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Mommy

Baby Mommy Wishlist

Schönes im April

Gekauft und nicht nur gewünscht

27. April 2017

Neben ein paar Kilo Blaubeeren die ich regelmäßig nach Hause schleppe (ja, kein bisschen saisonal und das ist gar nicht gut, aber meine Seele genießt jede einzelne von ihnen), habe ich diesen Monat ein wenig übertrieben und noch ein paar andere Dinge mit nach Hause gebracht. Für mich und für das Baby. Statt einer Wunschliste gibt es eine „was hat Mama alles angeschleppt“-Liste. An dem Namen muss ich noch feilen, aber ich glaube, das Prinzip gefällt mir. Ich lese und gucke gerne Youtube-Videos mit diesem Inhalt, vielleicht ihr ja auch. Und wenn es euch gefällt, findet einmal im Monat eine solche Liste Platz auf meinem Blog. Vorausgesetzt ich kaufe wieder mehr als Blaubeeren.

Ein paar Tage war es richtig schön warm. Schon fast Sommer statt Frühling. Jonah und ich saßen Barfuß in der Sandkiste und eine milde Brise ließ sich alles nach Urlaub anfühlen. Ich wollte am liebsten die dicke Jeans gegen luftige Stoffhosen tauschen und klickte mich Abends durch ein paar Onlineshops. Bei Asos landeten zwei Hosen aus einem Mix aus Baumwolle und Leinen in meinem Warenkorb und ich könnte heulen, dass es gerade wieder vor dem Fenster hagelt und die Hosen noch ein bisschen im Schrank auf Ich liebe Leinen und möchte ganz langsam immer mehr Teile mit mehr oder weniger Anteil davon meine Garderobe integrieren. Die rosa Karottenhose | 1 | fühlt sich etwas fester an, die rotbraune Hose | 3 | ist schön leicht und ich mir gefallen die Knöpfe und die Schleife zum Binden an der Seite besonders gut.

Vor ein paar Jahren konnte ich mir mich selbst in Sneakern überhaupt nicht vorstellen. Bloß Chucks waren eine Ausnahme. Ich liebte Chelsea Boots, mit und ohne Absatz. Inzwischen komme ich mir ohne Sneaker an den Füßen komisch vor. Sneaker und Gummistiefel dominieren inzwischen meinen Schuhschrank. Um die beigen Lily Sneaker von Edited | 2 | mit der unglaublich trendigen Schleife tigere ich schon etwas länger herum und gönnte sie mir jetzt einfach.

Ich brauche keine Still-Oberteile, einfach das Shirt hochziehen finde ich viel praktischer. Mit lockeren Oberteilen geht das noch mal eine Nummer leichter als mit engen Shirts. Ich liebe Streifen und der Jumper Marika von Edited | 4 | mit seinem gestreiften Rüschensaum ist ganz sicher für mich gemacht. Rosa war nie meine Farbe, also abgesehen von dem rosa Kleid, dass ich als Kind tragen durfte, als ich Blumenmädchen auf einer Hochzeit war. Seit letztem Jahr mag ich Rosa dafür doppelt so gerne. Meine rosa Regen- und Jeansjacke trage ich momentan am liebsten. Das rosa Oberteil von Asos | 5 | ist leicht und luftig und gerade im Sale. 😉

Die letzten Jahre kamen an meine Haut nur natürliche Öle und Heilerde. Damit bin ich immer noch vollkommen zufrieden, aber seit Jonahs Geburt juckt es mich in den Fingern mal wieder etwas mehr zu machen und auszuprobieren. Mir etwas richtig gutes zu gönnen. Meine Lieblingsmarke für Schminke ist 100% pure, neben dekorativer Kosmetik haben sie aber auch ganz tolle Pflegeprodukte und ich schlug letzte Woche zu. Neben diesem und jenem landete auch ein Gesichtspeeling mit Matcha | 6 | bei mir im Bad. Das werde ich heute Abend ganz entspannt ausprobieren.

