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Kolumne

Manchmal bin ich wütend auf meinen Partner

16. Februar 2017

Ich bin kurz davor mich meinem Baby anzuschließen und zu heulen. Der Tag war einfach nicht unser. Alles geht drunter und drüber und ich würde unglaublich gerne mal alleine pinkeln gehen. Oder mich kurz hinsetzten. Wirklich nur ganz kurz.

Und dann schreibt mein Mann mir, dass im Büro heute einfach nichts los gewesen sei. Bock auf Asiatisch hätte er zum Abendessen und morgen würde er gerne ganz in Ruhe eine Runde Radfahren.

Plötzlich bin ich wütend. Auf ihn. Dabei hat er überhaupt nichts gemacht. Er kann nichts dafür, dass heute bei mir irgendwie nichts funktioniert und mir alles zu viel wird. Er kann auch nicht riechen, dass ich gerade auf dem Zahnfleisch gehe und seine entspannten Nachrichten bei mir einen Schalter umkippen lassen und ich meine letzte Kraft für eine ordentliche Portion Wut mobilisiere.

Er durfte sicher ständig pinkeln gehen, alleine, ohne kleinen Zuschauer der sich auf seinem Arm hin und her wand und es zu einer wirklichen Challenge machte, Toilettenpapier zu benutzen, der nicht auf dem Boden liegen wollte und sich weinend an seinen Beinen hochzog, der einfach nicht schlafen wollte, weil ihn irgendwas plagte und nicht zur Ruhe kommen ließ. Und er konnte sicher ganz viel Tee trinken, warmen Tee, vielleicht sogar heißen.

Ich bin wütend, weil meine letzte Kraft fast aufgebraucht ist und er noch so viel hat. Ich bin wütend weil er das nicht weiß und nicht sensibler ist. Aber woher soll er auch wissen, dass er heute mit einem rohen Ei redet? Gestern lief ja schließlich alles gut und wir begrüßten ihn mit einem Lachen. Ich bin wütend, weil ich meinen eigenen Erwartungen nicht gerecht werde, weil ich nicht entspannter bin, weil ich nicht mehr kann. Und er bekommt es ab. Und dann bin ich wütend, weil ich wütend bin.

Ich möchte weinen und toben und schreien, ich möchte mit meinen Fäusten auf seine Brust hämmern und sauer sein, weil bei ihm alles gut lief und bei mir nicht. Ich möchte ihm auf seine entspannten Nachrichten schreiben, dass er ein Arsch ist und wie blöd ich ihn finde.

Stattdessen atme ich kurz durch. Schreibe ihm, dass ich noch mal mit Jonah spazieren gehe, spaziere, komme runter, entspanne mich mit Jonah und zuhause lasse ich mich von meinem Mann in den Arm nehmen. Meistens. Manchmal schreibe ich ihm auch, dass er ein Arsch ist.

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30 Kommentare

  • Antworten Heide 16. Februar 2017 um 16:36

    ich möchte mir den text irgendwo speichern, damit ich ihn – im fall einer schwanger-/mutterschaft – in 5 jahren oder so wieder finde um ihm meinen partner zu schicken 🙂
    Er ist so herrlich geschrieben, dass ich zu hundert Prozent nachfühle, wie das ist (völlig ohne einen Einblick zu haben, natürlich). Auch diese ungerichtete Ich-bin-einfach-unzufrieden-und-niemand-ist-schuld Wut, wegen der man sich dann über sich selbst ärgert hast du so gut beschrieben. Wenn ich so etwas ähnliches habe, mache ich es wie du: durchatmen, einen witz über mich selbst sein (darf auch schlecht sein), mich dadurch raus reißen und dann am besten musik an, (wahlweise ein glas wein trinken).
    Und ein bisschen vor mich hin meckern vorher hilft auch. Insbesondere, weil man sich dann noch besser über sich selbst lustig machen kann. 😉
    Aber wie viel Kraft das kostet 😀
    Ich find dich klasse! Toller Text

    • Antworten Ivy 16. Februar 2017 um 22:18

      Ich weiß gar nicht was ich sagen soll. Dein Kommentar ist so ein tolles Kompliment und ich freue mich riesig darüber. <3
      Über sich selbst lustig machen hilft wirklich oft um aus dem Gefühl und der Situation wieder raus zu kommen. Und ordentlich Meckern. Oh ja!

      ... ein Gleis Wein ... oh da freue ich mich schon so drauf 😀 Trink mal eines für mich mit.

