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Schwangerschaft

Schwangerschaftsupdate 22. SSW 21+1

Krankenhaus oder Geburtshaus?

16. Februar 2016

Ich habe lange überlegt wo ich mein Kind zur Welt bringen möchte und eine Entscheidung fiel mir schwerer als Gedacht. Eine Hausgeburt kam von Anfang an für mich nicht infrage. Ich höre mir immer wieder gerne Geschichten darüber an, bin von der Idee und der Möglichkeit begeistert, schließe das ganze aber für mich aus. In erster Linie bin ich dafür nämlich ein viel zu großer Schisser.

Bei meiner eigenen Geburt ging vermutlich alles schief, was schiefgehen konnte. Mein Kopf verkeilte sich zwischen den Beckenknochen meiner Mutter und aus einer natürlichen Geburt wurde ein Notkaiserschnitt bei dem meine Mutter und ich fast gestorben wären. Es sah sogar so schlimm aus, dass meine Mutter nicht einmal zugenäht wurde, weil keiner mehr glaubte, dass sie das überlebt. Glücklicherweise ist sie unglaublich zäh und schaffte es. Ich lag in irgendeinem Kasten und als ich meine erste Nacht überstand und viel zu hohes Fieber endlich sank, war das ein kleines Wunder. Wäre das eine Hausgeburt gewesen, was zu meiner Mutter mit all ihren Edelsteinen, Pendeln und Tarotkarten eindeutig passen würde, wäre jeder Notarzt zu spät gekommen.

Obwohl die Wahrscheinlichkeit wirklich gering ist, dass bei mir irgendetwas ähnliches passiert und wir alle von einer natürlichen Geburt ausgehen, bekomme ich die Angst vor einem ähnlichen Szenario einfach nicht aus meinem Kopf. Ich möchte für alle möglichen Eventualitäten gewappnet sein.

Übrig blieben also nur Geburtshaus und Krankenhaus. Für letzteres entschieden wir uns gestern Abend nach einem Infoabend für werdende Eltern in der Akslepios Klinik Altona. Der Chefarzt, ein Narkosearzt, eine Hebamme und eine Stillberaterin erklärten und zeigten uns alles, was man rund um deren Perinatalzentrum und die Geburt an sich wissen muss. Jede Frage wurde ausführlich beantwortet und meine ganzen Ängste wurden beruhigt. Denn neben dem Geburtstrauma meiner Mutter macht mir das Internet, das aktuell voll mit Horrorgeschichten aus Kreissälen und Wochenbettstationen ist, ebenfalls Angst. Zu wenig Personal (primär zu wenig Hebammen), überbelegte Zimmer und Ärzte die gleich einen Dammschnitt setzten und nach wenigen Stunden ohne wirklichen Geburtsfortschritt lieber einen Kaiserschnitt machen, als noch etwas zu warten und der Natur mehr Zeit zu geben, klingt wenig einladend und sprechen mehr für ein Geburtshaus, als für ein Krankenhaus.

Aber die Anzahl der Kaiserschnitte in der Klinik ist sehr gering, trotz der Tatsache, dass sie viele Frühgeburten und Risikoschwangerschaften betreuen und die Rate für einen Dammschnitt liegt bei knapp 3%. Hebammen und Schwestern sind immer dem aktuellen Bedarf nach dort und rufbereit. Der Chefarzt erzählte mit einem Glitzern in den Augen von den Geburten die er begleitet und beschrieb die seiner eigenen Kinder als die schönsten Erlebnisse in seinem Leben. Ich kaufte ihm total ab, dass er alles daran setzt, dass es für alle werdenden Eltern so ist, die zu ihm kommen.

Das Perinatalzentrum ist in einem gesonderten Gebäude untergebracht, das vor kurzem erst vollständig renoviert wurde. Es erinnert wenig an ein Krankenhaus und Kreissäle, Wehenzimmer (mit ziemlich bequemen Doppelbett) und die Räume für Entspannungsbäder (mit Sternenhimmel! Ich möchte das bitte auch für daheim.) sind alle sehr gemütlich eingerichtet und von bedrohlich aussehenden Geräten ist nirgend eine Spur. Alles wirkt sehr intim und familiär. In der Wochenbettstation gibt es nur Zweibettzimmer die sich alle in ein Familienzimmer umbauen lassen, sollten die neun extra dafür gedachten Zimmer mal nicht ausreichen. Ist das Baby gesund, schläft es mit im Zimmer und nicht auf einer anderen Station. Geht’s dem Baby nicht gut, sind Kinderärzte, eine Babyintensivstation und Spezialisten für Frühchen mit im Gebäude.

Wenn einer natürlichen Geburt nichts im Wege steht, kann man sich auch für eine reine Hebammen geleitete Geburt entscheiden. Also wie im Geburtshaus. Das Kind wird auch nicht gleich, nachdem es aus einem rausflutscht gemessen, gewogen und verpackt, sondern kommt erstmal auf die Brust der Eltern und alle haben zwei bis vier Stunden Zeit sich erstmal kennen zu lernen, bevor das alles passiert und man aus dem Kreissaal ins Zimmer gebracht wird.

Das klingt alles so gut, dass ich gar keine Angst mehr habe. Egal ob vor Komplikationen oder einer gehetzten Geburt ohne Intimität und Ruhe.