Es fällt mir unglaublich schwer an schönen Tassen, Tellern und Schüsseln vorbei zu gehen. Irgendwann möchte ich ein buntes Sammelsurium schöner und gerne auch handgemachter Keramik im Küchenschrank stehen haben. Bei Bechern bin ich schon gut dabei, gerade stocke ich die Teller auf. Die Stücke von Suite One Studio haben es mir angetan und gerade gibt es bei Anthropolgie ein paar wirklich hübsche Teile aus einer Kooperation für einen humanen Preis zu erstehen. Da konnte ich nicht nein sagen und drei Dessertteller | 7 | sind gehören jetzt mir.

Jonah ist jetzt ein Spielplatzkind. Schaukeln und im Sand rumwuseln sind sein Ding. Ganz besonders haben es ihm aber die Spielsachen der anderen Kinder angetan. Damit wir den anderen eine Ersatzschaufel in die Hand drücken können, während Jonah die der anderen mopst, haben wir uns einen Matschbeutel voll Sandspielzeug von Spielstabil | 8 | bestellt. Vielleicht mag der Babysohn seine eigenen Spielsachen ja sogar lieber als die der anderen. Beim nächsten Ausflug in die Sandkiste testen wir das mal.

Wer viel auf der Terrasse und der Wiese rumkrabbelt und sich an allem hochzieht und daran entlang läuft, der braucht Schuhe. Schön weiche für den zarten Babyfuß. Die Krabbelschuhe mit Fuchsmotiv von Pololo | 9 | sind so unglaublich süß und so weich.

Pettersson und Findus sind fester Bestandteil meiner Kindheit und meine Kinderbücher stehen noch immer hier im regal und warten darauf von Jonah entdeckt zu werden. Aber die Seiten sind dünn und das Format noch viel zu unhandlich für kleine Hände. Ich entdeckte zufällig die kleine Variante mit stabilen Pappseiten und kürzeren Texten. Klar ist Jonah noch zu jung um all die kleinen Muckler zu entdecken, aber wir lesen trotzdem Abends in dem Buch | 10 |.

Am liebsten würde das Baby ständig mit unserem Handfeger und Schaufel spielen, aber in der Bürste sind so viele Fussel und die Schippe sah sicher auch schon mal besser aus. Jetzt hat er sein eigenes Kehrblech mit Schaufel von Glückskäfer | 11 |.

Hat es euch eines der Teile auch angetan?

Alltag Baby Mommy

Montags ist PEKiP-Tag

Warum ich Krabbelgruppen und Co. so mag

25. April 2017

Montags ist bei uns PEKiP-Tag. Nach einem Vormittagsschläfchen landen Windel und Mulltuch im Rucksack und das Baby in der Trage. Wir spazieren gemütlich eine halbe Stunde durch Winterhude, fahren dann mit dem Fahrstuhl in den 5. Stock und gehen die letzte Etage zu Fuß hoch in die Kursräume der Hebammenpraxis. Der Spaziergang gehört mit dazu, ganz egal was für ein Wetter draußen ist. In den ersten Monaten schlief Jonah noch auf dem Hinweg in der Trage ein, inzwischen wird unterwegs alles aufmerksam beobachtet und für einen vorbeilaufenden Hund hängt er sich auch gerne mal fast komplett aus der Trage.
Die frische Luft vor und nach dem Kurs tut uns gut. Vor allem danach. Beim PEKiP-Kurs wird der Raum auf 25°C aufgeheizt, damit die Babys dort ohne Body und Windel rumtoben können. Und 25°C in einem geschlossenen Raum sorgen schon mal dafür, dass alle Muttis am Ende in ihrem eigenen Schweiß baden. Ein Heimweg durch die frische Luft kühlt die glühenden Wangen.

