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6 Tipps um morgens munter zu werden

Fit und mit Energie in den Tag starten

26. Oktober 2017
6 Tipps um morgens munter zu werden | Fit und mit Energie in den Tag starten | ivy.li

Manchmal komme ich morgens einfach nicht hoch. Ich fühle mich wie überfahren und würde am liebsten direkt wieder ins Bett steigen. Geht aber nicht. Sechs kleine Tipps helfen mir, damit ich schnell munter werde und mit Energie in den Tag starten kann.

Einige Nächte sind einfach zu kurz. Ich habe bis in die Puppen am Laptop gearbeitet, konnte ein Buch einfach nicht aus der Hand legen oder mein Gedankenkarussell stoppen, auf dem Sofa war es einfach zu gemütlich mit meinem Partner oder das Kind hat die Nacht zur Party gemacht. Ich fühle mich beim Aufschlagen der Augen, als hätte ich einen dicken Kater, obwohl ich seit Jahren keinen Alkohol trank, mir ist schlecht, mein Mund ist trocken und mein Gleichgewichtssinn will nicht mit aufstehen.

Aber der Sohn möchte um kurz nach fünf Uhr aufstehen und dreht direkt von Null auf Hundert, ich habe eine ellenlange To-Do-Liste und bevor mein Mann zur Arbeit geht, möchte ich ihn mindestens noch fünf Minuten tierisch auf die Nerven gehen. Dafür muss mein Kreislauf ganz fix angekurbelt werden. Was mir dabei hilft?

Warmes Wasser

Warmes Wasser klingt vielleicht nicht nach dem ultimativen Tipp, er steht bei mir aber an erster Stelle. Bevor ich morgens irgendwas mache, trinke ich ein großes Glas warmes Wasser leer. Es hilft nicht nur gegen einen ausgetrockneten Mund und pappigen Geschmack, warmes Wasser kurbelt auch direkt den Stoffwechsel an. Außerdem ist es gut für die Verdauung. Das warme Wasser bereitet den Magen auf das kommende Frühstück vor und lässt ihn schon mal warm laufen.

Wenn ich ganz fancy bin, presse ich mit einer Knoblauchpresse frischen Ingwer aus und gebe den Saft ins warme Wasser. Ingwer hilft gegen Übelkeit und gerade in der Schwangerschaft kann es eine wahre Wohltat sein mit einem Glas warmen Ingwerwassers in den Tag zu starten. Ingwer trägt außerdem zusätzlich noch mal zu einer besseren Verdauung bei, hilft bei der Fettverbrennung und stabilisiert den Glukosehaushalt. Mit einem stabilisien Blutzuckerspiegel kann man dem Mittagstief vorbeugen. Ingwertee trinke ich auch gerne über den Tag verteilt und frisch gerieben macht sich Ingwer in vielen Gerichten und sogar im Müsli ziemlich gut.

Egal ob mit oder ohne Ingwer, warmes Wasser unterstützt zusätzlich die Fettverbrennung, hilft Giftstoffe aus dem Körper zu transportieren und wer viel trinkt, hat eine straffere Haut.

Warmes Wasser mit Zitrone darf bei keinem „What I Eat In A Day“-Video super sexy Youtuberinnen fehlen, ich mag es allerdings nicht besonders. Meine Zähne sind sehr empfindlich und die Säure der Zitronen greift meinen Zahnschmelz an.

Trockenbürsten

Ich bürste nicht nur meine Haare, sondern auch meinen ganzen Körper. Trockenbürsten regt die Durchblutung an und ich bin schon nach wenigen Bürstenstrichen wach und fühle mich viel fitter. Mein Stoffwechsel kommt so richtig in Gang. Trockenbürsten regt außerdem das Lymphsystem an, welches mit Hilfe der weißen Blutkörperchen Giftstoffe aus dem Körper leitet. Es macht uns schöner und gesünder, denn wenn sich das Immunsystem nicht mehr mit Müll herumplagen muss, kann es sich auf die Ernstfälle konzentrieren. Regelmäßiges Bürsten soll außerdem gegen Cellulite helfen.

Trockenbürstenmassagen sorgen auch für rosige und weiche Haut. Sich trocken abzubürsten ist weitaus effektiver als sich unter der Dusche zu schrubben. Damit man die Haut nicht verletzt, sollte man auf eine Bürste aus Naturborsten* zurückgreifen.

Wichtig ist, dass man immer zum Herzen hin bürstet und auf der rechten Körperseite beginnt. Ich fange an den Füßen an und arbeite mich mit kreisenden Bewegungen über die Beine bis zum Schritt, dann sind die Arme dran und dann Po, Bauch und Brust. An empfindlichen Stellen wie meinem Bauch und meinen Brüsten übe ich weniger Druck aus, an Fußsohlen und Ellenbogen mag ich es gerne etwas fester. Danach kann man unter die Dusche springen, ich gestehe aber, dass ich mich einfach viel lieber Abends unter die Dusche stelle.

Wenn ich es ganz eilig habe, dann greife ich zur Haarbürste mit Wildschweinborsten*. Damit bürste ich vom Nackenansatz bis zum Scheitel. Wichtig ist dabei, dass man seinen ganzen Oberkörper unter die Herzlinie bringt. Das regt die Lymphgefäße an und vertreibt Müdigkeit.

Popcorncreme

Meine müden Augen bekommen morgens seit ein paar Monaten eine Augencreme. Die letzten Jahre habe ich meine Haut ausschließlich mit natürlichen Ölen gepflegt, aber irgendwann war die Lust wieder da ein neues Produkt auszuprobieren und ich liebe es. Die Augencreme* von 100% Pure soll mit koffeinhaltigen grünem Tee und Kaffee gegen Schwellungen wirken, die Durchblutung fördern und uns wacher aussehen lassen. Aufgrund des Namens „Coffee Bean Caffeine Eye Cream“ gehe ich mal davon aus, dass sie nach Kaffee riechen soll. Uns erinnert der Duft aber an Popcorn und jeden Morgen kommt Tom um an meinen Augen zu schnuppern, wenn ich die Popcorncreme benutzt habe. Neben dem Geruch, der mich irgendwie ziemlich glücklich macht, merke ich tatsächlich eine angenehme Wirkung, wenn ich mit Puffy Eyes ins Bad gehe.

Matcha Latte

Ich bin nicht so der Kaffeetrinker. Es gibt Phasen, da mag ich ihn sehr und dann kann ich wieder für Wochen oder Monate ganz hervorragend ohne ihn leben. Die letzten Monate habe ich oft und viel Kaffee getrunken, jetzt ist die Kaffee-Phase wieder vorbei. Von einem Tag auf den anderen war die Lust danach wieder weg und ich bin zurück zu meinem geliebten Tee gekommen. Egal ob Kräuter-, Gewürz- oder grüner Tee, ich mag sie eigentlich alle. Morgens mag ich am liebsten schwarzen Tee mit Milch oder einen Matcha Latte. Der putscht mich nicht so sehr auf wie Kaffee, hält mich aber konstant länger wach.

Matcha hat nur halb so viel Koffein wie Kaffee, aber durch die enthaltenen Aminosäuren wirkt er gleich belebend, ohne hibbelig zu machen. Matcha soll außerdem mit seinen reichhaltigen Antioxidantien zu unser Gesundheit beitragen und beim Fettabbau helfen.

In den Matcha-Latte gebe ich gerne noch einen Löffel Kokosöl. Bulletproof Matcha sozusagen. Matcha kann man auch ganz hervorragend in sein Frühstück integrieren und muss ihn nicht unbedingt trinken. Als Matcha Porridge macht er satt und fit.

Kokosöl

Ich bin ein riesiger Kokosöl-Fan und wenn ich genug Zeit habe, mache ich damit gerne Ölziehen. Aber da morgens eigentlich immer irgendwen um mich habe mit dem ich reden möchte, sind 20 Minuten Öl im Mund herumzutzeln nicht drin. Dafür kommt es morgens in meinen Matcha oder Kaffee. Fett ist ein ganz hervorragender Energielieferant und Kokosöl ist ein ganz besonderer. Die mittelkettigen Triglyceride landen sofort als Energie in der Leber. Was die nicht braucht wandelt sie in Ketone um, die u. a. richtig gut für unser Gehirn sind. Kokosöl soll durch die besonderen, mittelkettigen Triglyceride außerdem bei der Fettverbrennung (schlank durch Fett) und gegen Alzheimer helfen. Letzteres ist (noch) nicht durch ausreichend Studien belegt, aber hey, mehr Energie, Nahrung fürs Gehirn und dies und das an positiven Eigenschaften sind auch ganz geil.

Wer sich etwas mehr mit der ganzen Magic von Kokosöl auseinandersetzen möchte, dem kann ich Das Kokos-Buch* empfehlen.

Frische Luft

Nach einer durchfeierten Nacht hat mir am besten der anschließende Spaziergang an der frischen Luft geholfen. Die hilft mir auch nach einer Nacht ohne Party und Alkohol aber mit eindeutig zu wenig Schlaf. Nach dem Aufstehen lüfte ich ordentlich und meinen Matcha/ Kaffee/ Tee trinke ich am liebsten auf der Terrasse.

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Baby Familie Familienbett Kleinkind Mutterschaft Stillen Tragen

Was Attachment Parenting für mich bedeutet

Unser Weg der bindungs- und bedürfnisorientierten Elternschaft

3. September 2017
Was Attachment Parenting für mich bedeutet | Unser Weg der bindungs- und bedürfnisorientierten Elternschaft | ivy.li

Gerade geht ein Artikel um in dem Attachment Parenting als Selbstaufgabe der Eltern bezeichnet wird und der einen Weg in ein so schlechtes Licht rückt, der eigentlich so schön, leicht und voller Liebe sein kann. Um zu zeigen, dass Attachment Parenting nichts mit Selbstaufgabe zu tun hat, sondern mit Liebe und Selbstfürsorge hat Susanne Mierau auf ihrem Blog geborgen wachsen zu einer Blogparade aufgerufen. Und weil mich die eine Mama aus dem Nebeneingang immer noch wie einen Alien ansieht, wenn ich ihr erzähle, dass unser Kind noch immer nicht im eigenen Bett mit der Milchflasche in der Hand einschläft mache ich mit und teile mit euch unseren Weg der bindungsorientierten Elternschaft.