  • Antworten Jessi 16. Februar 2017 um 17:06

    Liebe Ivy,
    Danke für deine ehrlichen Worte! Sie treffen wieder mal mitten ins Herz. Zumal ich gerade auch ein sehr rohes Ei bin – Baby krank, seit 3 Nächten kein Schlaf und mein Mann hat Nachtdienst. Er ist nicht da obwohl ich ihn so sehr brauche gerade oder nicht? Ich weiß es nicht….Ich bin wütend….Auf ihn! Deine Worte fangen mich gerade auf. Wie schon so oft gibst du mir das Gefühl nicht alleine zu sein. Danke Liebes 😘

    • Antworten Ivy 16. Februar 2017 um 22:12

      Es ist irgendwie ein schönes Gefühl mit meinem Wutausbruch anderen ein gutes Gefühl zu geben. <3 Ich wünsche dir ganz viel Kraft, eine ruhige Nacht zum Erholen und eine gute Besserung für dein Baby.

  • Antworten Anne 16. Februar 2017 um 18:22

    Das Gefühl kenne ich, auch ohne Baby.
    Manchmal ist der Tag einfach kacke und dann bekommt man eine SMS und könnte ausrasten. Ohne Grund!
    Aber manchmal muss man das auch rauslassen!
    Ich kriege mich dann auch eher selten gebändigt und brauche echt viel Kraft nicht scheiße zu meinem Partner zu sein, manchmal gelingt es aber nicht und ich platze.
    Danach ist es meistens wieder gut.

    Ich fühle mit dir und bin beruhigt, dass ich nicht die einzige bin die wegen so etwas wütend wird.;)

    Liebst, Anne
    http://einfachanne.wordpress.com

    • Antworten Ivy 16. Februar 2017 um 22:07

      Solange man mit dem Partner darüber redet, sich selbst bewusst darüber ist was man da macht und warum und daran arbeitet, ist das auch „okay“. <3

  • Antworten Christopher Felix 16. Februar 2017 um 19:49

    Ich finde, dass ist mit einer der Gründe, warum das Mama- und Papasein eben auch als „Arbeit“ anerkannt werden sollte. Das ist nicht nur ein bisschen Popo abwischen oder süße Klamotten kaufen. Elternsein ist anstrengend und entbehrungsreich. Uns geht es zu zweit so und wir fragen uns oft, wie das Alleinerziehende alles schaffen. Es verdient unglaublichen Respekt. Darum kann ich dich sehr gut verstehen.

    Als arbeitender Partner, ob nun Mann oder Frau, muss man sich eben diese Elternarbeit bewusst machen. Wenn ich eine Woche zum Arbeiten nicht zu Hause bin, kann ich danach nicht drei Tage ausspannen. Dann muss ich sofort einsteigen in mein Papasein und wir müssen uns die Elternarbeit wieder aufteilen. Denn nicht nur ich habe in dieser Woche gearbeitet, meine Frau auch!

    Ich glaube, ich werde die Tage dazu auch mal etwas schreiben. Das ist nämlich alles wirklich nicht so einfach.

  • Antworten Julia 16. Februar 2017 um 21:16

    Hey, ich weiß es nicht wie es ist Mutter zu sein und ich habe großen Respekt davor aber eins hoffe ich echt und das ist, dass ich meinen „Mann“ nicht Arsch nennen muss. Das ist doch schon ziemlich schade.

    • Antworten Ivy 16. Februar 2017 um 21:50

      Ja, da hast du Recht. Aber manchmal bin ich so wütend, dass es passiert. Stolz darauf bin ich nicht.

    • Antworten Christopher Felix 16. Februar 2017 um 21:50

      Na, das tut doch aber manchmal gut! Immer nur lieb haben geht eh nicht. Streit und Ärger gehören in einer Beziehung ganz normal dazu. Und wie man damit umgeht zeigt dann, wie gut man es miteinander hat. Oder eben auch nicht.

      • Antworten Julia 16. Februar 2017 um 22:01

        Ja das meine ich auch garnicht. Aber ich finde es gibt gewisse Grenzen, die man einfach nicht überschreiten sollte, egal wie wütend man ist, weil man da irgendwann den Respekt verliert. Man kann das ja auch anders ausdrücken. Das ist zumindest etwas, was ich mir gerne bewahren möchte und ich hoffe ich schaffe es. Es ist doch gut wenn es zumindest dem einen gut geht, wenn der Partner auch noch aus dem letzten Loch pfeifen würde, ginge ja irgendwann garnichts mehr. Vlt kann man ihn ja auch bitten, mehr „Schichten“ zu übernehmen, damit man selbst mal zur Massage etc. kann. Oder das Äquivalent für „Rennrad fahren“ für dich.