Wir sind acht Mamas mit Baby im Kurs. Von der ersten Kursstunde an so ziemlich die gleiche Runde. Nur zwei sind etwas später eingestiegen. Die Babys kennen sich. Hier wird sich zur Begrüßung angeleckt und die anderen Muttis bekommen ein Lächeln zugeworfen. Während in den ersten Monaten die Babys einfach nur auf dem Rücken lagen, ab und an mal einem auf die Hose pischerten und glücklich mit Linsen gefüllten Flaschen und bunten Tüchern spielten, werden jetzt Bällebäder, Krabbaltunnel und kleine Podeste erobert.

Ganz gleich ob PEKiP, DELFI, FABEL oder ganz einfache Krabbelgruppe, solche Kurse bieten einem die Möglichkeit den Babys dem Stand der Entwicklung entsprechende neue und andere Reize zu geben, es gibt eine kompetente Kursleitung mit der man über Themen und Probleme aus dem Babyalltag reden und andere Mütter mit denen man sich austauschen kann.

Natürlich sind diese Kurse nicht ausschließlich für Mütter und ihre Babys, Auch Väter sind willkommen und ab und an kommt beim PEKiP auch mal ein Vater mit oder vertritt eine Mama. Aber bei uns sind in der Regel die Mütter am Start.

Es gibt Montage, die sind auch für uns grau, obwohl gar keine Arbeitswoche startet. Das Wochenende mit dem Papa ist vorbei und wir starten wieder in die Woche, in der wir tagsüber nur zu zweit sind. Das macht uns manchmal schlechte Laune. Aber auf dem Weg zum PEKiP-Kurs hellt sie sich wieder auf. Spätestens beim Betreten des Raumes und beim Absetzten auf die Matten ist alles vergessen und noch bevor man das Baby ausgezogen hat, wird schon munter erkundet und beim Begrüßungslied die Gruppe angestrahlt.

Eine Stunde, mit Hin- und Rückweg sogar zwei, ist es eine kleine Pause vom Alltag.

Auf einem Regal stehen Getränke, Balisto- und Kinderriegel und eine Schüssel mit Gummibärchen. Nicht für die Babys, sondern für die Mamis. Obwohl der Kurs erst Mittags startet, gab es in der Anfangszeit kaum jemanden von uns, der vor dem Kurs irgendetwas gegessen hat. Der neue Alltag mit Baby hat das Frühstück ausfallen lassen. Die süße Verpflegung hat die erste neue Energie am Tag geliefert. Und Schoki tut auch noch der Seele gut.

Von Schoki, Bällebädern und der Möglichkeit des Austausches mal abgesehen, bieten solche Kurse einem auch endlich mal die Möglichkeit einfach nur ins Leere zu starren und ganz kurz abzuschalten. Ich muss nicht hinter meinem Kind herlaufen wenn es auf der anderen Seite des Raumes gerade einen Turm Spielmatten erklimmt weil ich weiß, dass die anderen Mamas in seiner Nähe einen Blick auf ihn werfen, ihn in die richtige Richtung lenken, wenn er mit dem Kopf zuerst von etwas herunter möchte und die begeistert applaudieren, wenn er stolz einen Ball in die Höhe hält. Hier darf jeder mal kurz eine Pause machen. Immer öfter verlieren die Kinder inzwischen auch das Interesse an der eigenen Mutter und finden die der anderen viel spannender. Und die Handtaschen und Rucksäcke. Ausräumen von neuen Dingen macht schließlich doppelt so viel Spaß.

Aber wisst ihr was mir am PEKiP-Tag, allgemein an Tagen mit Krabbelkursen am besten gefällt? Ich kann alleine Pinkeln gehen. Ich kann die Tür hinter mir schließen ohne das vor der Tür jemand meckert und die Finger versucht drunter durch zu schieben. Ich kann mir sogar Zeit lassen und das Etikett der Seife durchlesen. Wenn ich zurück in den Kursraum gehe, ist mein Baby immer noch glücklich am Spielen oder hat sich einen anderen Arm gesucht um etwas Beruhigung zu finden.