Was bedeutet Attachment Parenting eigentlich? Die 7 Baby-Bs

Der Begriff Attachment Parenting stammt vom amerikanischen Kinderarzt William Sears und beschreibt eine Erziehungslehre die auf der Bindung zwischen Eltern und Kind und das Vertrauen in sich selbst, die eigenen Instinkte und die Kompetenz des Babys basiert. Eckpfeiler seiner Lehre sind die 7 Baby-Bs die nicht als starre Regeln, sondern als Hilfsmittel für eine eine bindungsorientierte Elternschaft gesehen werden sollten.

Birth Bonding (Bindung nach der Geburt durch Haut-an-Haut-Kontakt )
Breastfeeding (Stillen nach Bedarf)
Babywearing (Das Tragen des Kindes in Tuch oder Tragehilfe)
Bedding close to baby (Das gemeinsame Schlafen im Familienbett)
Belief in the language value of your baby’s cry (Glaube an die Signale des Babys)
Beware of baby trainers (Vorsicht vor Babytrainern)
Balance and boundaries (Gleichgewicht und Grenzen)

In unserem Familienleben setzten wir alle Bs um. Wir gehen auf die Bedürfnisse unseres Kindes ein, Tragen, Stillen und schlafen im Familienbett und achten auch auf das Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen aller Familienmitglieder und das Wahren von eigenen Grenzen.

Was bedeutet Attachment Parenting für mich?

Attachment Parenting hat keine starren Regeln, uns werden Hilfsmittel in die Hand gelegt die uns dabei unterstützen können ein liebevolles Familienleben zu führen, unser Kind in einer geborgenen Umgebung aufwachsen zu lassen und ihm für sein Leben die Sicherheit mitzugeben, diese Geborgenheit immer wieder bei uns und in sich selbst zu finden.

Attachment Parenting bedeutet für mich in erster Linie eines, nicht müssen. Unser Kind muss nicht lernen alleine einzuschlafen und muss nicht lernen durchzuschlafen. Es muss nicht noch vor den ersten eigenen Schritten eine hohe Frustrationstoleranz erlernen, nur weil später im Leben nicht immer die Sonne scheint. Es muss nicht jetzt Beikost essen, weil man das eben jetzt so macht. Es muss einfach nicht. Und auch wir Eltern müssen nicht. Wir müssen nicht vor der Kinderzimmertür ausharren bis das Kind weinend eingeschlafen ist, weil es lernen muss, dass wir nicht immer da sind, denn wir sind immer da. Wir müssen uns nicht an Beikostpläne halten, weil sie jemand erstellt hat, denn wir glauben daran, dass unser Kind essen wird, wenn es essen mag. Und wir müssen auch nicht hart bleiben, wenn wir eigentlich weich sind. Wir müssen einfach nicht.

Attachment Parenting bedeutet für mich können. Wir alle können uns in unserem eigenen Tempo entfalten und in einer geborgenen Umgebung wachsen. Sowohl unser Kind, als auch wir Eltern. Denn auch wir wachsen mit jedem neuen Tag. Und wir alle wachsen jeden Tag weiter zusammen.

Selbstfürsorge statt Selbstaufgabe

Attachment Parenting bedeutet bindungs-, bzw. bedürfnisorientierten Elternschaft und das bedeutet, dass wir auf die Bedürfnisse von uns allen eingehen. Sowohl auf die des Kindes, als auch auf die von uns Eltern. Pflege ich mich nicht selbst, gebe mich selbst auf, kann ich nicht in dem Maße auf Bedürfnisse meines Kindes eingehen, wie es eigentlich nötig ist. Selbstfürsorge ist daher für mich ein wichtiger Eckpfeiler von Attachment Parenting. Und nur weil wir auf die Bedürfnisse unseres Kindes eingehen, heißt das nicht, dass es keinen Platz mehr für unsere Bedürfnisse gibt.

Ja, natürlich gibt es Zeiten in denen die Bedürfnisse des Kindes weit über unseren stehen und wir unsere zurückstellen. Wie gerne hätten wir in den ersten Monaten ein bisschen mehr geschlafen, aber das Kind hatte so viel, was es verarbeiten musste und das ging nur in unseren Armen. In unseren müden und ungewaschenen Armen. Aber wie in jeder innigen Beziehung ist man für den anderen da, wenn er einen braucht. Vielleicht definiere ich Selbstaufgabe anders, aber mich temporär an zweite Stelle zu setzen um für jemanden da zu sein der mich braucht, ist für mich keine Selbstaufgabe.

Wir Eltern finden in unserem Familienalltag immer Raum und Zeit um etwas für uns zu tun. Und oft gibt uns erst Attachment Parenting die Möglichkeit dazu.

Wie wir Attachment Parenting leben

Können und nicht müssen bedeutet, dass wir selbst für uns festlegen welcher Weg am besten zu uns und unseren Bedürfnissen passt. Was sich für uns nicht gut anfühlt, ist nicht das richtige für uns.

Wir schlafen gemeinsam im Familienbett weil es für uns alle der leichteste und angenehmste Weg ist um Nachts genug erholsamen Schlaf zu bekommen. Wir schlafen eben alle nicht gerne alleine.

Wir stillen auch noch nach 14 Monaten, denn für unser Kind ist Muttermilch nicht nur Nahrung, es ist auch so viel mehr. Stillen ist Zeit für uns, Trost wenn die Tränchen nicht trocknen wollen, Einschlafhilfe, wenn der Tag so aufregend war oder der Traum so aufwühlend. Und Stillen ist für uns als Eltern einfach der entspanntere Weg. Wir müssen nicht ständig Flaschen und Pulver bei uns haben, Nachts muss niemand aufstehen und Unterwegs verzweifeln wir nicht, wenn wir kein heißes Wasser haben.

Die ersten Monate haben wir fast ausschließlich getragen, im gesamten ersten Jahr waren Tragetuch und Babytrage weitaus öfter im Einsatz als der Kinderwagen. Getragen werden tat und tut nicht nur unserem Kind gut, das viel Nähe braucht und fordert, es tut auch uns gut. Mein Mann nimmt noch jetzt lieber unser Kleinkind in die Trage, als den Kinderwagen zu nehmen. Er genießt die Nähe zu unserem Kind, die ihm Tagsüber durch den Arbeitsalltag fehlt. Und wir haben die Hände frei.

Das gemeinsame Schlafen, Tragen und Stillen, all das stärkt die Bindung zu unserem Kind und gibt uns Eltern gleichzeitig Zeit und Raum um für uns selbst zu sorgen.

Wir bekommen nachts oft alle genug schlaf, weil niemand lange Wege gehen muss um bei dem anderen zu sein. Wird Nähe gebraucht ist sie da. Wacht unser Kind Nachts auf weil es Hunger oder Durst hat, oder weint es weil ein Traum oder die Dunkelheit angsteinflößend sind, dann öffne ich bloß meine Arme und halte oder stille und wir schlafen gemeinsam wieder ein, oft noch bevor wir wirklich wach waren.

Wir müssen nicht am Bett ausharren und warten bis unser Kind endlich von alleine einschläft, wir legen uns zusammen hin und oftmals finde ich in diesen Momenten Zeit um den Tag revue passieren zu lassen, zu entspannen und kurz abzuschalten. Manchmal lese ich oder schreibe auf, wie gerade jetzt, was mich beschäftigt. Ja, es gibt auch Phasen in denen mein Kind mich auch im Schlaf braucht, aber dann nutze ich die Zeit um selbst zu schlafen, zu lesen oder ein Hörbuch zu hören. Es folgt immer wieder eine Phase in der ich nach der Einschlafbegleitung wieder aufstehen kann um dieses oder jenes zu tun. Sowohl Nachts als auch Tagsüber.

Durch das Tragen sind wir viel flexibler. Wir kommen leichter und schneller von hier nach dort, wir können Dinge erledigen und gleichzeitig die Nähe geben, die das Kind braucht. Ich habe in den ersten Monaten den Haushalt immer mit Kind im Tuch erledigt, war stundenlang spazieren mit einem Buch in der einen und einem Kaffee in der Hand, während das Kind an mich gekuschelt schlief. Mein Mann und haben Händchen gehalten und waren gemeinsam Essen, während unser Sohn in Trage und Tuch entspannte, was ihm im Kinderwagen oder abgelegt auf einer weichen Decke oft nicht gelang.

Wir lassen unser Kind entscheiden wann es bereit ist zu Essen und sich abzustillen. Dadurch geben wir ihm die Möglichkeit selbst auf seine eigenen Bedürfnisse zu hören und sie zu erkennen. Das ist ein wichtiger Schritt zur Selbstständigkeit die uns später immer mehr Freiraum gibt. Und dieser Weg lässt uns als Eltern auch viel entspannter sein. Wir müssen uns nicht an Pläne halten, setzten uns alle nicht unter Druck. Ich muss nicht extra für das Kind kochen, denn er isst mit uns mit und wenn er partout nicht mag, dann stille ich ihn. Ich schleppe keine Tausend Gläschen mit, nur das was ich selbst auch auf langen Ausflügen gerne snacke und teile mir mit meinem Kind Wassermelone und Blaubeeren. Ich muss meinem Sohn nicht mühsam beibringen wie es nach der Breizeit selber isst, er lernt es von anfang an bei uns. Und ich muss auch keine Machtkämpfe austragen, weil das Kind einfach nicht seinen Mund für den Karottenbrei aufmachen will.

Wir geben uns allen die Möglichkeit uns selbst zu entfalten.

Geben und Empfangen

Immer wenn ich etwas gebe, bekomme ich etwas zurück. Schenke ich Liebe und Geborgenheit erreicht auch mich Liebe und Geborgenheit. Bin ich für den anderen da, wird auch er es für mich sein. Natürlich wiegt mich mein Kind noch nicht in den Schlaf, wenn ich es bin, die Nachts einfach nicht zur Ruhe kommt, aber ich merke immer öfter wie unser Sohn seine eigene Selbstständigkeit entdeckt, weil wir ihn lasse, ihm vertrauen und ihm die Sicherheit geben, dass er sich frei entfalten kann und wir ihn dabei unterstützen. Mit jedem kleinen Stück mehr seiner Selbstständigkeit bekommen wir ein bisschen mehr Freiheit. Eine in der wir uns keine Gedanken machen müssen.

Ich bin mir sicher, dass mein Kind im Laufe seines Lebens auf unsere Bedürfnisse und die von anderen achten wird, weil wir seine Bedürfnisse achten und ihm Achtsamkeit vorleben.

Baby Geburt Mutterschaft Stillen

Erstausstattung | Must-haves für das Baby

Was man in der ersten Zeit mit Baby braucht und was nicht

22. August 2017

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Wenn ein Baby auf die Welt kommt braucht es vor allem eins: Liebe! Ganz viel davon. Und ein bisschen hiervon und davon. Was wir als Erstausstattung gebraucht haben (und was nicht) und was ich euch für Tipps mit auf dem Weg geben kann, habe ich euch in diesem Beitrag zusammengefasst.