        • Antworten Ivy 16. Februar 2017 um 22:24

          Ich bin auch froh darüber, dass es ihm gut geht und er macht auch viel und wir haben die Aufgaben gut verteilt. Aber in einer solchen Situation ist meine Wut nicht rational. Ich bin dann so Kraftlos, so am Ende, dass ich nur noch in eine Richtung Denken kann. Ich arbeite an mir um es gar nicht erst soweit kommen zu lassen, versuche immer wieder durchzuatmen. Das klappt manchmal und manchmal auch nicht. Ich wünsche dir, dass du das viel besser hinbekommst. <3

          • Julia 16. Februar 2017 um 22:47

            Danke, dann denke ich vlt daran.^^ Wie gesagt ich kann es mir wirklich nur vorstellen und es tut mir auch Leid, ich hoffe dass bessere Zeiten für dich/euch kommen.

          • Ivy 16. Februar 2017 um 22:49

            Die meisten Zeiten sind gut. Sehr gut sogar. Ich musste mir nur mal Luft machen über die doofen.

        • Antworten Ann 17. Februar 2017 um 16:23

          Als wäre es so schrecklich jemanden mal „Arsch“ zu nennen. Ich empfinde manchmal genauso. Und ich finde es zeugt von einer guten Partnetschaft, wenn man dieses Gefühl auch mal zeigen kann und der Partner das vielleicht in dieser Situation sogar versteht. Ich bin ein großer Fan davon Gefühle (ob negativ oder positiv) auch zu äußern.

          • Julia 18. Februar 2017 um 12:54

            Jemanden den man liebt zu beleidigen hat für mich nichts mit Gefühle zeigen zu tun. Zumal es noch eine Stufe weiter geht, seinen Partner auf seinem öffentlichen Blog als Arsch zu bezeichnen. Das war das einzige, was mich „gewundert“ hat. Ansonsten stimme ich dir zu.

          • Ivy 18. Februar 2017 um 18:01

            Mein Mann liest meine Texte, bevor ich sie veröffentliche und hier landet nichts, mit dem er nicht einverstanden ist. Und der Text dreht sich auch nicht darum das mein Mann ein Arsch ist, sondern darum, dass ich auf ihn wütend bin, obwohl er nichts getan hat, weil ich erschöpft bin und meine Gefühle ein Ventil suchen. In diesem Fall das Falsche. In einer solchen Situation bekommt mein Mann manchmal etwas von mir zu hören, was er nicht verdient hat. Dass ich darauf nicht stolz bin und versuche meine Gefühlsausbrüche unter Kontrolle zu halten (durchatmen, raus gehen) kommt im Text, finde ich, gut rüber. Ich teile hier gute und schlechte Erfahrungen und Gefühle. Da gehören auch meine schlechten Seiten dazu.

  • Antworten Christina 16. Februar 2017 um 21:50

    Ich kann dich so gut verstehen. Wie neidisch ich manchmal einfach aufs alleine zum Klo gehen können und überhaupt in Ruhe was zu tun ohne einen unzufrieden, jammmernden kleinen Menschen .
    Ich finde es oft als ungerecht, dass mein Tag als Mutter in Elternzeit und damit als Hausfrau als “ hach, wie dauer- Urlaub“ oder ähnliches bezeichnet wird. Ich habe viele wunderbare Tage, aber auch einige, die mir sämtliche Energie abverlangen, ohne danach Feierabend oder freies Wochenende zur Erholung zu haben. Und sicher habe ich mir das so ausgesucht und bin auch zu 98 wahnsinnig glücklich und voll mit liebe aber man darf auch Mal unzufrieden, wütend und müde sein! Druck dich

    • Antworten Ivy 16. Februar 2017 um 21:58

      Man hat sich ausserdem nicht alleine dafür entschieden ein Kind zu bekommen und ich hoffe wir alle haben Partner, die sich dessen bewusst sind. Und selbst wenn es der absolute Herzenswunsch war und ist, dass ändert ja nichts daran, dass es anstrengend sein kann und einem manchmal alles abverlangt. Ich werde auch das Gefühl nicht los, dass ganz viele Mütter immer wieder anderen Mamis vorhalten, dass sie es sich ja so ausgesucht haben und sie nicht jammern dürfen, bzw. die der Meinung sind Haushalt wäre Mamas Job und man müsse das ohne Mosern hinnehmen. Ich bin froh, dass hier so viele liebe Worte übrig haben und die gleichen Erfahrungen gemacht haben und mich verstehen können. Oh und ich liebe mein Leben als Mama. <3