Mit dem ersten Geburtstag endet der PEKiP-Kurs und ich halte jetzt schon Ausschau, nach einem schönen Ersatz für uns. Wir haben schon einige offene Krabbelgruppen besucht, die ich auch als ab und an Ersatz sehr angenehm finde, aber eine feste Gruppe, bei der sich alle kennen und vertrauen, möchte ich gerne weiterhin in unserer Woche haben.

Besucht ihr mit euren Kindern ähnliche Kurse?

Baby Family Mommy

Maßvoll inkonsequent

Das verbiegen von Regeln

23. März 2017

Was möchte ich meinem Kind vorleben, was zeigen? Was erlaube ich, was möchte ich vermeiden? Ich habe mir während der Schwangerschaft viele Gedanken darüber gemacht und Regeln für uns aufgestellt, die wir inzwischen zum Teil ordentlich verbogen haben. Denn „nein“ zu etwas zusagen, das noch gar nicht akut ist, was wir noch gar nicht richtig einschätzen konnten, ist leichter gesagt, als es letztendlich auch umzusetzen.

Kein Brei lässt sich locker durchziehen, wenn das Baby eh bis zum siebten Monat nur stillen mag. Aber wenn es dir plötzlich deinen Frühstücksbrei genüsslich vom Löffel lutscht und weit den Mund aufreißt, sobald irgendjemand einen Löffel in der Hand hält, dann lässt man seinen BLW-Plan (Baby Led Weaning) schleifen. Und plötzlich gibt es Brei, Fingerfood und das Essen von Mama und Papa. Alles wild gemischt. Puh, aber Gläschen, die gehen weiterhin gar nicht. Ja und dann hast du irgendwann mal keine Lust für drei Löffel selbst Brei zu kochen und ganz ehrlich? Der Linsenbrei mit Gemüse und Couscous von Alnatura ist ziemlich lecker!

„Nee, gib Jonah bitte nichts von deinem Marmeladenbrötchen. Kein Zucker im ersten Jahr.“ Beim letzten Besuch bei den Schwiegereltern sprudelte das noch aus mir heraus, letztes Wochenende durfte Jonah mal ein Löffelchen Eis probieren. Alles was wir essen, möchte Jonah auch. Er lässt sich nicht mehr mit einem Stück Gurke oder einem Hirsekringel veräppeln. Und ich möchte nicht darauf verzichten bei einem Spaziergang durch die Sonne ein Eis zu genießen. Also darf er probieren. Süßes gibt es bei uns nicht oft in seiner Anwesenheit, also fühle ich mich dabei auch nicht schlecht. Klar, es gibt auch Eltern die unglaublich konsequent sind, aber ich bin es nicht. Bitte steinigt mich nicht. Ich glaube in Maßen, und das ist ein Löffelchen am Wochenende ganz sicher, ist Süßes vollkommen okay.

Wir wollten niemals den Fernseher laufen lassen, wenn Jonah mit im Zimmer ist. Das war mir fast noch wichtiger als die „Kein Zucker“-Regel. Ja und dann kam eine Woche voller Regen, voller schlechter Laune, weil die ersten Zähne kamen, voller „bitte trag mich“ und die Wohnung fühlte sich immer kleiner an, voller „ich mag nicht schlafen“, aber ich war so müde. Und dann guckte ich eine Folge einer Serie und Jonah saß neben mir. Er guckte kurz zum Fernseher und nach ein paar Augenblicken war für den Rest der Folge das Sofakissen viel spannender. Wir sind in der Regel mehr Draussen als Drinnen und räumen mehr Schubladen ein und aus, rollen mehr Bälle durch die Gegend und schauen uns bunte Bücher an, als das ein Youtube-Video oder eine Folge bei Netflix läuft, aber ab und an läuft eben etwas.