Kurz vor der Geburt bin ich irgendwann in Panik ausgebrochen und habe die Liste aus dem Geburtsvorbereitungskurs mit alle den Produkten die unerlässlich für die ersten Tage, Wochen und Monate mit Baby schienen abgearbeitet und angehäuft wovon mich mein Mann nicht abbringen konnte. Gut 14 Monate später krame ich unbenutzte Sachen aus Kisten im Keller und versuche sie bei ebay-Kleinanzeigen zu verschenken.

Auf den ganzen Listen im Internet und die einem gerne mal in Kursen und Arztpraxen in die Hand gedrückt werden stehen so viele Dinge drauf, die man eigentlich gar nicht braucht. Und wenn man tatsächlich in diese Situation kommen sollte, dass sie doch unerlässlich für einen sind, dann gibt es auch nach der Geburt noch Zeit sie zu organisieren. Für den Anfang braucht es nämlich eigentlich gar nicht so viel.

Erstausstattung Baby-Kleidung

Erstausstattung | Baby Kleidung | Wolle, Seide, Baumwolle | Waschmittel | Wickelbody | Wollwalk | ivy.li

Nein, ihr müsst nicht eine ganze Kommode mit Kleidung füllen oder schon mal die nächsten Größen auf Vorrat parat haben. In der Regel reicht es vollkommen aus eine kleine Auswahl an bequemen Kleidungsstücken zu haben, in der das Baby mit euch kuscheln kann. Wir bekamen während der Schwangerschaft gesagt, dass unser Kind sehr groß werden würde und in den Armen hielten wir dann ein 48 cm Baby, das keine 3 Kilo auf die Waage brachte. Die vorsorglich gekaufte Kleidung in 56 war dann natürlich viel zu groß und auch 50 schlabberte überall. Aber mit ein bisschen Umgekrempel passte dann doch alles.

Das richtige Waschmittel

Bevor es losgeht mit Babykleidung fangen wir lieber mit dem richtigen Waschmittel an. Schließlich muss man Babykleidung ziemlich oft waschen. Babyhaut ist zart, weich und empfindlich. Am besten reizt man sie nicht unnötig und verzichtet optimalerweise auch auf starke Duftstoffe, wie sie in handelsüblichen Waschmitteln und Weichspüler zu finden sind. Wollt ihr eurem Baby einen Gefallen tun verzichtet ihr auch bei eurer Wäsche darauf und lasst die Finger von Parfüms und stark parfümierten Pflegeprodukten. Euer Baby mag am liebsten euch riechen. Wir nutzen schon lange ökologisches Waschmittel von Ecover. Ich kann das Waschpulver sehr empfehlen, da es nahezu geruchsneutral ist. Das Flüssigwaschmittel riecht hingegen sehr stark und ich bekomme schon bei kleinen Mengen Kopfschmerzen. Sowohl meine Haut, die gerne mal gegen dieses und jenes eine allergische Reaktion hervorbringt, als auch die Haut unseres Kindes vertragen es sehr gut. Die Wäsche wird sauber und weich. Weichspüler kommt bei uns gar nicht zum Einsatz.

Wolle, Seide und Baumwolle

Egal ob Sommer oder Winter, Wäsche aus Wolle und Seide eignet sich ganz hervorragend. Beides wirkt temperaturregulierend und verhindert ein überhitzen und hält gleichzeitig an kühlen Tagen warm. Wem die Pflege zu aufwändig ist sollte bei reiner Baumwolle bleiben.

Basics

Wickelbodys sind gerade in der Anfangszeit sehr praktisch, kleine Babys mögen es oft nicht, wenn man ihnen etwa über den Kopf anzieht. Außerdem sind weiche Hosen mit breitem Bund eine gute Investition. Ich mag Pumphosen besonders gerne. Sie können auch gerne schon eine Nummer größer sein, sie wachsen ein bisschen mit. Enge Hosen, Jeanshosen oder Hosen mit schmalem Bund, Kordeln zum Festziehen oder Knöpfen finde ich für kleine Babys ungeeignet. Die Kleinen wollen es weich und kuschelig haben und das kleine Bäuchlein soll nicht von etwas eingeschnürt oder eingedrückt werden. Hosen mit Füßen sind zwar süß und in den ersten Tagen wirklich praktisch, aber sie müssen recht schnell wieder aussortiert werden, denn sie wachsen nicht mit. Ich würde lieber ein paar Söckchen mehr kaufen. Strumpfhosen sind etwas elastischer und zwei, drei Paar machen sich in der Erstausstattung immer gut. Die aus Merinowolle sahen bei uns länger schön aus, als die aus Baumwolle. Socken aus Baumwolle und Wolle kann man gerne zu viel haben. Auch kleine Baby haben die magische Fähigkeit sie zu verlieren. Schuhe braucht eigentlich kein neugeborenes Baby. Wir haben erst weiche Lederpuschen gekauft, als unser Sohn anfing draußen die nasse Frühlingswelt zu entdeckte.

Strampler empfand ich übrigens als eher unpraktisch. Beim Wickeln eine Hose herunterzuziehen und den Body zu öffnen war einfacher und schneller als einen Strampler an- und auszuziehen. Die Bodys wurden regelmäßig angespuckt und mussten gewechselt werden, die Hosen blieben weitaus länger sauber. Einen Strampler hätten wir immer komplett wechseln müssen.

Habt lieber einen Schlafanzug zu viel als zu wenig. Windeln laufen gerne nachts über. Hier ist ein Einteiler bequemer und praktischer als ein Zweiteiler, da kein Oberteil hochrutsche kann.

Zwei, drei dünne Jäckchen oder Wickeloberteile sollten auch in der Erstausstattung nicht fehlen. Oberteile die man über den Kopf ziehen muss würde ich erst später nutzen.

Für Draussen

Ganz kleine Babys tragen auch im Sommer ein kleines Häubchen aus Baumwolle, Seide oder einem Wolle/Seide-Mix wenn sie aus dem Haus gehen. Winterbabys brauchen noch eine Mütze, am besten aus Merinowolle.

Egal ob frisch geboren oder schon ein bisschen größer, für Herbst und Winter kann ich einen Wollwalk-Overall empfehlen. Sie sind dünn, lassen Platz zum Bewegen und halten trotzdem schön warm, lassen das Baby aber gleichzeitig nicht überhitzen wenn man angezogen mit ihnen aus dem Kalten ins Warme kommt und ein bisschen dort bleibt.

Heißer Tipp

Mein absoluter Tipp und Must-have für die Erstausstattung? Dreieckstücher. Sie ersparen euch mindestens einmal am Tag das Wechseln des Bodys!

Unser heißgeliebter Wollwalk-Overall kommt von Hessnatur, dort gibt es auch schöne Wolle/Seide-Teile, Minibär hat ökologische Kleidung die sogar mitwächst, auch bei Hans Natur haben wir nachhaltige Kleidung gekauft und die Dreieckstücher und Schlafanzüge von H&M sind günstig, weich und wirklich schön.

Erstausstattung für die Stillzeit

Erstausstattung für die Stillzeit | Baby | Stillkissen | Still-BH | Stilleinlagen | ivy.li

Ich ging davon aus stillen zu können und befasste mich gar nicht erst mit Flaschennahrung. Lief zum Glück ganz gut bei uns und läuft auch nach 14 Monaten noch. Zum Stillen braucht es eigentlich gar nicht viel. Aber es gibt ein paar Sachen die wirklich helfen. Detaillierte Informationen findet ihr in meinem Artikel über kleine und große Stillhelfer.

Stillkissen

Ein Stillkissen ist eine wirklich gute Investition. Schon in der Schwangerschaft kann es einem mit Babybauch im Bett einen erholsameren Schlaf verschaffen und auch das Stillen in der ersten Zeit läuft damit einfach entspannter. Wir haben das Stillkissen von Alvi und es wird vermutlich auch noch nach unser Stillzeit im Bett liegen, denn ich kuschle mich sehr gerne hinein oder nutze es als Rückenstütze wenn der Sohn lieber auf mir schlafen möchte oder ich noch lange lese.

Still-BH

Ein guter Still-BH, am besten ohne Bügel, ist gerade in der Anfangszeit ein guter Helfer. Bei einem Still-BH lässt sich einfach die Klappe herunterklappen um zu stillen und optimaler Weise ist er schön weich und passt sich der Brust an, die gerne mal größer und kleiner innerhalb kurzer Zeit wird, während sich die Milchproduktion einpendelt. Die Still-BHs von Emma-Jane mag ich besonders gerne. Sie geben auch sehr großen Brüsten halt. Inzwischen trage ich sie nur noch Nachts, tagsüber bin ich auf Bügel-BHs ohne festen Cup umgestiegen.

Stilleinlagen

Legt euch einen großen Vorrat an Stilleinlagen zu. Ich bin in den ersten Wochen und Monaten ständig ausgelaufen. Ich probierte diverse Stilleinlagen aus und bin am Ende bei denen von Penaten hängen geblieben.

Spucktüchern

Egal ob ihr stillt oder nicht, deckt euch mit Spucktüchern ein. Wir hatten in jedem Raum eines liegen und brauchten sie alle. Ständig lief das Baby aus. Sie müssen nicht mal hübsch sein. Mir haben recht günstige und schlichte Spucktücher gereicht.

Fläschchen, Säuglingsnahrung und Milchpumpe

Solltet ihr nicht stillen wollen oder können, solltet ihr am besten mit eurer Hebamme über die passende Säuglingsnahrung sprechen. Wollt ihr stillen, könnt es aber wider Erwarten nicht oder es klappt aus einem anderen Grund nicht so recht, müsst ihr euch nicht stressen. Alles ist gut. Auch Flaschenkinder haben eine tolle Bindung zu ihren Eltern und werden groß. Ich bin zum Beispiel eines. Aber ihr müsst euch nicht auf diese Eventualität einstellen und schon mal massig Flaschen und Milchpulver anschaffen. Klappt es nicht wird euch im Krankenhaus alles für die erste Zeit gegeben. Apotheken führen auch alles was ihr braucht und es gibt immer eine in eurer Nähe die Notdienst hat.

Auch eine Milchpumpe muss nicht für den Fall der Fälle schon bereit stehen. Man kann sie sich in Apotheken leihen.

