen Teller auf die Teetasse zu legen, dann bleibt der Tee länger warm. 😉

    An Tagen, wo es wirklich duster aussieht, gehe ich oft mit meinem Kind ins Café. Ein Kaffee oder Tee für mich und wir teilen uns eine Gebäck. Das verleiht einem schlechten Tag gleich eine positivere Wendung. 🙂

  • Antworten Kadda 8. Februar 2017 um 23:10

    Danke für deinen Artikel, sehr lesenswert:)
    Ich habe immer wieder Phasen, in denen uns unser kleiner Mann besonders fordert und mich an meine Grenzen bringt.
    Die Beruhigung für mich ist: sie werden so schnell groß und man sollte auch diese Tage genießen und ihnen einfach mit viel Liebe und Geborgenheit begegnen.
    Denn dann können aus ihnen nur wunderbare Menschen werden <3

  • Antworten Linda 9. Februar 2017 um 18:39

    Ein sehr schöner Artikel! Ich lese deinen Blog nun seit meiner Schwangerschaft, als du von der kleinen Avocado berichtet hast, denn mein Babysohn ist nur ein paar Wochen jünger als deiner 🙂 Auch bei uns gibt es manchmal sehr anstrengende Tage (und Nächte 😬). Mir hilft der Austausch mit meinen Freundinnen, die ich im Geburtsvorbereitungskurs kennen gelernt habe, da unsere Kinder im gleichen Alter sind und offensichtlich oft den gleichen Unsinn treiben ☺️
    An Tagen, an denen es nicht so gut läuft, versuche ich auch, mich auf die positiven Momente zu konzentrieren und mir bewusst zu machen, dass die Zeit viel zu schnell rum geht und ich eines Tages wieder arbeiten gehen werde und den kleinen Mann dann zeitweise abgeben muss 🙁

  • Antworten Magda 12. Februar 2017 um 12:07

    🙂 Ja, solche Tage kennt wohl jeder, der Kinder hat. Und wenn man denkt, dass es nicht mehr besser wird und die Grenzen der Belastbarkeit erreicht sind, schläft ein Kind auf einmal wieder mehrere Stunden am Stück, ist ausgeglichen und fröhlich und die Sorgen lösen sich in Luft auf.
    Ich bin ja immer wieder erstaunt darüber, wie viel du/ihr selber kochst/kocht (bzw. Essen frisch zubereitet) … ich habe das im ersten Lebensjahr des Kindes gar nicht geschafft. Es gab Wochen, da haben wir jeden (!) Tag etwas zu essen bestellt. 😀 Dabei koche ich eigentlich sehr gerne, aber ich mit Tragebaby war mir das einfach nicht möglich.
    Hut ab! Ihr seid meine Vorbilder:)

    • Antworten Ivy 12. Februar 2017 um 20:34

      Ich trage Jonah beim Kochen oft auf dem Rücken oder beim Schnibbeln auch mal im Ring Sling. Inzwischen kann er aber auch mal damit Leben auf dem Küchenfußboden mit dem Schneebesen zu spielen oder das Gemüseregal auszuräumen. Bei uns gibt es aber auch oft einfach nur Joghurt mit Obst.

  • Antworten 2017-02 In Links – Jan Jastrows Blog 1. März 2017 um 21:57

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