Ich bin nicht perfekt, ich bin manchmal inkonsequent, ich lerne dazu und werfe über Bord, was für uns einfach nicht funktioniert, egal für wie gut ich es halte. Ich gehe den Weg, der für uns alle passt, bei dem wir am Wochenende ein Eis in der Sonne naschen können, ohne dass uns Jonah im Kinderwagen mit weit geöffneten Mund entgegen blickt und frustriert ist, weil wir ihm nichts abgeben, bei dem ich auch mal vor 20 Uhr auf dem Sofa sitzen und mir ein Youtube-Video anschauen kann, während Jonah neben mir spielt und bei dem ich mich selbst nicht für eine schreckliche Rabenmutter halte, weil ich Jonah ein Gläschen Brei anbiete, weil mein Essen heute mal aus super scharfen Curry besteht und er nichts davon abhaben kann. Ich bin maßvoll inkonsequent.

Family Mommy

Manchmal bin ich wütend auf meinen Partner

16. Februar 2017

Ich bin kurz davor mich meinem Baby anzuschließen und zu heulen. Der Tag war einfach nicht unser. Alles geht drunter und drüber und ich würde unglaublich gerne mal alleine pinkeln gehen. Oder mich kurz hinsetzten. Wirklich nur ganz kurz.

Und dann schreibt mein Mann mir, dass im Büro heute einfach nichts los gewesen sei. Bock auf Asiatisch hätte er zum Abendessen und morgen würde er gerne ganz in Ruhe eine Runde Radfahren.

Plötzlich bin ich wütend. Auf ihn. Dabei hat er überhaupt nichts gemacht. Er kann nichts dafür, dass heute bei mir irgendwie nichts funktioniert und mir alles zu viel wird. Er kann auch nicht riechen, dass ich gerade auf dem Zahnfleisch gehe und seine entspannten Nachrichten bei mir einen Schalter umkippen lassen und ich meine letzte Kraft für eine ordentliche Portion Wut mobilisiere.

Er durfte sicher ständig pinkeln gehen, alleine, ohne kleinen Zuschauer der sich auf seinem Arm hin und her wand und es zu einer wirklichen Challenge machte, Toilettenpapier zu benutzen, der nicht auf dem Boden liegen wollte und sich weinend an seinen Beinen hochzog, der einfach nicht schlafen wollte, weil ihn irgendwas plagte und nicht zur Ruhe kommen ließ. Und er konnte sicher ganz viel Tee trinken, warmen Tee, vielleicht sogar heißen.

Ich bin wütend, weil meine letzte Kraft fast aufgebraucht ist und er noch so viel hat. Ich bin wütend weil er das nicht weiß und nicht sensibler ist. Aber woher soll er auch wissen, dass er heute mit einem rohen Ei redet? Gestern lief ja schließlich alles gut und wir begrüßten ihn mit einem Lachen. Ich bin wütend, weil ich meinen eigenen Erwartungen nicht gerecht werde, weil ich nicht entspannter bin, weil ich nicht mehr kann. Und er bekommt es ab. Und dann bin ich wütend, weil ich wütend bin.

Ich möchte weinen und toben und schreien, ich möchte mit meinen Fäusten auf seine Brust hämmern und sauer sein, weil bei ihm alles gut lief und bei mir nicht. Ich möchte ihm auf seine entspannten Nachrichten schreiben, dass er ein Arsch ist und wie blöd ich ihn finde.

Stattdessen atme ich kurz durch. Schreibe ihm, dass ich noch mal mit Jonah spazieren gehe, spaziere, komme runter, entspanne mich mit Jonah und zuhause lasse ich mich von meinem Mann in den Arm nehmen. Meistens. Manchmal schreibe ich ihm auch, dass er ein Arsch ist.

Baby Family Mommy

Jeder Tag ist ein Neustart

Ängste und Erwartungen loslassen

7. Februar 2017

Manche Tage sind einfach blöd. Nichts läuft, alles geht schief, fällt runter oder läuft aus. Alles bleibt liegen, die Wäsche wäscht in der ersten Runde ohne Waschpulver, nach der zweiten ist sie zwar sauber, aber landet niemals auf dem Wäscheständer. Beim Abwaschen fällt die Tasse herunter, der Wasserkocher kocht drei mal hintereinander das gleiche Wasser auf und der Tee wird am Ende kalt getrunken. Das Baby findet auch mit ganz viel Stillen, Tragen, Schieben und Schunkeln nicht in den Schlaf, dafür könnte ich im Stehen einschlafen. Tränchen lassen sich nicht trocknen und der Boden ist Lava.