Es geht auch ohne Sterilisator und bei Von guten Eltern erklärt euch eine Hebamme warum man eigentlich nicht ständig alles sterilisieren muss, was das Kind in den Mund bekommt.

Erstausstattung für Babys Schlaf

Babybett, Beistellbett oder Familienbett?

Wir haben uns bereits vor der Geburt dafür entschieden das Baby bei uns schlafen zu lassen. Nicht in einem eigenen Bett, sondern im Beistellbett. Aber natürlich hatte das Kind seinen eigenen Plan. Das Beistellbett (wir kauften das Babybay Maxi) war eine ganz wundervolle Ablage für Bücher, meine Wasserflasche, das Handy und Snacks und meinen Po, wenn das Baby sich im Bett mal wieder so viel Platz nahm als wäre es keine halben Meter, sondern fünf ganze groß. Wir schlafen alle zusammen in einem Bett, in einem Familienbett. Wer darüber mehr wissen möchte und worauf man achten sollte wenn das Baby mit im Bett schläft kann sich gerne meinen Beitrag über unser Familienbett durchlesen. Dieser Weg ist der richtige für uns, aber natürlich nicht für jeden und das ist auch vollkommen okay so. Ich empfehle aber offen für alles zu sein und nicht zu sehr an einem Plan festzuhalten, den man machte bevor man wirklich wusste was auf einem zu kommt. Ich würde aber ein Beistellbett immer einem separaten Babybett vorziehen.

Die richtige Matratze

Egal ob im eigenen Bett, Beistellbett oder im Familienbett, wichtig ist, dass die Matratze auf der das Baby liegt nicht zu weich, sondern hart ist. Auch wenn ein Baby noch nicht viel wiegt, nach einer gewissen Zeit kann es in weichen Matratzen einsinken. Im Beistellbett hatten wir eine feste Matratze aus Kokosfasern und im Familienbett schlafen wir auf einer Matratze von Emma. Wir hatten in den ersten Monaten unter dem Bettlaken eine wasserdichte Betteinlage an der Stelle liegen, auf der das Baby am meisten lag. Nicht nur für eventuell durchweichte Windeln, sondern auch für auslaufende Milch (in der Anfangszeit muss sich die Milchproduktion erst einpendeln) und um die Matratze vor Babyspucke zu schützen.

Schlafsack statt Decke und Kissen

Babys brauchen noch kein Kopfkissen. Ihre Proportionen sind ganz anders als unsere und ein Kissen kann ihnen sogar Schäden zufügen. Außerdem kann es wie bei einer zu weichen Matratze passieren, dass das Baby darin einsinkt und dadurch überhitzen oder es kann zu einem Atemrückstau kommen.

Unser Sohn schläft von Anfang an in einem Schlafsack. Wir bekamen zur Geburt von Freunden ein Babymäxchen von Alvi geschenkt und waren davon so begeistert, dass wir diesen noch in weiteren Größen die nächsten Monate nachkauften. Gerade im Familienbett ist ein Schlafsack für ein Baby die sicherste Variante. Schläft das Baby im eigenen Bett oder im Beistellbett und mag partout keinen Schlafsack kann man eine Bettdedecke einsetzten, sollte aber ein paar Dinge beachten: Die Decke sollte flach sein und dem Baby nur bis zur Brust gehen. Am besten schlägt man die Decke am Fußende unter die Matratze, so dass sie nicht hochrutschen kann. Das Baby sollte weit unten im Bett liegen, so dass es Nachts nicht nach unten rutschen und dadurch unter die Decke kommen kann. Ich würde aber immer empfehlen es zuerst mit einem Schlafsack zu probieren.

Pucktuch

Vielen Babys hilft in den ersten Wochen und Monaten das Pucken um ruhig schlafen zu können. Dabei werden sie in ein Tuch oder einen Pucksack eingewickelt und sollen dadurch die vermisste Geborgenheit aus dem Mutterleib erfahren. Uns hat das Pucken keine ruhigeren Nächte gebracht, aber ich kenne viele Babys die es in der ersten Zeit liebten. Zum Pucken eignen sich die wunderschönen Swaddle-Tücher von Aden + Anais hervorragend. Die richtige Technik kann man sich von der Hebamme zeigen lassen.

Wolldecke für den Tagschlaf und Unterwegs

Für die diversen Tagschläfchen war eine Wolldecke ein treuer Begleiter. Eine Wolldecke aus reiner Bio-Merinowolle ist temperaturausgleichend und kann sowohl im Winter als auch Sommer zum Zudecken genutzt werden. Die Decke ist ganz weich und anschmiegsam, darin ließ sich das Kind auch gut einwickeln.

Babyphone

Unser Baby schlief nie alleine in einem anderen Zimmer und auch jetzt bin ich noch oft im selben Raum. Mittagsschläfchen hielt der Babysohn neben oder auf uns und in den ersten Wochen sind wir Abends alle gemeinsam ins Bett gegangen. Für uns gab es damals keinen Bedarf für ein Babyphone und erst jetzt, nach knapp einem Jahr, kommen wir ab und an in Situationen in denen wir eines gebrauchen könnten. Für die Erstausstattung ist es aber meiner Meinung nach nicht essentiell. Gerade wenn man in einer kleineren Wohnung wohnt, die Tür zum Schlafzimmer nur angelehnt ist und das Kind meistens bei einem. In einem Haus, oder wenn Geschwisterkinder durch die Wohnung poltern und Türen geschlossen werden müssen ist das natürlich etwas anderes. Bei den Schwiegereltern schlafen wir unter dem Dach und Abends bin ich gerne nach dem Zubettbringen noch etwas unten bei den anderen. Wir nutzen dort eine Kamera die mein Schwiegervater ursprünglich als Überwachungskamera nutzte. Über eine App auf dem Handy habe ich das Kind im Blick. Bevor ihr schon vorsorglich ein Babyphone kauft, wartet erstmal ab und testet ob wirklich Bedarf für eines besteht.

Krabbeldecke

Wenn das Baby nicht gerade auf uns lag oder im Tragetuch schlief, lag es neben uns. Ganz zu Beginn auf einem Stillkissen, dass wir zu einem kleinen Nets zusammenlegten und mit einem Tuch oder T-Shirt von Papa in Form hielten. Etwas später wanderte das Baby auf einer Krabbeldecke mit durch die Wohnung. Wir habe eine wirklich schöne Krabbeldecke von Alvi mit einem geometrischen und dezenten Muster die weich gepolstert ist.

Stubenwagen

Für das zweite Kind würde ich vermutlich einen Stubenwagen, Korb oder sogar eine Federwiege in Erwägung ziehen. Ich glaube mit einem Kleinkind und einem Baby ist es eine gute Idee einen etwas sicheren und abgegrenzten Ort zum Ablegen zu haben, wenn man das Baby nicht gerade in einem Tuch trägt, es aber nicht in einen anderen Raum alleine lassen möchte.

Schnuller

Wir haben weder zum Beruhigen noch zum Einschlafen einen Schnuller im Einsatz. Unser Kind mochte und mag sie einfach nicht. Rückblickend würde mir ein Schnuller ab und an alles etwas vereinfachen, aber im großen und ganzen sind wir weiterhin ganz zufrieden darüber, dass der Sohn keinen nimmt. So müssen wir ihm später keinen abgewöhnen. Aber er hatte und hat auch jetzt noch ein starkes Saugbedürfnis und so gibt es Phasen in denen ich die Nacht oder das Mittagsschläfchen lang nicht weg kann und stille. Jedes Kind hat andere Vorlieben und wenn ihr euch für einen Schnuller entscheidet solltet ihr euch erstmal durch die gängigen Formen testen, bevor ihr von einer Sorte einen kleinen Vorrat anschafft.

Erstausstattung für die Babypflege

Erstausstattung für die Baby Pflege | Baden | Wickeln | Körperpflege | ivy.li

Wasser und Öl

Weniger ist mehr. Ein Baby braucht nicht viele Pflegeprodukte. Wir sind das erste Jahr ganz hervorragend mit Wasser und natürlichem ÖL ausgekommen. Mandel-Öl wurde und wird zum Massieren, Einölen nach dem Baden und ab und an als Badezusatz benutzt. Auch zum Reinigen des Windelbereiches haben wir die ersten Monate vollkommen auf Feuchttücher verzichtet und weiche Waschlappen, warmes Wasser und etwas Mandel-Öl genutzt. Ein paar Worte über unsere Wickelroutine und worauf wir bei der Pflege des Windelpos achten, könnt ihr in meinem Artikel über nachhaltige und achtsame Babypflege lesen.

Badezeit

Die ersten Wochen haben wir das Baby im Waschbecken gebadet, später nahmen wir ihn oft einfach mit uns in die Wanne. Einen extra Sitz für Babys braucht es nicht und auch die Babybadewanne kommt bei uns nur selten zum Einsatz. Hat man keine Wanne sieht das natürlich etwas anders aus und dann ist eine Babywanne wirklich praktisch. Ein einfacher Wäschekorb geht natürlich auch. Die Babywanne von Stokke lässt sich zusammenfalten und nimmt dadurch wenig Platz weg.

Statt einem Badethermometer haben wir zu Beginn immer ein Bratenthermometer genommen. En Fieberthermometer übernimmt die Aufgabe auch sehr gut. Es hat aber nicht lange gedauert bis wir die perfekte Temperatur einfach mit dem Handgelenk spüren konnten.

Extra Babyhandtücher sind zwar süß, ganz normale tun es aber auch.

Wie oben schon erwähnt haben wir zum Baden etwas Öl hinzugetan, ab und an landete auch etwas Muttermilch im Badewasser. Ein kleines Baby braucht noch keine Badezusätze und auch das Haar muss nicht mit Shampoo gewaschen werden. Auch nach 14 Monaten reicht und Wasser und Öl oft vollkommen aus. Solltet ihr unbedingt Pflegezusätze nutzen, kann ich euch die Calendula-Serie von Weleda empfehlen. Sie steht bei uns in der Dusche und wir Erwachsenen nutzen sie auch sehr gerne.

Heilwolle gegen wunde Babypos

Für wunde Babypos hat uns Heilwolle und Kokosöl gereicht. Heilwolle kann man sowohl online als auch in Apotheken und einigen Drogerien kaufen. Unser liebstes Kokosöl ist von Rapunzel. Cremes und Puder kamen noch nie zum Einsatz. Tipps und unsere Erfahrungen könnt ihr im Artikel Hilfe für wunde Babypos nachlesen.

