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Montags ist PEKiP-Tag

Warum ich Krabbelgruppen und Co. so mag

25. April 2017

Montags ist bei uns PEKiP-Tag. Nach einem Vormittagsschläfchen landen Windel und Mulltuch im Rucksack und das Baby in der Trage. Wir spazieren gemütlich eine halbe Stunde durch Winterhude, fahren dann mit dem Fahrstuhl in den 5. Stock und gehen die letzte Etage zu Fuß hoch in die Kursräume der Hebammenpraxis. Der Spaziergang gehört mit dazu, ganz egal was für ein Wetter draußen ist. In den ersten Monaten schlief Jonah noch auf dem Hinweg in der Trage ein, inzwischen wird unterwegs alles aufmerksam beobachtet und für einen vorbeilaufenden Hund hängt er sich auch gerne mal fast komplett aus der Trage.
Die frische Luft vor und nach dem Kurs tut uns gut. Vor allem danach. Beim PEKiP-Kurs wird der Raum auf 25°C aufgeheizt, damit die Babys dort ohne Body und Windel rumtoben können. Und 25°C in einem geschlossenen Raum sorgen schon mal dafür, dass alle Muttis am Ende in ihrem eigenen Schweiß baden. Ein Heimweg durch die frische Luft kühlt die glühenden Wangen.

Wir sind acht Mamas mit Baby im Kurs. Von der ersten Kursstunde an so ziemlich die gleiche Runde. Nur zwei sind etwas später eingestiegen. Die Babys kennen sich. Hier wird sich zur Begrüßung angeleckt und die anderen Muttis bekommen ein Lächeln zugeworfen. Während in den ersten Monaten die Babys einfach nur auf dem Rücken lagen, ab und an mal einem auf die Hose pischerten und glücklich mit Linsen gefüllten Flaschen und bunten Tüchern spielten, werden jetzt Bällebäder, Krabbaltunnel und kleine Podeste erobert.

Ganz gleich ob PEKiP, DELFI, FABEL oder ganz einfache Krabbelgruppe, solche Kurse bieten einem die Möglichkeit den Babys dem Stand der Entwicklung entsprechende neue und andere Reize zu geben, es gibt eine kompetente Kursleitung mit der man über Themen und Probleme aus dem Babyalltag reden und andere Mütter mit denen man sich austauschen kann.

Natürlich sind diese Kurse nicht ausschließlich für Mütter und ihre Babys, Auch Väter sind willkommen und ab und an kommt beim PEKiP auch mal ein Vater mit oder vertritt eine Mama. Aber bei uns sind in der Regel die Mütter am Start.

Es gibt Montage, die sind auch für uns grau, obwohl gar keine Arbeitswoche startet. Das Wochenende mit dem Papa ist vorbei und wir starten wieder in die Woche, in der wir tagsüber nur zu zweit sind. Das macht uns manchmal schlechte Laune. Aber auf dem Weg zum PEKiP-Kurs hellt sie sich wieder auf. Spätestens beim Betreten des Raumes und beim Absetzten auf die Matten ist alles vergessen und noch bevor man das Baby ausgezogen hat, wird schon munter erkundet und beim Begrüßungslied die Gruppe angestrahlt.

Eine Stunde, mit Hin- und Rückweg sogar zwei, ist es eine kleine Pause vom Alltag.

Auf einem Regal stehen Getränke, Balisto- und Kinderriegel und eine Schüssel mit Gummibärchen. Nicht für die Babys, sondern für die Mamis. Obwohl der Kurs erst Mittags startet, gab es in der Anfangszeit kaum jemanden von uns, der vor dem Kurs irgendetwas gegessen hat. Der neue Alltag mit Baby hat das Frühstück ausfallen lassen. Die süße Verpflegung hat die erste neue Energie am Tag geliefert. Und Schoki tut auch noch der Seele gut.

Von Schoki, Bällebädern und der Möglichkeit des Austausches mal abgesehen, bieten solche Kurse einem auch endlich mal die Möglichkeit einfach nur ins Leere zu starren und ganz kurz abzuschalten. Ich muss nicht hinter meinem Kind herlaufen wenn es auf der anderen Seite des Raumes gerade einen Turm Spielmatten erklimmt weil ich weiß, dass die anderen Mamas in seiner Nähe einen Blick auf ihn werfen, ihn in die richtige Richtung lenken, wenn er mit dem Kopf zuerst von etwas herunter möchte und die begeistert applaudieren, wenn er stolz einen Ball in die Höhe hält. Hier darf jeder mal kurz eine Pause machen. Immer öfter verlieren die Kinder inzwischen auch das Interesse an der eigenen Mutter und finden die der anderen viel spannender. Und die Handtaschen und Rucksäcke. Ausräumen von neuen Dingen macht schließlich doppelt so viel Spaß.