Egal wie kräftezehrend der Tag war, am Ende atme ich tief durch und lasse ihn hinter mir. Es bringt nichts von einem Tag auf den anderen zu schließen und mit der Angst ins Bett zu gehen, dass der nächste Tag ebenso kräftezehrend sein könnte, wie der vorangegangene. Ich kann mit Sorgen, Angst und schlechter Laune nicht schlafen und unausgeschlafen wird der nächste Tag sicher nicht besser.

Mit Baby ist jeder Tag neu und anders. Mag das Baby an einem Tag am liebsten nur getragen werden und will die Welt sehen, egal wie müde es ist, will es am nächsten Tag vielleicht am liebsten drei lange Nickerchen machen und alle Fussel auf dem Fußboden genauestens unter die Lupe nehmen. Was es an einem Tag beruhigt hat, funktioniert am nächsten nicht mehr und was es gestern noch überforderte wird heute genauestens untersucht und angegluckst.

Ich sehe inzwischen jeden Tag als kleinen Neustart und begrüße ihn unvoreingenommen. Am Anfang habe ich mich selbst gestresst. Klappte etwas nicht was am Vortag noch funktionierte zweifelte ich an mir selbst und die Angst vor einem weiteren Tag mit einem müden, aber partout nicht schlafen wollenden Baby das dicke Tränen weint, wenn ich mich auch nur hinsetzen wollte hat mir schon vor dem Aufstehen jeglich Kraft und Motivation geraubt. War der Tag dann wieder erwarten gut, konnte ich ihn nicht genießen und war blind für die kleinen Dinge die gut liefen und schön waren.

Um den Tag hinter mir zu lassen und mit einem guten Gefühl ins Bett gehen zu können hilft es mir die letzten Stunden Revue passieren zu lassen. Ganz egal ob ich mit meinem Mann darüber rede, in mich gehe, es mit euch teile oder für mich selbst aufschreibe. Sind Sorgen, Ängste, schlechte Laune, Verzweiflung und manchmal auch Wut erstmal beim Namen genannt und raus aus meinem Herzen, fällt es mir viel leichter den nächsten Tag als neues Abenteuer willkommen zu heißen, ganz egal wie es aussehen mag.

Wie geht ihr mit „guten“ und „schlechten“ Tagen um?

Baby Family Mommy

7 Monate Mama

Was mich die Mutterschaft bis jetzt gelehrt hat

31. Januar 2017

Krabbelgruppen sind primär dafür da, als Mutter einfach mal eine Stunde lang ins Nichts zu starren.

„Pupsis oder Zähnchen?“ Niemand wird auf diese Frage jemals eine Antwort finden.

Unter der Dusche verwandeln sich Brüste in kleine Muttermilch-Pistolen.

Muttermilch kann wie eine kleine Fontäne aus der Brust spritzen. Gerne auch mal an zwei oder drei Stellen gleichzeitig. Die Schusslinie ist jedesmal vollkommen wahllos und nichts und niemand ist sicher. Das Baby macht inzwischen das beste daraus und sitzt ab und an mit offenem Mund davor und lässt sich die Milch in den Mund laufen.

Milch-, Spucke- und Pipiflecken sind halb so wild. Je nach Art des Flecks lässt man ihn einfach trocknen oder rubbelt vorher kurz drüber und man kann das Kleidungsstück locker noch den ganzen Tag tragen. Oder den zweiten. Na gut, manchmal auch noch den dritten.

Es sollte immer eine Notfall-Gallseife in der Vorratskammer und im Reisegepäck liegen. Windelexplosionen kommen nämlich immer genau dann, wenn man nicht mit ihnen rechnet. Vermutlich wäre es aber auch eine Option einfach alle Bodys senfgelb einzufärben.