Windeln

Gewickelt wurde bei uns zu Beginn mit Windeln von Naty, später von LILLYDOO. Inzwischen gibt es die LILLYDOO-Windeln auch schon für die kleinsten Babys. Ich mag die Windeln sehr und es ist ungemein praktisch sich keine Sorgen um Nachschub machen zu müssen oder Windeln nach hause schleppen zu müssen, da sie im Abo zu einem kommen.

Wickelaufsatz statt Wickelkommode

Statt einer richtigen Wickelkommode hatten wir einen Wickelaufsatz von Puckdaddy auf einer Malm-Kommode liegen. Das war eine ganz hervorragende Idee, denn schon nach einigen Monaten haben wir den Wickelaufsatz wieder abgenommen, da das Kind sich so viel bewegte, dass das Wickeln auf dem Boden oder Bett weitaus einfacher für alle war und ist. Eine große Wickelkommode hätte sich nicht gelohnt und zu viel Platz weggenommen.

Heizlüfter

Weil Babys es gerne warm haben und damit man sich Zeit auf der Wickelkommode lassen kann, haben wir uns einen Heizlüfter gekauft. Wir wollten keinen Heizstrahler an der Wand befestigen und den Heizlüfter kann man auch mit ins Bad nehmen um den Raum schnell aufzuwärmen. Wir haben uns extra einen Heizlüfter für Nasszellen angeschafft. Dieser stand auf der Wickelkommode etwas erhöht in der einen Ecke am Kopfende und bließ auf schwacher Stufe und ganz leise warme Luft um das Kind ohne es punktuell zu heiß werden zu lassen.

Körperpflege

Babynägel wachsen unglaublich schnell, eine Nagelschere die Vorne abgerundet ist eignet sich am besten zum schneiden. Es gibt extra spezielle Babynagelscheren. Ein flexibles Fieberthermometer sollte auch in keiner Wickelkommode fehlen. Es gibt Sets in denen man alles zusammen bekommt. Ich würde mir eines schenken lassen, aber nicht unbedingt selber kaufen. Nasensauger, Nagelknipser und Kamm wurden bei uns nicht gebraucht. Eine weiche Babybürste hat in den ersten Wochen zwar keine Haare gebürstet, aber den Kopf ganz leicht gestreichelt und der Sohn mochte es sehr. Eine Bürste aus weichen Naturborsten mag ich am liebsten.

Erstausstattung für Unterwegs

Erstausstattung für Unterwegs | Baby | Babyschale | Kinderwagen | Tragetuch | Wickelrucksack | ivy.li

Kinderwagen

Nein, man braucht keinen Kinderwagen in der Erstausstattung. Wir hätten zumindest keinen gebraucht. Babys sind in der Regel sehr gerne ganz nah bei Mama und Papa und viel zufriedener in einem Tragetuch oder einer Babytrage. Das gilt natürlich nicht für alle, aber für die meisten. Unser Baby war ein Tragekind und lag eher ungerne im Kinderwagen. Für einen Ausflug in den Supermarkt um größere Einkäufe zu erledigen war der Kinderwagen durchaus praktisch, aber ich bin auch oft einfach nur mit dem Tragetuch, einem Rucksack und einer Schultertasche losgezogen. Wir sind auch heute, nach 14 Monaten noch oft mit der Trage, statt mit dem Kinderwagen unterwegs, inzwischen lässt sich das Kind aber sehr gerne schieben. Mir hat es aber auch schon mit Minibaby ungemein Spaß gemacht den Kinderwagen zu schieben, auch wenn es nur für ganz kleine Strecken war. Als Grundausstattung für einen Kinderwagen kann ich, egal ob Sommer oder Winter, ein Lammfell empfehlen. Das wirkt temperaturregulierend und lässt das Baby nicht überhitzen. Wenn ihr euch für einen Kinderwagen entscheidet achtet darauf, dass die Babywanne sowohl in der Länge als auch Breite groß genug ist. Das ist bei den meisten Kinderwagen leider nicht der Fall. Eine gute Federung sollte auch vorhanden sein, sonst rumpelt und pumpelt es bei jedem Schritt. Mir persönlich it es ausserdem wichtig, dass das Baby nicht so unglaublich tief liegt. Gerade bei den trendy Kinderwagen sehe ich das oft. Das Baby kann noch nicht so weit gucken und wenn es unten, irgendwo auf Kniehöhe liegt, kann es euch nicht mal ansatzweise erkennen. Ich bin ziemlich in den Kinderwagen von Angelcab verliebt und teste ihn gerade.

Tragetuch und Babytrage

Am Anfang haben wir ein elastisches Tragetuch benutzt. Die von Sollybaby finde ich ich wirklich schön und sie geben nicht zu schnell nach. Später kamen noch ein paar gewebte Tragetücher hinzu. Die Tragetücher von Didiymos und Yaro mag ich sehr. Wir haben auch zwei Babytragen die wir, und besonders gerne mein Mann, nutzen. Der Carrier von Storchenwiege hat uns schon mit kleinem Baby wirklich gute Dienste geleistet und für das Kleinkind ist inzwischen eine FlyTai von Fidella in der Toddler-Size eingezogen. Beide Tragen sind ein schöner Mix aus Tragetuch und Komforttrage, die Schulterbänder werden gebunden und verteilen dadurch das Gewicht sehr angenehm. Während bei der Storchenwiege der Hüftgurt mit einer Schnalle geschlossen wird und dadurch zwar fix an einer Person sitzt, aber bei zwei Trägern immer wieder weiter oder enger gemacht werden muss, wird die Fidella auch an der Hüfte gebunden.

Rucksack statt Wickeltasche

Mit Stillbaby halte ich eine Wickeltasche für überflüssig. Das durfte ich schon nach den ersten Tagen mit Wickeltasche merken, wollte es mir und meinem Mann aber partout nicht eingestehen, weil ich so lange mit der Suche nach er perfekten Wickeltasche nervte. Ich bin meistens mit einem Rucksack unterwegs und darin habe ich eine Windeltasche mit den nötigsten Sachen. Ich liebe ja meinen Rucksack von Fjällräven und bin damit an der Mamafront nicht alleine. Was ich alles in meiner Windeltasche habe und warum eine Wickeltasche nichts für mich ist, könnt ihr in meinem Artikel Was kommt in die Windeltasche nachlesen.

Babyschale

Wir sind nicht viel, aber doch ab und an mit dem Auto unterwegs und wie die meisten sind wir mit dem Auto vom Krankenhaus nach Hause gefahren. Eine Babyschale ist in fast jeder Erstausstattung unerlässlich. Wir haben den Britax Römer BABY-SAFE i-SIZE. Worauf man bei einer Babyschale achten muss und wie wir sicher mit unserem Baby im Winter unterwegs sind, könnt ihr hier nachlesen.

Schutz für zarte Babyhaut

Wer ein Winterbaby hat in der Erstausstattung eine Fettcreme haben um die zarte Babyhaut vor kaltem Wind schützen zu können. Ich mag den Calendula Wind- und Wetterbalsam von Weleda. Der macht sich auch gut in Mamas Gesicht.

Ihr habt fragen? Habe ich etwas vergessen? Manchmal sieht man ja den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Schreibt mir einfach.

Baby Kleinkind Mutterschaft Pflege

Unterwegs mit Still- und Kleinkind | Braucht man eine Wickeltasche?

Passt in jede Tasche | Was kommt in die Windeltasche?

2. August 2017
Wickeltasche | Wickelrucksack | Fjällräven | Rucksack | Rosa | Windeltasche | ivy.li

Braucht man eine Wickeltasche? Ein ganz klares Jein! Für viele Eltern macht sie durchaus Sinn und ist eine gut organisierte Hilfe, aber auch ohne ist man mit einem Baby und Kleinkind gut unterwegs. Gerade für mich als Mutter eines Stillkindes und inziwschen auch Kleinkindes ist eine Wickeltasche unnötig. Was bei uns aber immer gut gefüllt dabei ist? Eine Windeltasche!

Ich und meine Wickeltasche

Vor der Geburt war ich vollkommen überzeugt davon eine Wickeltasche zu brauchen, bzw. der Meinung, sie würde mir alles erleichtern. Es gibt sie ja schließlich nicht ohne Grund und man sieht damit so viele Mamas durch die Straßen spazieren. Ich bin meinem Mann mit der Suche nach der, für mich, perfekten Tasche auf die Nerven gegangen, habe durchaus zu viel Zirkus drumherum gemacht und meinen Fund wie den Heiligen Gral gefeiert, weil ich der festen Überzeugung war damit jetzt perfekt organisiert und für alle Situationen Unterwegs vorbereitet zu sein.

Eine Wickeltasche zu finden die mir optisch gefiel und die flexibel als Rucksack und Tasche einsetzbar ist, war erstaunlich schwer. Ich musste lernen, dass Wickeltaschen gerne niedliche Aufnäher haben, als würde sie von den Kindern selbst getragen werden, Blumenmuster gerne mit Karo kombiniert werden und Wickeltaschen genau der Art von Handtasche nachempfunden werden die meine Mutter gerne trägt, aber nicht ich. Aber ich wurde fündig und bin stolz mit Baby im Tuch und Wickeltasche als Wickelrucksack auf dem Rücken durch die Gegend stolziert.

Ich habe die ersten Male jedes einzelne Fach in der Tasche gefüllt. Mit diesem und jenem. Irgendwer muss sich schließlich bei all den kleinen Fächern etwas gedacht haben, also mussten sie gefüllt werden. Aber ich habe ziemlich schnell gemerkt, dass ich unterwegs gar nicht so viel brauche und die Wickeltasche bloß noch mit mir herumgetragen habe um meinem Mann nicht zu zeigen, dass er vollkommen recht damit hatte, dass wir keine Wickeltasche brauchen.

Unterwegs mit Stillkind

Ich war und bin eine Stillmama. Mein Kind nahm keine Flasche und erst jetzt stibitzt er sie ab und an von anderen Kindern um dann lachend einen Schluck daraus zu nehmen. Dass sie Ersatz für meine Brust sein sollen versteht er aber auch jetzt nicht. Wir waren also von Anfang an mit weitaus weniger Gepäck unterwegs als Eltern die ihren Kindern die Flasche geben. Keine Fläschen, kein Milchpulver, kein kaltes und heißes Wasser. Locker vier Fächer in so einer Wickeltasche die wir gar nicht brauchen.

Fürs Stillen unterwegs brauche ich nur meine Brüste und mein Kind. Und am Anfang ein bis zwei Paar Stilleinlagen zum Wechseln. Aber die passten sogar das eine oder andere Mal einfach in die Hosentaschen. Und irgendwann hat sich die Milchproduktion auch eingependelt und ich laufe schon seit über einem halben Jahr ohne rum. Tropft doch mal was, wird das T-Shirt halt nass. Zwischen Matsch- und Blaubeerflecken von Kinderhänden fällt das gar nicht so arg auf.