Aber wisst ihr was mir am PEKiP-Tag, allgemein an Tagen mit Krabbelkursen am besten gefällt? Ich kann alleine Pinkeln gehen. Ich kann die Tür hinter mir schließen ohne das vor der Tür jemand meckert und die Finger versucht drunter durch zu schieben. Ich kann mir sogar Zeit lassen und das Etikett der Seife durchlesen. Wenn ich zurück in den Kursraum gehe, ist mein Baby immer noch glücklich am Spielen oder hat sich einen anderen Arm gesucht um etwas Beruhigung zu finden.

Mit dem ersten Geburtstag endet der PEKiP-Kurs und ich halte jetzt schon Ausschau, nach einem schönen Ersatz für uns. Wir haben schon einige offene Krabbelgruppen besucht, die ich auch als ab und an Ersatz sehr angenehm finde, aber eine feste Gruppe, bei der sich alle kennen und vertrauen, möchte ich gerne weiterhin in unserer Woche haben.

Besucht ihr mit euren Kindern ähnliche Kurse?

Alltag

Drei Kinder sind Chaos

Eine Geschichte aus dem Alltag

11. April 2017

Ich habe einen neuen Hausarzt. Keine Ahnung was mit meinem alten passiert ist. Plötzlich war in seiner Praxis eine neue Ärztin und die Arzthelferinnen, die ich so sehr mochte, sind auch nicht mehr da. Ich könnte natürlich die neue Ärztin fragen wo mein alter Arzt hin ist, aber er war alt und ich habe Angst, dass mir die Antwort nicht gefällt. Ich könnte die neue Ärztin auch als neue Hausärztin nehmen, aber es hat sicher einen Grund warum die netten Arzthelferinnen nicht bei ihr geblieben sind und sicher ist sie der Teufel.

Na jedenfalls habe ich jetzt einen neuen Hausarzt. Einen ganz netten Griechen der nach Sommerurlaub aussieht und gleich um die Ecke ist. Eigentlich nimmt seine Praxis gar keine neuen Patienten auf, aber als ich heute früh mit Jonah am Tresen stand und mein Glück in der offenen Sprechstunde versuchen wollte waren alle vom Baby so angetan, dass ich jetzt doch ein neuer Patient sein darf.

Mein neuer Hausarzt liebt Kinder. Alle zwei Minuten guckte eine der Arzthelferinnen bei uns rein und alle witzelten, dass sie kontrollieren würden ob das Baby noch bei mir, oder schon bei ihm sei. Im Nachhinein klingt das etwas unheimlich, aber ich war vorhin davon noch ganz begeistert.

Er selbst hat drei Kinder. Eigene, nicht von Patienten geklaut. Hoffe ich. Ein Kind, sagt er, sei perfekt. Bei zwei Kindern sei eines ein Mamakind und eines ein Papakind. Das sei doof. Drei Kinder seien Chaos. Pures Chaos. Und das sei am schönsten. Er würde immer wieder drei Kinder haben wollen. Ich mag Chaos. Jetzt muss ich mir überlegen wie ich Tom von zwei, statt nur einem weiteren Kind überzeuge.

Stillen findet er auch toll. Ich soll so lange stillen wie wir mögen. Tragen auch. Er schreibt mir nach Ostern aber trotzdem ein Rezept für Physiotherapie auf. Stillen und Tragen kann den Rücken schließlich schon mal unangenehm belasten. Und die letzten Nächte saß ich statt zu liegen mit dem Baby im Arm im Bett, das gerade Dauerstillt. Etwas für den Rücken klingt also ganz gut. Ein heißes Bad verschreibt er mir auch. Das Rezept löse ich gleich heute Abend bei Tom ein.

Beim Blutabnehmen erzählte er mir noch wie ich ihn erreichen kann. Nur per Telefon. Internet gibt es hier nicht. Wegen der Trojana. Ich nickte verständnisvoll. Schließlich will ich mir nicht noch einen neuen Hausarzt suchen.

Während ich google was das Hashimoto Syndrom ist, überlege ich mir weiter Kindernamen. Für zwei weitere Kinder ist unsere Namensliste nämlich noch zu kurz.