Egal wie blöd der Tag war, das Lächeln meines Babys macht immer alles wieder gut.

1000 Fotos am Tag sind rückblickend immer zu wenig. Das Baby wird so schnell groß und verändert sich gefühlt täglich. Ich möchte jeden einzelnen Augenblick konservieren.

In meinem Adressbuch stehen mehrere Kontakte „XYZs Mutti“ und ich werde mir vermutlich niemals die Namen der Mütter merken, dafür kenne ich aber Name, Alter und Schlafverhalten der Babys.

Nichts riecht besser als der Kopf meines Babys.

Ich hätte die vollen Haare während meiner Schwangerschaft mehr genießen sollen.

Manche Pupse verdienen Applaus.

Me time kann auch der kurze Sprint durch den Edeka am Ende der Straße sein, während der Papa auf das Baby aufpasst.

Messer sind überbewertet. Auch mit Löffel und Gabel kann man so ziemlich alles zerkleinern. Und wer braucht denn bitte zwei Hände zum Essen?

Es gibt immer jemanden der besser weiß, wie du als Mutter sein solltest.

Nichts ist so egal wie das, was andere über dich als Mutter denken.

Das Schunkeln mit Baby im Arm ist irgendwann wie Atmen. Ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich hin und her schaukle, auch wenn jemand anderes mein Baby hält.

Keine Liebe war jemals so groß und bedingungslos.

Mommy

Stilldemenz

Worum ging’s nochmal?

10. Januar 2017

Manchmal nehme ich mein iPhone in die Hand, entsperre es und … halte inne. Ganz plötzlich ist mein Kopf leer, ich habe keine Ahnung was ich gerade machen wollte, maximal kann ich mich noch daran erinnern, dass es etwas wichtiges war. Großartig, immerhin etwas. Ich vergesse unglaublich schnell, was ich sagen wollte wenn mein Gegenüber mal etwas länger für seinen Satz braucht oder mich unterbricht. Meine Qualitäten als Gesprächspartner sind, seit Jonah da ist, ziemlich traurig. Ich mache mich aber gut als Zuhörerin, also zumindest als Person die so aussieht, als würde sie zuhören. Ich sitze gerne da, lasse mich von den Geschichten anderer berieseln und … denke nicht nach.

Während ich anfangs einfach nicht dazu kam, meinen Tee heiß zu trinken, vergesse ich ihn inzwischen einfach in der Küche. Wenn ich denn überhaupt daran denke das aufgekochte Wasser über die Teebeutel zu gießen. Seit drei Wochen denke ich bei jedem Body mit hübschen, gelben Flecken daran Gallseife auf die Einkaufsliste zu setzen, vergesse es aber jedes mal, nachdem ich den immer kleiner werdenden Seifenblock zurück in die Packung lege und das Bad verlasse. Achtung, ich trage das jetzt in die Liste ein!

Meine Handy erinnert mich regelmäßig an Dinge, die ich noch erledigen muss, weil es dann aber meistens nicht passt (Stillen, Mittagsschlaf, Babyspucke) snooze ich die Erinnerung. Das kann man ganz entspannt mehrere Tage machen. Irgendwann tippt man dann auch nicht mehr „In einer Stunde erinnern“ sondern „Morgen erinnern“ an. Läuft. Weil mein Mann das inzwischen weiß, merkt er sich die ganz wichtigen Dinge für mich und schreibt mir dann von der Arbeit aus Nachrichten mit meinen Erinnerungen. Die kann ich dann leider nicht mehr snoozen. Auch handgeschriebene To-Do-Listen helfen mir nicht viel, ich vergesse sie nämlich gerne mal. Was nicht bedeutet, dass ich nicht immer wieder welche anlege. Ich liebe To-Do-Listen. Ich mache mir gerne einen Plan und hake so gerne Dinge ab. Irgendwann hake ich alle To-Do-Listen ab, die ich vergessen habe, weil es so schön ist.