Ein bis zwei Mulltücher und eine Garnitur Wechselkleidung waren zu Beginn bei längeren Ausflügen auch dabei. Wir hatten ein Speibaby und manchmal half selbst ein Dreieckstuch nicht und wir musste das Kind umziehen. Aber ein winziger Body und eine Minihose passen selbst in kleine Handtaschen.

Babypflege für Unterwegs. Was muss in jede Wickeltasche?

Liest man sich durch das Internet kommen schnell etliche Dinge zusammen die auf gar keinen Fall in der Wickeltasche fehlen dürfen. Neben Windeln und einer Familienpackung Feuchttücher müssen laut diverser Listen auch Wundcreme und Babypuder dabei sein.

Bei der Pflege von zarten Babypos halten wir es allerdings eher schlicht. Mehr als Wasser und etwas Öl kam an den frischen Babypo nicht ran, Wundcreme und Puder gab es bei uns auch in der Wickelkommode nicht und bis jetzt sind sie auch noch nicht eingezogen.

Windeln und eine kleine Dose mit feuchten Tüchern und zwei drei Tropfen Mandelöl haben für unterwegs vollkommen gereicht. Inzwischen sind wir aus Bequemlichkeit auf Feuchttücher von Lillydoo gewechselt. Davon ist immer eine kleine Packung mit dabei. Wir kommen damit relativ lange aus, denn wir werfen nicht mit Feuchttüchern um uns.

Am Anfang war eine Wickelunterlage für Unterwegs wirklich sehr praktisch. Wir hatten immer eine Wiederverwendbare dabei die sich leicht abwischen ließ. Inzwischen liegt das Kind aber selbst zuhause kaum mehr beim Wickeln, sondern steht und auch unterwegs wird meistens im Stehen gewickelt oder ganz ganz fix im Liegen, aber bei soviel Bewegung wie in diesem kleinen Körper steckt, würden wir innerhalb weniger Augenblicke von der Wickelunterlage herunter geturnt sein.

Beikost und Snacks für Unterwegs

Wir sind nicht so der Gläschentyp. Der Sohn fand sie nie wirklich spannend und snackt lieber bei uns mit, nascht an einem Pfirsich oder steckt sich Blaubeeren in den Mund. Eine Laugenstange vom Bäcker oder ein Fruchtriegel aus dem Bioladen lassen sein Herz unterwegs höher schlagen und ein Quetschie kann selbst festgehalten werden, während der Löffel immer noch das Essen einfach vor dem Mund verliert. Statt einem Glas Brei kommt immer eine kleine Notfallration Fruchtriegel und ein Quetschie mit. Die helfen auch mir, wenn ich mal ganz plötzlich ein bisschen mehr Energie brauche. Dazu gesellt sich eine kleine Dose mit Obst, oder wir holen uns unterwegs etwas.

Wickeltasche | Wickelrucksack | Fjällräven | Rucksack | Rosa | Magic Cup von NUK | ivy.li

Spielzeug in der Wickeltasche

Ich hatte genau zweimal Spielzeug dabei. Weil ich auf Nummer Sicher gehen wollte. Natürlich war der Löffel im Kaffee spannender und die Speisekarte. Nein, Spielzeug braucht man eigentlich nicht mitzunehmen, denn unterwegs gibt es genug zum Spielen.

Unterwegs mit Kleinkind

Wir stillen auch nach 13 Monaten noch, wenn auch meistens nur noch zum Einschlafen, in der Nacht, oder wenn etwas ganz blöd ist. Unterwegs ist das aber eher selten der Fall. Fläschchen sind also auch jetzt nicht interessant für uns. Was wir dafür immer dabei haben ist ein Becher mit Wasser, oder eine ganz normale Wasserflasche aus der das Kind und ich trinken können.

Snacks sind unerlässlich, denn das Kind ist ein Wirbelwind, betreibt jeden Tag stundenlang Hochleistungssport und braucht immer neue Energie.

Wechselkleidung haben wir eigentlich gar nicht mehr dabei, dafür aber eine Matschhose wenn das Wetter danach aussieht. Warum keine Wechselkleidung? Bis jetzt hatten wir unterwegs nur mit Eis- Matsch- und Blaubeerflecken zu tun. Die können auch bis zuhause warten. Es kommen im Laufe des Tages eh neue hinzu. Klar, wenn ich weiß dass wir irgendwo mit ordentlich Wasser spielen werden packe ich vorsichtshalber auch nochmal einen trockenen Body ein, aber es lohnt sich einfach nicht extra eine ganze Garderobe mitzunehmen.

Windeltasche statt Wickeltasche

Ich habe die Wickeltasche gegen eine Windeltasche mit einer kleinen Grundausstattung gewechselt die ich immer in den Rucksack packe, den ich mitnehmen möchte. Gerade laufe ich am liebsten mit meinem rosa Fjällräven durch die Stadt. Eine Windeltasche passt in so ziemlich jede Tasche und kann ganz schnell auch mal dem Papa in den Rucksack gepackt werden, wenn der mit dem Kind auf Abenteurreise geht. Wir haben eine kleine Tasche von Søstrene Grene die Innen beschichtet und eigentlich für Hygieneartikel gedacht ist, aber sich ganz hervorragend als Windeltasche macht. Ich glaube, sie hat nicht einmal drei € gekostet und ist ein echt praktisches und hübsches Schnäppchen.

Zwei Windeln, eine kleine Packung Feuchttücher, ein Quetschie und zwei Fruchtriegel sind die perfekte Grundausstattung für unterwegs, die sich mit einer Dose Blaubeeren und zum Beispiel einer Matschhose verfeinern lässt. Ach und Desinfektionsspray ist auch immer mit dabei, falls ich mal die Windeln wegbringe und danach gleich weiter gehe. Unser Müllraum ist nämlich ganz widerlich und ich habe das Bedürfnis mich nach einem Besuch darin einmal vollkommen abzuduschen. Geht aber leider nicht.

Windeltasche | Inhalt | Windeln und Feuchttücher von Lillydoo | Quetschie von Freche Freunde | Fruchtriegel von Alnatura | ivy.li

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr eine Wickeltasche, oder seid ihr wie wir mit einem ganz normale Rucksack unterwegs?

Wickeltasche | Wickelrucksack | Fjällräven | Rucksack | Rosa | ivy.li

Mutterschaft

Du bist nicht dick genug um über den After Baby Body zu reden

Über Bodyshaming und Ausgrenzung, zu viel Rücksichtnahme und Fishing for compliments

27. Juli 2017
After Baby Body | Mombody | Mama | Körper | Postpartum | Geburt | Schwangerschaft | Bauch | Dellen

Letzte Woche schrieb ich in meinem Artikel After Baby Body über druckaufbauende und vollkommen falsche Ideale und über eine Gegenbewegung die ausgrenzt. Und neben wirklich vielen großartigen Kommentaren, persönlichen Geschichten und weiteren Denkanstößen werfen mir doch tatsächlich Frauen vor, dass ich nicht genug Kilos auf die Waage bringe, nicht genug Dellen habe, oder zu wenig Dehnungsstreifen am Bauch habe um mich zu diesem Thema äußern zu dürfen.

Du bist nicht dick genug um dich über falsche Körperideale aufzuregen

Genau das ist ein Teil dieser Gegenbewegung die ausgrenzt und von der ich im Artikel schrieb. Ich darf mich nicht zum Club der starken Frauen und Mütter zählen die gegen ungesunde und zu dünne Ideale rebellieren, weil mein Körper noch zu sehr an den Idealen dran ist. Ich habe wohl die Angabe des Mindestgewichts übersehen. Unter 100 Kilo darfst du das kranke Körperbild nicht kritisieren, das die Medien uns eintrichtern. Keine Dehnungsstreifen am Bauch? Ne, sorry, dann bist du keine echte Mom die für die Akzeptanz von allen Mamakörpern kämpfen darf. Deine Dellen gehen nur bis zum Knie? Also du darfst erst deinen Körper zeigen und dich für die Liebe zum eigenen Körper einsetzten wenn sie auch darunter sind. Und überhaupt, die sind ja gar nicht tief genug!

Klingt dumm, oder? Aber so ticken ganz schön viele Frauen. Als ob es nicht schon schlimm genug wäre, dass wir von Außen so unter Druck gesetzt werden, mit unseren eigenen Körper kämpfen, nein, wir werden auch von denen angefeindet, die neben uns stehen sollten.

#bodypositifity, aber bitte nur, wenn du ganz viel body bist

Bei solchen Kommentaren fällt es einem schwer zu glauben dass da Frauen für mehr Selbstliebe kämpfen. Nein, da schreiben Frauen unfaire Kommentare weil sie sich selbst nicht in ihren Körpern wohl fühlen und ihr Wohlbefinden einzig und alleine daraus ziehen, dass ihre Körper Symbol einer Gegenbewegung sind und das wollen sie sich auf gar keinen Fall von Frauen nehmen lassen die in ihren Augen näher am Ideal sind. What? Die ist dünner als ich. Ne, die darf auf gar keinen Fall mitspielen.

Die eigene Liebe zum Körper darf feiern und laut in die Welt schreien wer mag, egal wie die Körper dazu aussehen. Auch Frauen ohne offensichtliche Gewichtsprobleme oder Makel hadern mit sich selbst, kämpfen mit sich selbst. Und dürfen und sollen laut in die Welt schreien wenn sie den gesellschaftlichen Druck hinter sich gelassen haben und mit sich selbst in Reinem sind. Denn in einer Gesellschaft in der genau das zur Seltenheit geworden ist sollten wir alle unterstützen und feiern die es geschafft haben.

Fishing for compliments

Boah, die hat ja gar kein Übergewicht, weniger Streifen als ich, etc. die will doch bloß Komplimente bekommen. Nein, will ich nicht. Nicht für meinen Körper, für mein Aussehen. Ja, natürlich sind Komplimente schmeichelhaft, wer hört sie nicht gerne? Aber darum ging es mir nicht, als ich meinen Körper zeigte, über Selbstliebe, verquere Ideale und einen Kampf der Körper schrieb.

Aber diesen dummen Kommentar bekomme ich öfter zu hören. Vollkommen egal ob ich mal an mir herum mäkel, weil ich einen fetten Pickel im Gesicht habe und Augenringe bis zu den Kniekehlen, oder ob ich schreibe, dass ich mich mag, so wie ich bin.