Der Text liest sich wie ein kleiner Werbepost. Das war keine Absicht, aber ich bin wirklich begeistert! Und jetzt gibt es das Schwangerschaftsupdate. <3

  • Schwangerschaftswoche:
    Ich bin jetzt in der 22. Schwangerschaftswoche.
  • Gewicht:
    Ich wiege immer noch genauso viel, wie am ersten Tag meiner Schwangerschaft.
  • Schwangerschaftsstreifen:

    Nicht mehr, als vorher schon. Der Bauch ist immer noch schön ebenmäßig.
  • Bauchnabel:
    Er kommt schon ein kleines bisschen raus. Das fiel mir vor allem gestern auf, als ich zur letzten Anprobe meines Hochzeitskleides war. Er zeichnete sich schön an der unteren Lage des Kleides ab.
  • Symptome:

    Mich plagen öfter mal Schmerzen im Rücken und Unterleib, aber alles ist halb so wild und es lässt sich gut mit einem Bad und Hinlegen in den Griff kriegen. Von einer emotionalen Achterbahnfahrt, die so viele erleben, bekam ich noch nichts mit. Dafür ist mir morgens wieder etwas flau im Magen und ich brauche etwas länger, bis mein Kreislauf in Schwung kommt.
  • Heißhunger:

    Quark mit Obst ist immer noch das einzige Abendessen, das mich wirklich glücklich macht. Selbst nach einem leckeren Braten aus dem Römertopf am Samstag, war ich nicht glücklich. Unser Kiwivorrat darf auch niemals auf unter 10 Stück sein.
  • Abneigungen:

    Immer noch Kürbis.
  • Schlafverhalten:

    Es gab drei Nächte, in denen ich einfach nicht einschlafen konnte. Mein Kopf wollte nicht aufhören sich allen möglichen Scheiß auszudenken und mir bei jedem Gang auf die Toilette einreden zu wollen, dass ich auf gar keinen Fall in den Spiegel schauen (Monster) und bitte wenn möglich von der Schlafzimmertür direkt auf das Bett springen sollte (unterm Bett sind nämlich auch Monster). Das ist alles ziemlich albern und nervig.
  • Kindsbewegungen:
    Die fühlen sich inzwischen nicht mehr wie kleine Schmetterlinge an und sind eigentlich ein ständiger Begleiter.
  • Neuzugänge für die kleine Avocado:

    Ich bin heute schnell in einen H&M reingesprungen und konnte einfach nicht widerstehen. Ein paar niedliche Hosen und Bodys sind mit nach Hause gekommen. Da wir aber noch kein einziges Möbelstück im Kinderzimmer haben, weiß ich gar nicht wohin damit. Anfang März ändert sich das aber.

Schwangerschaftsupdate 21+1 22 SSW | Babyhaul | Baby | Pregnancy | Family | Peronal | ivy.li

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3 Kommentare

  • Antworten leonie 16. Februar 2016 um 19:49

    Hallo ivy,
    Als Stille Leserin schon seit Jahren (oh Gott…) freue ich mich total über deine Schwangerschaft. Meine Schwangerschaft war einfach die beste Zeit meines Lebens, aber keine Sorge, das was danach kommt ist auch großartig!
    Mir liegt nur auf dem Herzen, dass du dich schon um eine Hebamme für die Nachsorge gekümmert hast. Obwohl ich eine traumgeburt hatte und alles danach auch relativ glatt lief,mehr meine Hebamme die größte Hilfe nach der Geburt, die ich mir wünschen konnte. Manchmal braucht man einfach jemanden vom Fach, der sagt „ganz normal, keine Sorge, hast du schon xy versucht?“.
    Bevor ich schwanger war, wusste ich nichts von Hebammen und mittlerweile finde ich ihren Beruf so elementar und unersetzbar, dass es mich wirklich traurig macht, wie die Politik und die private Gesundheitsökonomie versuchen diesen Beruf abzuschaffen.
    Lange Rede, kurzer Sinn: Hebammen sind toll und ich hoffe, dass du eine findest, die zu dir passt!

    • Antworten Ivy 16. Februar 2016 um 19:56

      Hi Leonie,
      ich freue mich immer riesig, wenn mich Leute tatsächlich schon länger verfolgen. <3
      Ich bin tatsächlich noch auf der Suche nach einer Hebamme und Stillberaterin primär für die Zeit nach der Geburt. Bis jetzt muss ich aber gestehen, dass die, mit denen ich bereits Kontakt hatte, irgendwie noch nicht zu 100 % zu mir gepasst haben. Ohne möchte ich aber auf gar keinen Fall sein. Ich bin immer so unsicher, dass ich definitiv jemanden an meiner Seite brauche, der mich beruhigt und mir hilft.

      • Antworten Leonie 16. Februar 2016 um 20:16

        Ja, ich fand das auch schwer. Ich hatte dann eine ganz junge Hebamme, die selbst noch gar keine Kinder hat. Am Anfang kam mir das total komisch vor, so von wegen „Weiß die überhaupt wovon sie redet?“, aber ich muss sagen, dass ich diese Sorgen total schnell losgeworden bin. Ein eigenes Kind macht einen nicht zur Fachfrau (ich hab eins und bin teilweise absolut aufgeschmissen…), sondern eine jahrelange Ausbildung und die Leidenschaft für den Beruf. Also falls das für dich auch so ein Punkt ist, dann hilft dir das vielleicht.
        Du kannst auch Vorsorgen bei der Hebamme machen lassen, vielleicht ist das auch eine Möglichkeit sich vorher kennenzulernen. Dafür musst du nicht auf gynäkologische Vorsorgen verzichten. Und Hebammen nehmen sich echt viel Zeit und man kann auch mal mit jemandem „vom Fach“ über seine Gefühle und Ängste reden. Das kam bei meinem Frauenarzt zumindest nie auf den Tisch.
        Eine Stillberaterin hatte ich nicht, ich glaube, bei den „normalen“ Stillproblemen können die meisten Hebammen auch gut helfen. Aber schaden kann es sicher nicht und es ist toll, wenn man sich vorher schon überlegt, wen man im Falle eines Falles anrufen kann.
        Mensch, ich bin ja so neidisch, schwanger sein ist tooooll…!

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