  • Antworten Jane 16. Februar 2017 um 22:03

    Das kommt mir sehr bekannt vor. Allerdings versuche ich mir immer einzureden, dass mein Gatte ja gerade einen harten 8 Stunden Dienst hinter sich hat und ich jetzt nicht von ihm verlangen kann, sich den Rest des Tages um’s Kind zu kümmern. Ich lass ihn aber auch oft wissen, dass es mich nervt, wenn er sich nach der Arbeit erstmal hinlegen muss…mit dem Wissen, dass er von 6-15 Uhr Azubis beschäftigen muss und dafür sorgt, dass alle Maschinen laufen…ich „erkläre“ mir die Situation immer selbst, indem ich ja den ganzen Tag Zeit hab und fehlenden Schlaf auch tagsüber nachholen könnte (was ich aber natürlich nicht mache, weil man ja immer irgend etwas zu tun hat….sei es im WWW zu surfen). Ich muss den Herrn an dieser Stelle in Schutz nehmen, denn er übernimmt immer wie selbstverständlich die Rolle des Papas nach Feierabend. Und er fragt auch immer, wie es gerade zuhause läuft. Also ich darf mich nicht beklagen!
    LG Jane

    • Antworten Ivy 16. Februar 2017 um 22:31

      Mein Mann und ich haben unsere Aufgaben wirklich gut verteilt und er macht viel im Haushalt. Gerade hing er die Wäsche auf und fegte den Essreich und gleich lasse ich mir noch mal einen Tee machen. Aber daran denke ich nicht, wenn ich vollkommen fertig bin und mein Tag nicht lief. :/

  • Antworten Claudia 17. Februar 2017 um 8:35

    Liebe Ivy…
    ich kann nachvollziehen wie es dir geht ich habe auch solche Momente und könnte am liebsten alles hinschmeißen und mit meinen Mann hatte ich deswegen auch schon Auseinandersetzungen denn es ist was anderes 24 Stunden lang Mama zu sein sich um alles zu kümmern dass der Haushalt läuft das die Kinder versorgt sind das frisches Essen auf den Tisch steht das das Klo sauber ist das die Wäsche gewaschen ist das das Bett auf geschüttelt ist all das sind Sachen die einen manchmal wütend machen und wie du schon schreibst man kann nicht mal alleine auf Toilette gehen da hört man entweder aus der Ferne das schreien oder sie hängen einem am Rockzipfel manchmal wünschte ich mir mein Mann würde diesen Job mal machen zumindest für eine Woche lang und dann würde ich sehen wollen wieder Haushalt aussieht wie alles geregelt ist und ich würde gerne wieder unter meine Kollegen und auch manchmal ein wenig rumblödeln und ein wenig nicht nachdenken zu müssen und alleine aufs Klo gehen zu können und in aller Ruhe meinen Kaffee zu trinken oder Tee wie sagt man es am besten den Partner ohne ihn gleich anzugreifen mein Mann versteht es auch manchmal nicht und auch er sagt dann na gut dann mache ich eben Elternzeit und ich soll arbeiten gehen im Endeeffekt sind wir doch dankbar dass wir einen Partner haben die uns den Rücken stärken wir uns auch Arbeit abnehmen und die uns auch in den Arm nehmen wenn wir abends vielleicht nicht mehr können so ist das eben mit den Mama sein und Eltern sein jeder hat seine Sichtweise und jeder sieht es ein bisschen anders ich bin ein Perfektionistischer Mensch und bei mir muss immer alles in Ordnung sein sauber sein nichts darf rum liegen aber davon muss ich langsam ab kommenden mit zwei Kindern ist es schwierig den Haushalt und Perfektionismus zu halten da ist es halt auch mal so das die Wäsche liegen bleibt und dass das Bad erst nach einer Woche geputzt wird oder dass der Teller halt mal den ganzen Tag auf dem Tisch steht wir sind trotzdem dankbar dass sie gesunde Kinder haben und auch mit einem Lächeln von Ihnen verzaubern sie uns und alles andere ist vergessen mach weiter so du bist eine tolle Mama und auch wenn Jona manchmal dich zur Weißglut bringt irgendwann wird es besser und auch irgendwann werden wir auch wieder Mütter sein oder die Frauen sein die wir eigentlich sein wollen diesem Sinne hab noch einen schönen Tag ich lies zu gerne deine blogs und ich mag zu gerne deine Stimme Alles Liebe für dich und deine Familie

    • Antworten Ivy 18. Februar 2017 um 18:18

      Die Ansprüche an mich selbst, die ich oft nicht mehr erfüllen kann, stressen mich am meistens. Ich möchte alles schaffen und perfekt sein, aber das klappt einfach nicht immer. ich weiß, dass mein mann mir Abends abnimmt, was ich nicht geschafft habe, aber darüber ärgere ich mich meistens auch. Schließlich habe ich mir das vorgenommen. Ich muss einfach lernen Sachen abzugeben, Hilfe anzunehmen und auch mal Chaos zu akzeptieren.