Kein eigener Kampf, keine Recht auf Selbstliebe

Für die einen bin ich nicht dick genug um mitreden zu dürfen, für die anderen hatte ich zu wenig mit meiner Psyche zu kämpfen. Essstörung? Ja, aber die war sicher nicht so krass wie meine! Du darfst erst darüber schreiben wie toll es ist sich endlich selbst zu lieben und wie wichtig es ist, wenn du uns auch bewiesen hast, dass du wirklich mal ganz ganz tief unten in einem dunklen Loch gesteckt hast. Sonst hast du ja gar keine Ahnung davon was es bedeutet mit sich selbst zu kämpfen.

Mal ganz davon abgesehen dass es niemanden etwas angeht wie tief das Loch ist in dem jemand steckte oder steckt, es spielt keine Rolle. Jeder empfindet seinen Kampf als wichtig, intensiv und schwer, ganz egal ob er in den Augen anderer bloß Pipifax ist. Es geht nicht darum was alle um einen herum denken, sondern was man selbst fühlt.

Bitte etwas Rücksicht nehmen

Ich soll doch bitte mehr Rücksicht nehmen auf die, die sich noch nicht selbst lieben können. Mein Text würde diese Menschen genauso unter Druck setzen wie dünne Models und gertenschlanke Mütter.

Selbstliebe ist der Urzustand. Damit kommen wir auf die Welt. Damit das so bleibt braucht es eine Gesellschaft um uns herum die genau das lebt, damit wir nicht vom Weg abkommen, uns von den Medien verunsichern und beeinflussen lassen und am Ende uns selbst als nicht genug ansehen, als fehlerhaft.

Ja, natürlich übt es einen gewissen Druck auf vor Augen geführt zu bekommen dass wir Vorbilder sind, dass wir mitverantwortlich dafür sind, dass unsere Kinder sich selbst so wie sie sind lieben und das niemals vergessen. Und das wir nur das vorleben und weitergeben können was wir auch selbst verinnerlicht haben. Und ja, es ist überhaupt nicht angenehm gesagt zu bekommen, dass wir mit uns selbst ins reine kommen müssen, wenn wir eigentlich gerade nichts an uns gut finden.

Aber Druck ist nicht gleich Druck. Es gibt einen Unterschied zwischen dem Druck falschen und ungesunden Vorstellungen zu entsprechen um dazuzugehören und dem, etwas eigentlich vollkommen natürliches und gesundes beizubehalten, vorzuleben und weiterzugeben. Das ist wie mit dem Rauchen und Nichtrauchen. Eine coole Gang kann einen unter Druck setzten, dass man nur Mitglied sein darf, wenn man raucht. Mit dem Rauchen wieder aufzuhören obwohl man doch super cool dabei aussieht und es mag, weil es gesundheitsschädlich ist, ja sogar tödlich sein kann, setzt einen ebenfalls unter Druck. Trotzdem würde hier kaum mehr einer sagen, dass man nicht über die negativen Eigenschaften des Rauchens reden darf, weil das ja Leute unter Druck setzt.

Natürlich ist es alles andere als leicht sich selbst zu lieben wenn man schon so weit davon entfernt ist, aber nirgends mit dem Thema konfrontiert zu werden macht es nicht leichter.

Es allen Recht machen

Wenn ich auf jede Gruppe Rücksicht nehme, auf jeden Aspekt genauestens eingehe, auf alle und jeden Rücksicht nehme, mich für alles rechtfertigen muss, dann kommt am Ende ein nichtssagender Text zustande, weich gewaschen, ohne Fokus, Meinung und Message. Dann kann man genausogut einfach nichts sagen und jeder kocht seine eigene Suppe im Stillen.

Ich habe mir bei dem Text über den After Baby Body eigentlich schon viel zu viele Gedanken darüber gemacht niemanden zu doll auf dem Schlips zu treten und trotzdem kamen vollkommen unnötige und teilweise wirklich verletzende Kommentare.

Ich kann und möchte es gar nicht allen Recht machen. Ich habe eine Meinung und die vertrete ich. Ich habe etwas zu sagen und das sage ich. Meine Texte sind durchdacht, meine Worte stehen manchmal wochenlang in einem Dokument bevor ich sie veröffentliche, sie sind gut überlegt und natürliche versuche ich sie so zu wählen, dass ich niemanden verletzte. Aber das geht scheinbar nicht. Ich schreibe über das Stillen und es fühlen sich Frauen angegriffen, die nicht stillen können. Ich trage ein feministisches T-Shirt das ausdrückt, dass Männer nicht über Geburtenkontrolle zu bestimmen haben und bekomme ermahnende Nachrichten, weil es ja auch Frauen ohne Uterus gibt und die sich durch das T-Shirt verletzt fühlen. Ich schreibe über Selbstliebe und werde angegriffen, weil ich es in den Augen einiger leichter habe mich selbst zu lieben als sie sich selbst.

Was ich aus all dem hier für ein Lehre ziehe? Ich denke nicht mehr ganz so viel über die potenziellen Leute nach, die ich mit meinen Texten irgendwie aufregen könnte. Regt euch ruhig auf, schreibt mir bitterböse Mails, Nachrichten und Kommentare. Ich lösche sie einfach und blocke euch. Ich diskutiere gerne mit euch, wenn ihr konstruktive Kritik habt, aber ich muss mich nicht angreifen und verletzten lassen.

After Baby Body | Bodyshaming | Instagram Stories ivymaedchen

Ungefilterte Gefühlsausbrüche, positive wie negative, gibt es natürlich in den Instagram-Stories. Ein ganz hervorragendes Ventil.

Mutterschaft

After Baby Body

Wie uns Ideale und Gegenbewegungen unter Druck setzen und ausgrenzen

19. Juli 2017
After Baby Body | Mamakörper nach der Geburt | Körpergefühl | Schönheitsideale |

Ich habe keinen After Baby Body, ich habe einen Ab-dem-Wunsch-ein-Kind-zu-bekommen-und-zwar-jetzt-Body. Um ganz genau zu sein habe ich eine vollkommen anderes Verhältnis zu meinem Körper und meinem Gewicht, ein anderes Körpergefühl, seit mein Mann und ich den Wunsch nach einem Kind laut äußerten. Der akute Wunsch ein Kind zu bekommen gab mir die Möglichkeit meinen Körper ganz anders und neu wahrzunehmen und eine liebevolle Beziehung zu ihm aufbauen zu können.

Warum ich meinen Körper liebe

Mit 55 Kilo fühlte ich mich dick und hässlich. Mein Körper war nichts weiter als das, was andere von mir sehen und bewerten konnten und den es stets zu optimieren galt. Heute wiege ich gut 9 Kilo mehr und liebe meinen Körper, denn ich weiß jetzt, dass er so viel mehr ist. Mein Körper hat einem wundervollen Menschen das Leben geschenkt und nährt ihn jeden Tag, lässt ihn wachsen, stark und gesund sein. Mein Körper ist ein Zuhause, nicht nur meines, eines das ich mir mit der Liebe meines Lebens teile. Er gibt Geborgenheit und Wärme. Mein Körper hat ein Wunder vollbracht und dafür liebe ich ihn. Ganz egal wie weich er ist, wie viele Dellen er hat und wie schwer er ist.

Ideale und Gegenbewegungen – Ein Körper-Krieg

Ich fühle mich nicht von schlanken und durchtrainierten Müttern unter Druck gesetzt und auch eine Kleidergröße mehr stürzt mich nicht in einen Abgrund aus dem ich mich nur heraushungern kann. Trotzdem geht mir der Begriff After Baby Body auf den Sack und der ganze Zirkus drumherum. Ich will nicht in Zeitschriften und im Internet lesen wie ich am besten meine Babypfunde loswerde und schnell wieder aussehe wie vorher. Ich will nicht, dass die Ansicht verbreitet wird, ein Mamakörper wäre nicht perfekt so wie er ist. Ich will nicht, dass starke Frauen auf weiche Bäuche und Dehnungstreifen degradiert werden, die wegoptimiert werden müssen.

Wenn Hashtags wie #afterbabybody und #mombodygoals durch das Internet wabern will ich keine Sixpacks sehen, keine Bäuche die sich leicht nach innen wölben und straffe Brüste die der Schwerkraft trotzen. Ich will aber auch nicht, dass gerissene Bäuche und hängende Brüste als der einzig wahre #mombody gefeiert werden. Denn genauso wie der Wahn um einen Körper ohne jegliches Gramm Fett ein vollkommen falsches Körpergefühl verbreitet, wird Müttern die in der Genlottery gewonne haben, beim Stillen mehr ab als zunehmen, eben einfach ganz fix wieder schlank sind und keine „Tigerstreifen“ haben das Gefühl gegeben nicht zum Club der starken Mütter zu gehören. Es werden Körper aus der einen und anderen Richtung glorifiziert und vergessen, dass wir alle verschieden und trotzdem richtig sind. So wie wir eben sind. Und uns wird die Möglichkeit genommen, der Weg dahin erschwert uns genauso wie wir eben sind zu lieben und zu akzeptieren.

After Baby Body als Synonym für ein druckaufbauendes Körperbild und eine dogmatische Gegenbewegung

Unseren Körpern Hashtags zu geben, sie als Symbol für eine Bewegung zu nutzen, egal ob mit Sixpack oder Dehnungsstreifen, lenkt die Aufmerksamkeit nicht auf die wundervolle Vielfalt die es gibt und die wir feiern sollten, sondern zeigt uns die Unterschiede als Makel, setzt unter Druck oder grenzt aus. Es ist wie ein Krieg zwischen makellosen Idealen und der gestreiften Gegenbewegung in der nur dünne Models und Dehnungsstreifen auf weichen Bäuchen gewinnen und die Liebe für den eigenen Körper verloren geht.

Nein, natürlich ist ein Hashtag nicht das Problem und ja, er kann einer ganz tollen Bewegung zu mehr Sichtbarkeit verhelfen und Menschen verbinden, aber er kann genauso gut und laut Texten, Bildern und Einstellungen eine Bühne geben, die ein falsches Bild verbreiten. Zum Beispiel eines von dünnen und dicken Mamas, die eben nur ganz dünn und sportlich oder weich mit Tigerstreifen gut sind.