Wenn ich Nachrichten bekomme, ist meistens nicht der richtige Zeitpunkt um sie zu lesen, oder auf sie zu antworten. Ich verschiebe das immer auf einen ruhigen Moment, weil ich mich nicht nur halb der Nachricht und damit der Person die sie mir schickte zuwenden möchte. Blöd nur, dass ich in der ruhigen Minute meist vergessen habe, dass ich eine Nachricht bekam auf die ich antworten wollte. Ganz schlimm sind da übrigens der Facebook-Messenger und WhatsApp. In beiden bin ich in irgendwelchen Gruppenchats, die ich zwar gemutet habe, aber am Icon trotzdem die kleine, rote Notificationbubble immer höher zählt. Da geht eine neue Nachricht gerne mal unter. Und dann, zwei Monate später entdecke ich sie und fühle mich unglaublich schlecht.

Entweder ich leide an Stilldemenz, oder ich habe bei der Geburt versehentlich mein halbes Gehirn mit herausgepresst. Ich hoffe ja auf ersteres. Gut, aktuell sieht es so aus als würde ich Jonah bis er 18 Jahre alt ist stillen, aber nach diesen 18 Jahren würde ich mich wieder daran erinnern können, warum zum Henker ich gerade Wunderlist geöffnet habe. (Text durchlesen hilft, Ivy. Jetzt steht Gallseife endlich auf der Liste.)

Schon während der Schwangerschaft stand mein Gedächtnis manchmal im Standby. Und je näher die Geburt rückte, desto vergesslicher wurde ich. In meinem Kopf drehte sich alles um das Baby und das tut es heute die meiste Zeit auch noch. Jonah macht sich breit in meinem Kopf und verdrängt alles andere. Das ist okay, er ist ja auch um einiges niedlicher als ein Block Gallseife.

Dem veränderten Hormonhaushalt lassen sich die Aussetzer ganz gut unterschieben. Schon während der Schwangerschaft geht der rund und sorgt u.a. für den Nestbautrieb. Die vermehrte Ausschüttung von Oxytocin sorgt auch dafür, dass sich Mütter voll und ganz auf ihr Baby konzentrieren, da werden weniger wichtige Dinge einfach in den Hintergrund gedrängt. Dass jeder Tag ein neues Abenteuer ist und fast nie dem gleich Muster folgt trägt auch dazu bei, dass man sich nicht so gut konzentrieren kann und Nebensächlichkeiten untergehen. Schlafmangel tut dann sein übriges. Wobei ich eigentlich genug Schlaf bekomme. Mit Jonah Mittagsschläfchenen machen und um 18 Uhr zusammen mit ihm ins Bett gehen (er wittert es wenn ich aufstehen will und wacht einfach wieder auf) sorgen dafür, dass ich ausreichend Schlaf bekomme. Naja, nur gerade nicht. Das liegt aber nicht an meinem Baby, das gerade wieder neben mir liegt und friedlich schläft, sondern an irgendeiner innerlichen Unruhe, die mir seit zwei Wochen den Schlaf raubt. Ich kann nicht abschalten und weiß einfach nicht warum. Vermutlich wusste ich es mal, wollte es in mein iPhone eintragen um mich später daran zu erinnern, vergaß es aber vorher wieder.

Solange ich aber meine Unterwäsche regelmäßig wechsle (ich muss noch Wäsche abnehmen), mit Schlüssel, Kind und Schokolade das Haus verlasse und immer für Sahne im Kühlschrank sorge damit der Kakao perfekt schmeckt, ist alles gut.

Laut einer neuen Studie verändert sich das Gehirn einer Mutter nachweislich, wobei noch nicht gesagt werden kann warum und ob das ganze dauerhaft ist. Die Studie lief zwei Jahre und in diesen zwei Jahren waren die Veränderungen sichtbar. Man geht momentan von einem Umbauprozess aus. Was danach passiert? Alle Mütter werden Superhelden, ganz klar!