      Danke für deinen tollen Kommentar. <3

  • Antworten Sarah 17. Februar 2017 um 16:45

    Mir geht/ging es ganz genauso. Und beim letzten Satz musste ich laut lachen. 😂
    Super!

  • Antworten Angi 17. Februar 2017 um 16:45

    Ach Ivy, ich bin mir sicher du machst das toll!
    Und wer kennt sie nicht, diese irrationalen Ausbrüche <3

  • Antworten Alex 18. Februar 2017 um 15:08

    Ich kenne das auch als Mann, diese Dinge die einem am Partner wütend machen, die aber eigentlich hauptsächlich Wut auf sich selbst ist. Und dieses Erwarten das der andere das gefälligst irgendwie merken müsste. Wir haben dafür 26 Jahre und 5 Kids gebraucht bis wir das zumindest gemerkt haben. Ganz verhindern können wir es immer noch nicht.

    Bitte sprich darüber mit deinem Partner. Mir hat es sehr weh getan nach Jahren zu merken das ich nicht immer genügend getan habe um meinen Schatz glücklich zu machen, nur weil ich es einfach nicht gewusst habe. Es tut weh nach Jahren zu hören, du warst ja nie da wenn ich Dich gebraucht habe. Wir haben lange gebraucht um da die richtige Kommunikation zu finden.

    Und es ist jetzt so viel tiefer und schöner wenn beide sich darauf verlassen können das negative Gefühle immer angesprochen werden, auch wenn der Partner nicht schuld daran ist. Das nimmt uns beiden die Last immer zu hinterfragen ob das „Klar gehts mir gut“ auch alles ist oder ob gerade irgendwo was im Busch ist.

    Es ist wunderschön zu wissen das man auch irrationale Ausbrüche haben darf ohne den Partner damit zu bedrängen, einfach nur mitteilen können, hey mir gehts da grad nicht gut ohne zu erwarten das der andere dann irgendetwas tun muss. Alein das erzählen nimmt einem oft schon die ganz Last.

    • Antworten Ivy 18. Februar 2017 um 18:10

      Ich rede viel mit meinem Mann, auch über solche Situationen. Nur genau in der Situation fällt mir das unglaublich schwer. Ich bin gestresst und das Tippen einer Erklärung stresst mich in dem Moment noch mehr. Er nimmt mir auch unglaublich viel ab, bzw. wir haben die „Aufgaben“ gut verteilt und übernehmen immer das, was der andere nicht schafft, inzwischen auch ohne Bitte. Ich bin auch nicht wütend weil er nicht genug macht, ich bin wütend weil er nicht intuitiv weiß, dass ich gerade keine Kraft mehr habe er darauf Rücksicht nehmen soll. Aber das ist natürlich Quatsch, denn das kann man nicht riechen.

      Ich konnte das in meinen vorherigen Beziehungen nicht. Weder mit meinen Partnern über negative Gefühle reden, noch sie raus lassen. Ich bin froh, dass mein Mann mich (meistens) versteht und mir auch irrationale Gefühlsausbrüche lässt.

      Danke für deinen Kommentar. Ihn zu lesen tat wirklich gut. <3

  • Antworten Elternarbeit – Wie wir dem 50:50 Modell näher kommen 20. Februar 2017 um 12:23

    […] von ivy.li hat gerade auf ihrem Blog ihrer Wut Ausdruck verliehen, die sie an manchen Tagen überfällt. Wenn […]

  • Antworten Sophie 20. Februar 2017 um 13:30

    Ein toller Text. Danke dafür.
    Wie schön, dass Du es schaffst diesen Blickwinkel zu behalten! Mit zwei Kleinkindern geht es mir oft ganz genau wie Dir – nur schaffe ich es nicht, meinem Partner nicht die Schuld zu geben. Ich gelobe Besserung!

    • Antworten Ivy 21. Februar 2017 um 21:42

      Immer wieder gerne. <3 Und es braucht Zeit um die eigene Wut, bzw. die Ursachen dafür zu verstehen. Ich bin auch immer noch dabei.

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