After Baby Body | Ich liebe meinen Körper | Körpergefühl |

Für mich war und ist der Kinderwunsch, die Schwangerschaft und das Muttersein mein persönlicher Ausstieg aus einer krankhaften Beziehung zu meinem Körper, meinem Gewicht und der Nahrungsaufnahme. Ich fühle mich wohl in meiner Haut und bin in mir angekommen. Dass mich der Druck den gängigen Idealen zu entsprechen, schön für andere zu sein und mich stetig optimieren zu müssen so lange im Griff hatte, oft meinen Alltag bestimmte und mich mehr als einmal in einen Abgrund warf ist erschreckend, aber kein Einzelfall. Ich bin nicht alleine damit. Auch wenn immer mehr Frauen jenseits der Kleidergröße 36 Titelseiten von Hochglanzmagazinen schmücken wird ein paar Seiten dahinter eine neue Diät angepriesen, die einem innerhalb von keiner Woche locker 3 Kilo abnehmen lässt. Denn es verkauft sich gut. In unseren Köpfen hat sich ein Körperbild manifestiert das nicht mehr gesund ist und das wir bewusst oder unbewusst füttern wollen.

Wir sollten ein Vorbild sein

Wir leben in einer Gesellschaft in der bereits krankhafte Ansichten wie ein Frauenkörper auszusehen hat Mädchen eingebläut wird, noch bevor sie überhaupt Frauen sind. In der Grundschule mobben sich Kinder gegenseitig aufgrund von Gewicht und Körperform. Die Idole unser Kinder sind Teenager die bei Modelcastings mitmachen oder auf Youtube Detoxprodukte anpreisen. Im Kinderfernsehen wird abwertend über dicke Leute gesprochen und vor dem Spiegel nennt sich Mama zu fett. Sogar in der Sandkiste wird darüber diskutiert ob das kleine Krabbelbaby nicht vielleicht Abends eine Flasche Wasser statt Milch bekommen sollte, weil es auf der Gewichtskurve im Vorsorgeheft ganz oben an der Linie kratzt.

Nein, wir können nicht von jetzt auf gleich die Welt verändern und von heute auf morgen ein Körperbild aus unseren Köpfen verbannen, das uns schon so lange eingebläut wird, aber wir können an uns arbeiten und ein Vorbild sein. Unsere Kinder, schon die ganz kleinen, saugen alles von uns auf. Worte, Gesten, Einstellungen und Ansichten. Wir leben ihnen vor, was sie später vielleicht selbst leben werden. Die Mama vor dem Spiegel die sich zu dick findet und es nicht nur denkt, sondern zeigt und sagt, gibt ihrem Kind weiter, dass etwas mehr zu viel ist. Dass Mamas Körper, obwohl er doch so heiß und innig geliebt wird, nicht richtig ist. Mit kleinen und großen Worten und unseren Handlungen zeigen wir unseren Kindern was richtig und was falsch ist. Wir sollten uns darüber Gedanken machen, was wir für Einstellungen weitergeben wollen und bedachter unseren Alltag mit Kind bestreiten.

Das bedeutet natürlich nicht, dass wir jetzt jeden Tag Eis essen sollen um dann gemeinsam mit unsere Kindern immer runder werdende Bäuche zu streicheln. Zu einem gesunden Umgang mit dem eigenen Körper und einen respektvollen Umgang mit denen der anderen sollten wir nicht nur auf unsere Worte achten und darauf wie wir auf bestimmte Körperformen reagieren, sondern wir sollten auch zeigen was es bedeutet gesund zu leben. Neben Bewegung, und nein, dass muss nicht gleich Leistungssport bedeuten, gehört auch eine gesunde Ernährung und ein gesunder Umgang mit Essen. Ich war und bin es ab und an immer noch, ein Langeweilesser und ein Frustesser, genauso wie ich sehr lange den Verzicht auf Essen als eine Bestrafung sah, die ich verdient habe. Ich möchte diese Einstellung zum Essen auf gar keinen Fall an mein Kind weitergeben. Essen soll genauso wenig Belohnung, oder Trost sein, wie der Verzicht darauf eine Bestrafung.

After Baby Body | Körpergefühl | gesunde Wahrnehmung | Vorbild sein

Sich selbst lieben und trotzdem etwas ändern wollen

Sich im eigenen Körper wohl fühlen bedeutet nicht, dass man nicht auch das Bedürfnis verspürt etwas ändern zu wollen. Ich fühle mich in unser Wohnung zuhause, bin angekommen und liebe sie und trotzdem gucke ich immer mal wieder nach einer größeren Wohnung oder überlege einen neuen Esstisch zu kaufen. Sich selbst lieben bedeutet nicht, dass man nie wieder an sich arbeitet oder sich nicht verändern darf.

Mein Mann ist sportlich, sehr sogar. Er betreibt einen Leistungssport. Und während er morgens ein gesundes Frühstück isst, trinke ich bloß einen Kaffee mit viel Milch und vergesse auch gerne mal Mittags etwas richtiges zu essen. Und ich merke wie ich immer mehr einroste. Vor drei Jahren lief ich noch Abends meine 14 Kilometer um die Alster und die Kanäle, heute spaziere ich zwar locker 15.000 – 20.000 Schritte am Tag, aber komme beim Treppensteigen in den vierten Stock um Pakete abzuholen ordentlich aus der Puste. Ich kann zwar gut und gerne für ein paar Stunden mein 10 Kilo Kind durch die Weltgeschichte tragen, aber nach zwei Liegestützen ist Schluss. Das ärgert mich, denn ich weiß wie es vorher war. Ich möchte also wieder mehr Sport und eine gesunde Ernährung in mein Leben integrieren. Das hat in erster Linie nichts mit meinem Körper und meinem Gewicht zutun, wird beides aber beeinflussen.

Und man kann sich natürlich auch unabhängig von gängigen Schönheitsidealen unwohl fühlen. Ein dicker Bauch kann eine Belastung sein, nicht nur seelisch, sondern auch körperlich. Viel Gewicht mit sich herumtragen kann die Gelenke in Mitleidenschaft ziehen, vielleicht findet man aber auch mit sehr großen Brüste irgendwann einfach keine schöne Unterwäsche mehr oder möchte irgendwann so gerne mal wieder ohne rumlaufen, ohne dass sie sich unangenehm beim Herunterhängen anfühlen. Ja, es gibt da eine Hose im Schrank in die ich wirklich gerne wieder passen möchte und im Urlaub rieben zum ersten Mal meine Oberschenkel ganz unangenehm aneinander, als ich im Bikini durch die Gegend spazierte. Das war nicht schön und ich möchte das ändern. Und nicht jeder verbindet mit einem weichen Bauch eine schöne Schwangerschaft. Wir sollten bei dem Wunsch nach Veränderung nur niemals vergessen für wen wir uns ändern möchten und warum. Es geht immer um unser eigenes Wohlbefinden, nicht um das Entsprechen eines von Medien propagierten Ideals.

Warum wir unsere Körper lieben sollten

Ob man sich in der eigenen Haut wohlfühlt oder nicht, sollte nicht von der Meinung anderer abhängig sein. Das bedarf natürlich Selbstsicherheit, Vorbildern und optimalerweise auch einer Gesellschaft in der keine ungesunden Körperbilder und Einstellungen propagiert werden.

Wir sind Mamas, verdammt starke Frauen und Vorbilder, denn wir leben unseren Kindern unser Körpergefühl vor und geben es weiter. Wir sollten uns in unserer Haut wohlfühlen und alle unterschiedlichen Körper feiern und lieben. Und ich rede nicht von der Liebe zum eigenen Körper weil andere ihn schön finden, weil er einem Schönheitsideal entspricht, oder weil er vielleicht Protest gegen gängige Ideale ist, sondern weil wir in ihm angekommen sind.

Baby Familie Mutterschaft

Nun bist du schon ein Jahr alt

Ein Brief an mein kleines großes Kind

15. Juni 2017
Nun bist du schon ein Jahr alt | Ein Brief an mein kleines großes Kind

Mein geliebtes Kind,

du liegst in meinen Armen, stillst entspannt an meiner Brust, deine dunklen Äuglein fallen immer wieder zu bis sie ganz geschlossen bleiben und du eingeschlafen bist. Du bist schon so groß geworden. Deine Füße berühren bereits den Boden wenn du auf meinem Schoß liegst und sie sind ganz sandig, weil du die Welt jetzt immer öfter mit großen und kleinen Schritten erkundest. Seit heute bist du kein Baby mehr, du bist ein Kleinkind. Heute bist du schon ein Jahr bei uns, bereicherst unser Leben, bist ein Teil von uns, ohne den wir nicht mehr sein wollen. Du zeigst uns jeden Tag wie wundervoll das Leben ist, wie viel Glück in den kleinen Dingen liegt und das Liebe immer weiter wächst.

Ich möchte keinen einzigen Moment missen, denn jeder mit dir ist wertvoll und einzigartig. Auch wenn wir manchmal alle müde sind und wir abwechselnd weinen, auf jede Träne folgt ein Lachen, das alle Tränchen trocknet.

Danke, dass wir dich auf deinem Weg begleiten dürfen, miterleben dürfen wie du so vieles zum aller ersten Mal machst und zum tausendsten mal, bis du es perfektioniert hast. Danke, dass du dir uns als deine Familie ausgesucht hast, dass wir deine Eltern sein dürfen und du unser Kind bist.

Durch dich habe ich einen neuen Teil meiner selbst entdeckt und bin mit dir zu einem anderen Menschen geworden. Meine Welt dreht sich um dich, um dein Lachen und Lächeln, deine kleinen Finger, mit denen du mir die kleinste Staubkörner reichst, deine kleinen Füße, die die Welt entdecken wollen, deinen kleinen Bauchnabel der ganz bestimmt der perfekteste der Welt ist und um deine wunderschönen Augen, die so aufmerksam die Welt beobachten und mehr zu sehen scheinen als meine.

Ich freue mich auf jeden Tag und jede Nacht mit dir, auf jeden einzelnen Augenblick, auf all die großen und kleinen Dinge die noch vor uns liegen. Ich werde dich immer begleiten und an deiner Seite sein, wenn du mich brauchst. Ich trage dich so weit wie meine Füße uns bringen, halte sicher deine Hand auf deinen Entdeckungsreisen, lasse sie los, wenn du dich selbst erproben willst und reiche sie dir, wenn du wieder Halt brauchst. In meinen Armen wird immer Platz für dich sein um dir Sicherheit zu geben, Geborgenheit und Liebe.

Du bist ein großartiger und wundervoller Mensch und dich aufwachsen zu sehen und Teil deines Lebens sein zu dürfen ist das größte Geschenk. Ich liebe dich unendlich und bedingungslos und ich freue mich auf all die Abenteuer und Wunder die vor uns liegen.

Herzlichen Glückwunsch zu deinem ersten Geburtstag.

Deine Mama